Die Luft ist frisch, die Sonne blitzt durch die Wolken, und auf dem Campus der Fachhochschule Südwestfalen in Soest wird etwas Großes ins Leben gerufen. Am 30. April fand der Spatenstich für ein modernes Forschungsgewächshaus statt, und die Aufregung war spürbar. Landwirtschaftsministerin Silke Gorißen, die das Projekt mit ihrer Anwesenheit beehrte, konnte die Begeisterung der Anwesenden förmlich greifen. Dieses Gewächshaus wird nicht nur eine beeindruckende Länge von 60 Metern und eine Breite von 20 Metern haben, sondern es wird auch ein Herzstück des Projekts „Zentrum für klimaangepasste und nachhaltige Landnutzung und Lebensmittelproduktion“ (ZEKAN-2L) sein.

Die Idee hinter diesem ehrgeizigen Vorhaben ist so simpel wie genial: Im Gewächshaus werden spezielle Kammern eingerichtet, die es ermöglichen, verschiedene Klimasimulationen durchzuführen. Diese Technik wird es dem Fachbereich Agrarwirtschaft erlauben, innovative pflanzenbauliche Versuche unter unterschiedlichen Klimaszenarien zu gestalten. Das Gewächshaus wird ein echter Ort der Forschung, wo auch risikoreiche biologische Materialien behandelt werden können. Und das alles, während es umweltfreundlich bleibt – die Verglasung ist durchlässig für Frequenzbereiche, die der Strahlungszusammensetzung unter Freiluftbedingungen ähneln.

Nachhaltigkeit im Fokus

Besonders beeindruckend ist die nachhaltige Bauweise des Gewächshauses. Es wird in Passivbauweise errichtet und versorgt sich selbst mit Solarstrom. Die intelligente Technik zur Belüftung, Beschattung und Beleuchtung sorgt dafür, dass Energie- und Wärmeverluste auf ein Minimum reduziert werden. Was für eine geniale Idee, oder? Jede Kammer kann unabhängig voneinander betrieben werden, dank der automatisierten Steuerungs- und Lüftungstechnik. Forschungsfragen zu Pflanzenschutzmitteleinsätzen, Düngungsregimen und sogar zu erhöhten CO₂-Konzentrationen werden hier behandelt und getestet.

Ein weiteres Highlight sind die Rhizotronen, die es ermöglichen, die Wurzelentwicklung zu beobachten, ohne das Wachstum der Pflanzen zu stören. Man kann sich kaum vorstellen, wie spannend es ist, das Wachstum von Pflanzen so nah und unverfälscht zu verfolgen. Und für die Tierliebhaber unter uns gibt es sogar ein Apikultur-Abteil, in dem Bienenvölker unter verschiedenen Klimaszenarien beobachtet werden können. Vor diesem Hintergrund wird die FH Südwestfalen auch mit den Soester Wiesenhähnchen zusammenarbeiten, um das Tierwohl in der Hähnchenmast zu fördern und regionale Vermarktungsstrategien zu entwickeln. Ein echter Gewinn für die Region!

Forschung für die Zukunft

Das Gewächshaus wird nicht nur den Lehrenden und Forschenden der Hochschule dienen, sondern auch den Studierenden. Sie werden in die Forschungsfragen einbezogen, und regelmäßige Lehrveranstaltungen bieten ihnen die Möglichkeit, direkt in die Materie einzutauchen. Das ZEKAN-2L hat sich zum Ziel gesetzt, ein Zentrum zur Untersuchung von Landnutzungsfragen zu schaffen, und die Themenschwerpunkte sind durchaus relevant: Klimawandel, Rückgang der Biodiversität und die Belastung natürlicher Ressourcen stehen im Vordergrund.

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Die Forschungsinfrastruktur wird modernste Analytik und machine-learning-basierte Verfahren nutzen, um innovative und nachhaltige Geschäftsmodelle für die Landwirtschaft zu identifizieren. Ein ambitioniertes Vorhaben, das nicht nur der Hochschule, sondern der gesamten Gesellschaft zugutekommt. Wenn man über die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft nachdenkt, wird einem klar, wie wichtig solche Projekte sind. Schließlich erfordert der Klimawandel neue Ansätze und Lösungen – und genau hier setzt die FH Südwestfalen mit ihrem Gewächshaus an.

Das Umweltbundesamt hat ähnliche Forschungsprojekte im Blick, um die Umweltwirkung der Landwirtschaft besser zu verstehen. Es geht darum, Strategien und Maßnahmen zum Umweltschutz zu entwickeln und die Öffentlichkeit zu informieren. Diese Synergien zwischen verschiedenen Forschungsprojekten sind umso wichtiger, wenn wir an die Zukunft der Landwirtschaft denken. Wir stehen vor großen Herausforderungen, und die Antworten darauf müssen wir gemeinsam finden.