Heute ist der 5.06.2026 und während in Siegen-Wittgenstein die Vorfreude auf die Fußball-WM herrscht, wird hinter den Kulissen der Gastronomie lautstark für faire Bedingungen gekämpft. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) setzt sich für rund 4.290 Beschäftigte in der Region ein. „Faire Dienstpläne“ sind das Motto! Die Beschäftigten sollen nicht nur rechtzeitig über ihre Arbeitszeiten informiert werden, sondern auch in ihren individuellen Lebenssituationen berücksichtigt werden. Was bringt es einer Kellnerin mit Kind oder einer Köchin, die sich um einen pflegebedürftigen Angehörigen kümmern muss, wenn sie ständig Überstunden machen soll?
Gewerkschafterin Isabell Mura betont, dass es keine „Überstunden-WM“ geben darf. Ein Aufschrei, der von vielen Seiten Unterstützung findet – auch von Martin Mura, einem Kollegen der NGG Ruhrgebiet, der die gleichen Forderungen für die rund 8.260 Gastro-Beschäftigten im Kreis Recklinghausen erhebt. Es ist klar: Überstunden müssen bezahlt werden, und die Arbeitgeber müssen Fair Play zeigen. Schließlich sind es die Mitarbeiter, die den Laden am Laufen halten, während die Gäste die Spiele genießen.
Forderungen und Erwartungen
Ein weiteres großes Thema sind die Löhne. Die NGG hat in den Tarifverhandlungen, die am 17. Juni stattfinden, eine Lohnerhöhung von 6 Prozent gefordert. Diese Erhöhung, so wird argumentiert, ist nur fair, besonders nachdem die Mehrwertsteuer für die Gastronomie seit Januar von 19% auf 7% gesenkt wurde. Doch die Realität sieht anders aus: Viele Beschäftigte haben von dieser Senkung nicht profitiert. Ein gelerner Koch oder Kellner mit Vollzeitjob würde durch die geforderte Lohnerhöhung wenigstens 164 Euro mehr im Monat verdienen. Ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Die Gastronomie leidet unter dem Druck, den die Fußball-WM mit sich bringt, aber die NGG fordert, dass die Arbeitgeber nicht nur an die eigenen Gewinne denken. Stattdessen sollten sie auch die Lebensrealitäten der Beschäftigten im Auge behalten. Die Stimmung während der WM nicht zu beeinträchtigen, ist für alle von Bedeutung – vom Chef bis zum Servicepersonal. Denn am Ende des Tages sind es die Menschen, die die Atmosphäre schaffen, die wir alle so sehr schätzen. Wir sind gespannt, wie sich die Verhandlungen entwickeln und ob die Stimmen der Beschäftigten Gehör finden.