Heute ist der 17.06.2026, und während sich die Sonne über Nordrhein-Westfalen erhebt, werfen wir einen Blick auf die neuesten Entwicklungen in der Schweinehaltung. Die Mai-Viehzählung 2026 hat einiges an Neuigkeiten zu bieten, die sowohl erfreulich als auch besorgniserregend sind. Die Tierbestände in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zeigen zwar eine gewisse Stabilität, doch der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe ist nicht zu übersehen.

In Niedersachsen beispielsweise sank die Zahl der schweinehaltenden Betriebe um 6,8 % auf 3.420 innerhalb eines Jahres. Das ist schon mal ein heftiger Rückgang, der deutlich macht, wie sehr der strukturelle Wandel in der Branche voranschreitet. Wenn wir die Zahlen seit 2016 betrachten, hat sich die Anzahl der Betriebe in Niedersachsen fast halbiert – ein dramatisches Minus von 44,8 %. Auch im Sauenbereich sieht es nicht besser aus: Hier sank die Zahl der Betriebe ebenfalls um 6,8 % auf 1.100, was einem Minus von 47,6 % seit 2016 entspricht. Und das hat Folgen, denn die Gesamtzahl der gehaltenen Schweine in Niedersachsen verringerte sich um 0,8 % auf etwa 6,81 Millionen Tiere – ein Rückgang von 19,6 % seit 2016.

Ein Blick nach Nordrhein-Westfalen

Nordrhein-Westfalen ist da nicht viel anders. Am 3. Mai hielten hier 5.010 Betriebe rund 5,88 Millionen Schweine. Während sich die Tierzahl um 1,8 % erhöhte, verringerte sich die Zahl der Schweinehalter um 2,1 %. Ein langfristiger Rückgang, der seit 2016 bei 32,9 % liegt, ist ebenso zu beobachten. Besonders spannend ist der Anstieg bei den Zuchtschweinen über 50 kg Lebendgewicht, die um 3,2 % auf 330.600 Tiere zugenommen haben. Aber auch hier sank die Zahl der Zuchtbetriebe um 0,8 % auf 1.210 Halter. Ein bisschen wie ein Drahtseilakt – die Bestände steigen, während die Halterzahlen weiter fallen.

Die ISN (Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands) warnt bereits vor einem beschleunigten Strukturwandel, der durch die Preiskrise und drohende drastische Rückgänge bei zukünftigen Zählungen weiter angeheizt wird. Besonders in der Ferkelerzeugung gibt es Sorgen, da hohe Investitionen für Stallumbauten erforderlich sind und gleichzeitig höhere Ausstiegsraten drohen.

Die gesamtdeutsche Perspektive

<pEine weitere Erhebung der Viehbestände Anfang November 2025 zeigt, dass der Schweinebestand in Deutschland leicht angestiegen ist. Aktuell sind es 21,5 Millionen Schweine, was einem Plus von 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Allerdings sank die Anzahl der Halter schweinehaltender Betriebe um 3,2 % auf 15.200. Ein Blick auf die letzten zehn Jahre offenbart einen langfristigen Rückgang der Halterzahlen von satten 40,8 % – das ist schon eine Hausnummer! Im gleichen Zeitraum wurde der Schweinebestand um 22,3 % gesenkt.

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Ein interessanter Aspekt ist, dass die durchschnittlich gehaltene Schweinezahl pro Betrieb innerhalb von zehn Jahren um fast ein Drittel auf 1.414 Tiere gestiegen ist. Das zeigt, dass die Betriebe sich vergrößern, während die Anzahl der Halter abnimmt. Regionale Unterschiede sind ebenfalls erkennbar: Während in den meisten ostdeutschen Gebieten die Bestände ausgebaut wurden, verzeichnen Bundesländer wie Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen Rückgänge.

Politische Relevanz und wirtschaftliche Auswirkungen

Die Ergebnisse dieser Erhebungen sind nicht nur für die Landwirte von Bedeutung, sondern auch für politische Entscheidungsträger auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Sie dienen als Grundlage für Prognosen der Vieh- und Fleischmärkte und finden Verwendung in land- und volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sowie Versorgungsbilanzen. Die Hauptnutzer sind dabei die Europäische Kommission, das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und verschiedene Institutionen, Verbände und Unternehmen. Eine Vielzahl von Interessenvertretern hat ein großes Interesse daran, die Entwicklungen in der Schweinehaltung genau zu beobachten.

Zusammengefasst lässt sich sagen: Die Schweinehaltung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Betriebe nimmt ab, während die Bestände schwanken. Ein Thema, das in den kommenden Jahren nicht an Brisanz verlieren wird. Man darf gespannt sein, wie sich die Lage weiterentwickelt und welche Maßnahmen getroffen werden, um die Branche zu stabilisieren. Die Zukunft der Schweinehaltung bleibt also ein heißes Eisen – und wir werden weiter darüber berichten.

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