Die Aufregung ist groß in Soest! Bei den Umbauarbeiten eines unter Denkmalschutz stehenden Hauses an der Langen Gasse wurde eine bedeutende archäologische Entdeckung gemacht. Archäologen stießen auf mittelalterliche Mauern, die auf das 14. Jahrhundert datiert werden. Diese Funde wurden während der Arbeiten von Anna und Maximilian Hellmich gemacht, die sich eigentlich auf einen Anbau gefreut hatten. Nun sind sie nicht nur Bauherren, sondern auch Teil einer faszinierenden Geschichte, die sich in ihrem Garten entfaltet.
Die Mauern und die gefundenen Relikte deuten darauf hin, dass es sich um einen Rückzugsort für Nonnen des St.-Walburgis-Stiftes handeln könnte, der in Kriegszeiten genutzt wurde. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das Kloster vor 1166 gegründet wurde und außerhalb der Stadtmauern lag. Im Jahr 1447, während der Soester Fehde, wurde das Kloster fast vollständig zerstört. Es ist erstaunlich, dass ein so wichtiger Teil der Geschichte in einem Garten verborgen lag – eine Entdeckung, die nicht nur die Hellmichs, sondern auch die Stadtarchäologie begeistert.
Ein Stück Soester Geschichte
Im Urkataster von 1828 war die Fläche, auf der nun die Mauern entdeckt wurden, als frei verzeichnet. Doch die historischen Quellen deuten darauf hin, dass an dieser Stelle der Sitz des Vogtes lag, der das Kloster verwaltete. Das Haus hinter den Stadtmauern kam später in den Besitz des Arnsberger Klosters Oelinghausen. Die Ausgrabungen eröffnen nun die Möglichkeit, weitere Hinweise zur Geschichte dieses Ortes zu finden. Was könnte noch im Boden verborgen sein?
Die Stadt Soest hat eine reiche Geschichte, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht. Die ursprüngliche Stadtbefestigung, die damals errichtet wurde, war rechteckig und umschloss ca. 4,5 Hektar. Diese Mauern umfassten auch wichtige Gebäude wie die erzbischöfliche Pfalz und zwei Kirchen. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Stadtbefestigung immer weiter ausgebaut, besonders im 12. Jahrhundert, als unter Philipp von Heinsberg eine innere Mauer errichtet wurde. Interessant, dass viele Städte in Deutschland erst ab dem 10. Jahrhundert mit Befestigungen begannen!
Die Funde im Garten
Die Mauern, die jetzt im Garten der Hellmichs entdeckt wurden, könnten Teil dieser faszinierenden Geschichte sein. Die Nutzung des Hauses endete 1812 mit dem Einzug der Reformation in Soest. Trotz der Bauverzögerungen und der damit verbundenen Kosten sind Anna und Maximilian Hellmich über die Funde begeistert. Es ist nicht alltäglich, dass man beim Renovieren auf so viel Geschichte stößt! Wer weiß, wie viele Geheimnisse die Erde noch birgt? Interessierte können sich sogar als Grabungshelfer bei der Stadtarchäologie melden und Teil dieser spannenden Entdeckungsreise werden.
Insgesamt zeigt die Entdeckung im Garten der Hellmichs, wie lebendig die Geschichte von Soest ist. Die Kombination aus den mittelalterlichen Stadtmauern und der aktuellen archäologischen Arbeit könnte neue Einblicke in die Vergangenheit der Stadt gewähren. Denk mal darüber nach – während wir heute in unseren Gärten relaxen, schlummert unter unseren Füßen Geschichte, die nur darauf wartet, ans Licht geholt zu werden.