Heute ist der 31.05.2026 und im Rhein-Sieg-Kreis hat sich kürzlich einiges getan. Die politische Landschaft wird von hitzigen Auseinandersetzungen geprägt, und das zeigt sich besonders in Königswinter. Hier lud die AfD zu einem Stammtisch „nur für biologische Frauen“ mit der EU-Abgeordneten Irmhild Boßdorf ein. Ein Aufruf, der viele auf den Plan rief. Das Troisdorfer Aktionsbündnis Demokratie überparteilich (TADü) organisierte kurzerhand eine Gegenversammlung auf dem Königswinterer Marktplatz. Es ist wirklich bemerkenswert zu sehen, wie sich engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis zusammenschließen, um gegen rechte Ideologien und Ausgrenzung zu kämpfen.
Bei der Demo kamen etwa 200 Teilnehmer zusammen, die für „Vielfalt statt ideologischer Einfalt“ und „Lieber kunterbunt als kackbraun“ eintraten. Bürgermeisterin Heike Jüngling sprach mit voller Überzeugung zu den Anwesenden und betonte die Gleichheit aller Menschen sowie die Rechte, die im Grundgesetz verankert sind. Ein starkes Zeichen, nicht wahr? Auch andere Redner schlossen sich an und übten scharfe Kritik an der AfD und deren Politik der Ausgrenzung. Eine Demonstrantin brachte es auf den Punkt: Sie wünscht sich ein angstfreies Leben und stellte die soziale sowie emotionale Kompetenz von AfD-Mitgliedern infrage.
Gedenken und Gegenbewegungen
Am selben Tag fand in Hennef eine Gedenk-Demo für den getöteten Polizisten Rouven Laur statt, organisiert von „Julian Mertens & Team Hennef“. Diese Demo hatte die Losung „Für alle Opfer der illegalen Massenmigration“ und war mit lediglich etwa 20 Teilnehmern eher schwach besucht, obwohl 120 angemeldet waren. Komischerweise war das Interesse an der Gedenk-Demo nicht so groß wie bei der Gegenveranstaltung. Initiativen wie „Siegburg zeigt Haltung” und „Bündnis für Vielfalt Hennef“ mobilisierten rund 60 Menschen zu einer Gegen-Demonstration. Sie hatten Plakate dabei mit klaren Botschaften wie „Kein Ort für Rassismus“ und „Gedenken – Ja! Hetze – Nein!“. Uwe Neuser, ein Sprecher der Gegen-Demonstration, betonte, dass das Gedenken an Rouven Laur nicht für Stimmung gegen Menschen mit Migrationsgeschichte instrumentalisiert werden sollte.
Die Gedenk-Demo selbst war durchwachsen: Sie spielte Audio-Beiträge über Messerangriffe ab, und Julian Mertens sprach sich für ein „altes Europa“ aus. Es wird immer klarer, dass solche Veranstaltungen die Gemüter spalten können. Wichtig ist, dass beide Demonstrationen friedlich verliefen. Das ist in der heutigen Zeit, wo Emotionen schnell hochkochen, ein kleiner Lichtblick.
Ein Blick über den Tellerrand
Die Situation in Königswinter und Hennef spiegelt ein übergreifendes Phänomen wider, das in vielen Städten Deutschlands zu beobachten ist. Die Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Gruppierungen nehmen zu. Es ist eine Zeit, in der Menschen für ihre Überzeugungen auf die Straße gehen, das ist nicht neu, aber die Intensität hat zugenommen. Das Engagement der Zivilgesellschaft, wie es TADü und andere Gruppen zeigen, ist besonders wichtig. Es erfordert Mut, sich gegen populistische Strömungen zu stellen und für eine offene Gesellschaft zu kämpfen.
Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich diese Dynamik weiterentwickelt. Werden die Stimmen für Vielfalt und Toleranz lauter werden oder wird die Angst vor Ausgrenzung und Spaltung überwiegen? Ein Gedanke, der uns alle betrifft, denn letztendlich geht es um eine Gesellschaft, in der jeder Mensch seinen Platz hat, unabhängig von Herkunft oder Geschlecht.