Sankt Augustin hebt den öffentlichen Nahverkehr auf ein neues Level
Heute ist der 25.07.2026 und in Sankt Augustin tut sich was im öffentlichen Nahverkehr! Die Stadtbahnlinie 66, die zwischen Sankt Augustin und dem Bonner Hauptbahnhof verkehrt, wird ab sofort in den Hauptverkehrszeiten von sechs auf neun Fahrten pro Stunde erhöht. Das klingt doch nach einem gewaltigen Schritt nach vorn, oder? Diese Maßnahme wurde von den Kreistagsfraktionen der CDU, SPD, Grünen und FDP beschlossen – ein echtes Beispiel für politischen Zusammenhalt in Zeiten, in denen wir alle mehr Mobilität brauchen.
Sara Zorlu, die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, hebt die Bedeutung von Bus und Bahn besonders bei Brückensperrungen hervor. Und auch die Zustimmung der Kreistagsmitglieder aus Sankt Augustin zeigt, dass hier alle an einem Strang ziehen. Die Stadt selbst hat zusätzliche Überquerungsmöglichkeiten der B56 gefordert, um die Zustimmung für diese Taktverdichtung zu erhalten. Ein kluger Zug, denn mit der Zunahme der Fahrten kommt auch das Bedürfnis nach mehr Sicherheit für die Fußgänger.
Herausforderungen und Lösungen
Gerade jetzt, wo wir mit steigenden Fahrgastzahlen im Herbst rechnen, weil die Radfahrer im Sommer wieder auf die Stadtbahn umsteigen, wird die Bedeutung dieser Taktverdichtung umso klarer. Michael Richter, SPD-Kreistagsmitglied, betont die Stadtbahn als eine der wichtigsten ÖPNV-Verbindungen über den Rhein. Es ist nicht nur ein Transportmittel, sondern eine Lebensader für Pendler aus Siegburg und Bonn. Doch es gibt auch Herausforderungen: Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf äußert Bedenken zur Datengrundlage, die der geplanten Taktverdichtung zugrunde liegt. Schließlich kann man nicht einfach in die Breite gehen, ohne die Statistiken im Blick zu haben.
Leitterstorf, der als ehemaliger Professor für Betriebswirtschaft bekannt ist, fordert neue, glaubwürdige Statistiken. Da wird einem schon klar, dass bei der Taktverdichtung, bei der alle fünf Minuten Stadtbahnen fahren könnten, auch Kompensationsmaßnahmen nötig sind. Christian Günter von den Grünen beschreibt die Stadtbahnwagen in der Hauptverkehrszeit als überfüllt – das lässt einen schon ins Grübeln kommen, wie man diese Herausforderung meistern kann. Einigkeit herrscht darüber, dass Lösungen gefunden werden müssen. Michael Richter fordert sogar schrankenfreie Kreuzungen, um den Verkehr zu entlasten.
Mehr als nur eine Taktverdichtung
Das Maßnahmenpaket umfasst jedoch nicht nur die Taktverdichtung. Ab dem Schuljahresbeginn im September sollen zusätzliche Leihräder des Verleihsystems „Welo“ an den ÖPNV-Stationen entlang der Linie 66 zur Verfügung stehen. Das könnte die Situation in den Stoßzeiten ein wenig entspannen. Und nicht zu vergessen die geplante Verbesserung der Busanbindung an die Haltestelle „Graurheindorf, Mondorfer Fähre“, die bis Dezember 2027 umgesetzt werden soll. Das sind doch mal gute Nachrichten für alle, die auf Bus und Bahn angewiesen sind!
Die Schnellbuslinie SB 85, die trotz vorheriger Streichung aufgrund der Nordbrückensperrung eingeführt wird, wird stündlich zwischen Ramersdorf, Wachtberg und Meckenheim verkehren. In den Hauptverkehrszeiten soll es sogar einen Halbstundentakt geben, von Montag bis Samstag bis 21 Uhr. Das sind alles Schritte in die richtige Richtung. Aber dennoch bleibt die Frage: Wie wird das alles finanziert? Der Antrag zur Überprüfung der Kostenverteilung zwischen der Stadt Sankt Augustin und dem Rhein-Sieg-Kreis steht auch auf der Agenda. Schließlich trägt die Stadt den Großteil der Kosten für die Linien S66/67, was nicht so ganz fair erscheint.
Der Rhein-Sieg-Kreis ist als „Aufgabenträger“ für den ÖPNV verantwortlich und investiert jährlich fast 45 Millionen Euro in diese wichtige Infrastruktur. Und das ist nicht nur eine Zahl, sondern ein Zeichen dafür, dass der ÖPNV hier einen hohen Stellenwert hat. Rund zwei Drittel der Wohnbevölkerung leben auf nur einem Drittel der Kreisfläche, was die Bedeutung eines gut ausgebauten ÖPNV weiter unterstreicht. Der Rhein-Sieg-Kreis möchte als Wirtschafts-, Wohn- und Naherholungsstandort attraktiv bleiben, und der ÖPNV spielt dabei eine zentrale Rolle.
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