In der Region Rhein-Erft-Kreis wird es in den kommenden Tagen auf der Autobahn 4 ordentlich eng. Die aktuellen Verkehrsbeeinträchtigungen sind auf Sperrungen zurückzuführen, die zur Entlastung des maroden Brückenbauwerks am Eifeltor notwendig sind. Ab dem 10. Juni stehen einige Änderungen an: Von 21 Uhr bis 5 Uhr wird die A4 zwischen Kreuz Köln-West und der Anschlussstelle Eifeltor gesperrt. In dieser Zeit werden neue Fahrbahnmarkierungen aufgebracht, um den Mindestabstand von 50 Metern zwischen Fahrzeugen zu verdeutlichen.
Was noch hinzukommt: Ab dem 10. Juni dürfen Schwerlastfahrzeuge über 7,5 Tonnen nicht mehr in Fahrtrichtung Olpe die A4 befahren. Diese Maßnahme soll die stark beschädigte Brücke am Eifeltor entlasten, die bereits seit Ende April für Lastzüge über 44 Tonnen gesperrt ist. Pendler und der Güterverkehr müssen sich auf Umleitungen einstellen, und auf Ausweichstrecken wie der Luxemburger Straße ist vermehrter Verkehr zu erwarten. Das alles hat natürlich seine Gründe: Externe Gutachter haben neu festgestellte Schäden am Bauwerk entdeckt, die eine Ablastung nötig machen. Die Situation wird also ernst genommen.
Schrankenanlage als Lösung?
Im Sommer soll eine Schrankenanlage auf der A4 installiert werden. Diese wird dazu dienen, die Gewichtsbeschränkung zu überwachen und zu kontrollieren, ob die Lkw die neuen Vorgaben einhalten. Nach der Inbetriebnahme dieser Anlage könnte der rechte Fahrstreifen wieder für Lkw bis 44 Tonnen freigegeben werden. Aber bis dahin müssen schwerere Lastzüge weiterhin an der Anschlussstelle Klettenberg abfahren. Die Einhaltung der bestehenden Beschränkungen wird bereits kontrolliert, und es besteht die Möglichkeit einer Vollsperrung am Eifeltor in Richtung Olpe, falls die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen.
Das Bauwerk Eifeltor, welches die A4 über die Gleise der Deutschen Bahn im Bereich des Umschlagbahnhofs Köln-Eifeltor führt, wurde bereits 1956 errichtet und hat seither eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Bei turnusmäßigen Bauwerksprüfungen wurden zunehmende Schäden festgestellt. Die Materialproben zeigen Verunreinigungen im Stahl, die das Tragvermögen einschränken. Das Bauwerk wurde 1988 verbreitert und erhielt 1993 ein parallel verlaufendes Anbauwerk. Die nächsten Schritte könnten von den Ergebnissen der externen Gutachter abhängen, die die Schäden bewerten.
Investitionen in die Infrastruktur
Man muss sich fragen, wie es um die Investitionen in die Verkehrswege steht. Die Bundesregierung hat auf die Notwendigkeit reagiert, den Fokus auf Instandhaltung zu legen. Während 2005 noch 66% der Investitionen in Neubauten flossen, ist das Verhältnis mittlerweile umgekehrt. Der Bundesverkehrswegeplan von 2016 bis 2030 sieht 13 Milliarden Euro für Brückeninstandhaltung vor. Dies zeigt, wie dringend der Handlungsbedarf tatsächlich ist. Und das nicht nur auf der A4, sondern landesweit. Der Investitionsrückstand in der Straßen- und Verkehrsinfrastruktur hat sich von 25 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf beängstigende 53 Milliarden Euro im Jahr 2024 erhöht.
Kommt man also nicht umhin, die aktuellen Maßnahmen als Teil einer notwendigen Reaktion auf eine sich zuspitzende Situation zu betrachten. Die Notwendigkeit einer jährlichen Aufstockung der Investitionen ist unübersehbar, und die Kommunen kämpfen weiterhin mit Finanzierungsproblemen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell und effektiv die geplanten Maßnahmen umgesetzt werden. Doch eines ist sicher: Der Verkehr im Rhein-Erft-Kreis wird in naher Zukunft auf einiges gefasst sein müssen.