In Soest, wo die Traditionen lebendig sind und die Freundschaften wie alte Eichen wachsen, findet sich eine ganz besondere Gruppe von fünf Männern. Sie spielen seit über 40 Jahren regelmäßig Doppelkopf – ein Kartenspiel, das nicht nur Geschick, sondern auch eine ordentliche Portion Geselligkeit erfordert. Diese Runde ist mehr als nur ein Spiel; sie ist ein Teil ihrer Lebensgeschichte, ein Ort des Austauschs, des Lachens und gelegentlicher Anekdoten, die immer wieder auf den Tisch kommen.
Die Köpfe hinter dieser langjährigen Tradition sind ehemalige Schüler des Soester Archi-Gymnasiums. Wilko Lebkücher, der Initiator dieser Runde, hat es geschafft, seine alten Freunde trotz der Herausforderungen des Lebens zusammenzuhalten. Monat für Monat, mit einem kühlen Veltins in der Hand, treffen sie sich an wechselnden Orten, die in alphabetischer Reihenfolge festgelegt sind. Norbert Schenkel, ein treuer Spieler, reist sogar aus dem etwas weiter entfernten Wiltrop im Lippetal an – und das, obwohl er auf sein alkoholfreies Bier zurückgreift. Denn um die Spielfreude geht es, nicht um das Gewinnen oder um Geldspiele.
Ein Spiel voller Erinnerungen
Die Mitglieder der Runde sind um die 69 Jahre alt und haben viele gemeinsame Erlebnisse aus ihrer Schulzeit, die ihre Freundschaft geprägt haben. Die Oberstufe, mit all ihren Höhen und Tiefen, hat sie zusammengeschweißt. So gibt es immer wieder Geschichten, die beim Spielen aufkommen, wie die Anekdote eines Spielers, der ein wirklich gutes Blatt hatte, aber dennoch verlor. Es sind diese kleinen Unvollkommenheiten, die das Spiel und die Abende so lebendig machen.
Im Spiel selbst kommt das Doppelkopfblatt zum Einsatz, das aus 24 doppelt vorhandenen Karten besteht. Die Karten teilen sich in vier Farben, und jede Farbe hat ihre eigenen Zählwerte. Das Ziel? Möglichst viele Punkte durch das Gewinnen von Stichen zu sammeln. Dabei wechseln die Rollen des Gebers im Uhrzeigersinn, und die Partnerschaften ergeben sich erst während des Spiels. Wer die beiden Kreuz-Damen hält, hat einen klaren Vorteil. Es wird also spannend und strategisch – und genau das schätzen die Freunde an ihren Treffen.
Ein Fest der Freundschaft
Die Ehefrauen der Männer verstehen sich ebenfalls gut. Das fördert das Miteinander und schafft eine angenehme Atmosphäre, wenn die Männer sich zum Spielen versammeln. Es ist fast schon eine kleine Tradition, dass sie gemeinsam auf das 50-jährige Abitur anstoßen wollen – und die Veltins-Genussaktion wird dabei sicher eine Rolle spielen. Man kann sich nur vorstellen, wie die Erinnerungen an die Schulzeit beim Feiern wieder lebendig werden.
Doppelkopf ist ja nicht nur ein Spiel, es ist auch eine Art zu kommunizieren – und das nicht nur mit Karten. Es gibt verschiedene Spielarten, wie das Hammelrennen oder Solospiele, die die Abende abwechslungsreich halten. Dabei ist es immer wichtig, die Regeln zu klären, denn es gibt viele regionale Varianten und Sonderregeln, die das Spiel interessanter machen. Das sorgt für immer neue Herausforderungen und macht das Spiel zu einem unvergesslichen Erlebnis.
In dieser kleinen Runde, die so viel mehr ist als nur eine Doppelkopfrunde, wird deutlich, wie wichtig solche Freundschaften sind. Hier wird nicht nur um Punkte gespielt, sondern auch um Erinnerungen, um Lachen und um die Freude am Zusammensein. In Soest geht es nicht nur um Karten, sondern um ein Stück Lebensqualität, das sich über Jahrzehnte erhalten hat.