Heute ist der 7.06.2026 und in Soest dreht sich alles um E-Scooter – oder besser gesagt, um die Frage, wo sie geblieben sind. Die E-Scooter von „Zeus“, die seit Frühjahr 2024 in der Stadt im Einsatz waren, scheinen sich in Luft aufgelöst zu haben. Es war einmal eine Zeit, als „Zeus“ den Markt für E-Scooter-Verleih nach dem Scheitern von „Bird“ übernahm. Doch die Freude währte nicht lange. Im März 2026 reduzierte „Zeus“ seine Flotte von 150 auf 120 Roller, und die Rückkehr der Roller wurde für zwei Wochen später angekündigt. Passiert ist jedoch – nichts.
Zu allem Überfluss gab „Zeus“ im April 2026 bekannt, dass sie die E-Scooter-Firma „Superpedestrian“ übernommen hatten, was zu weiteren Verzögerungen führte. Seitdem ist jeglicher Kontakt abgebrochen, und die Stadt Soest sowie das Ordnungsamt stehen vor einem Rätsel: Wo sind die Roller geblieben? Auf der Unternehmenswebsite wird „Zeus“ zwar weiterhin als Anbieter gelistet, doch in Soest und auch in Schwäbisch Gmünd sind die Roller verschwunden. Man fragt sich, ob „Zeus“ einfach so das Handtuch geworfen hat. In Schwäbisch Gmünd waren die Versuche, mit „Zeus“ in Kontakt zu treten, ebenfalls erfolglos.
Die Konkurrenz schläft nicht
In Soest gibt es tatsächlich zahlreiche Anbieter für E-Scooter-Verleih. Neben „Zeus“ sind auch „Voi“, „TIER“, „Lime“, „Bolt“ und „Jawls“ am Start. Die Preise variieren stark: „TIER“ verlangt 0,15 € pro Minute, und bei „Lime“ kommt man mit 1 € pro Ausleihvorgang und 15 Cent pro Minute hin. Wer es noch günstiger mag, kann bei „Bolt“ für nur 5 Cent pro Minute fahren. „Jawls“ hingegen legt Wert auf Sicherheit und Fahrspaß, und „Zeus“ ist mit seinen drei Rädern besonders für Anfänger geeignet.
Die Stadt Soest hat zwar kein Interesse an einer aktiven Ansprache anderer Anbieter, dennoch sieht sie die E-Scooter-Flotte als nicht mehr ganz so wichtig an. „Helbi“-Leihfahrräder und Carsharing-Angebote sind ebenfalls eine gute Alternative. Und für die, die es ganz bequem haben wollen, gibt es auch die Möglichkeit, E-Scooter zu kaufen, um langfristig Geld zu sparen. Die Freischaltungskosten betragen in Soest in der Regel 1,00 €, und die Minutenpreise liegen zwischen 10 und 30 Cent, je nach Anbieter. Eine ganz schön breite Palette!
Parkverbote und eine ungewisse Zukunft
Natürlich sind auch in Soest Parkverbots- und Fahrverbotszonen für E-Scooter vorhanden, die in den jeweiligen Apps angezeigt werden. Das sorgt für ein bisschen Ordnung im E-Scooter-Dschungel. Aber wie geht es jetzt weiter? Die Stadt hat bislang keine Pläne veröffentlicht, um sich aktiv um einen neuen Anbieter zu bemühen. Es bleibt abzuwarten, ob „Zeus“ irgendwann wieder auftaucht oder ob ein anderer Anbieter die Lücke schließt. Vielleicht wird es ja doch noch ein Happy End im E-Scooter-Kapitel für Soest.
Die Situation ist alles andere als klar, und das Rätselraten um die verschwundenen Roller von „Zeus“ könnte noch eine Weile anhalten. Die Soester sind gespannt, wie sich der Markt entwickeln wird. Mit den richtigen Anbietern könnte Soest bald wieder auf den E-Scooter-Zug aufspringen. Aber bis dahin bleibt nur abzuwarten und die anderen Mobilitätsangebote zu nutzen.