Am Bahnhof Hermülheim sorgt eine digitale Fahrgastinformationstafel (DFI) für Aufsehen, jedoch nicht nur aus positiven Gründen. Diese Tafel, die über die Anschlüsse an Stadt- und Regionalbusse informiert, wird seit der Aufstellung einer neuen Stele der Stadtwerke an der Bushaltestelle „Hermülheim Stadtbahn“ aus bestimmten Blickwinkeln verdeckt. Dies hat dazu geführt, dass Dr. Christian Karaus, FDP-Ratsherr und ehemaliger Geschäftsführer des Hürther Stadtverkehrs, die Platzierung der DFI-Tafel und der Stele in der Öffentlichkeit kritisiert.

Karaus bemängelt, dass die Abfahrtszeiten für Fahrgäste, die von der Bahn in den Bus umsteigen, schwer zu entziffern sind. In einem Vorschlag äußert er den Wunsch, die DFI-Tafel besser auf dem Bahnsteig zu platzieren, um die Sicht zu optimieren. Die Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) hat jedoch erklärt, dass ursprünglich ein anderer Standort für die DFI-Tafel geplant war, der schließlich aufgrund von Platzmangel am Gleiszugang nicht realisierbar war.

Platzierungsproblematik und Sichtbarkeit

Eine Installation der DFI-Tafel auf dem Bahnsteig wurde als nicht möglich erachtet, da dafür die Stadtbahntrasse gesperrt und die Zuleitung geändert werden müsste. Der aktuelle Standort wurde in Abstimmung mit der Stadt Hürth und dem Rhein-Erft-Kreis an die Bushaltestelle verlegt. Sabine Fusshoeller-Kleinert, Sprecherin der REVG, erklärte, dass es wahrscheinlich nie einen uneingeschränkten Blick auf die DFI-Tafel aus allen Richtungen geben werde. Diese Aussage lässt die Frage aufkommen, wie die Sichtbarkeit für die Fahrgäste verbessert werden kann.

Die Stadtwerke verteidigen die Platzierung der Stele und führen bauliche Gründe sowie die Nutzung eines vorhandenen Fundaments an. Obwohl die Sicht auf die DFI-Anzeige grundsätzlich sichtbar bleibt, ist sie aus bestimmten Blickwinkeln eingeschränkt. Momentan ist eine Versetzung der Stele nicht geplant, aber es wird geprüft, wie die Sicht verbessert werden kann. Die Stele hat Kosten in Höhe von etwa 1200 Euro verursacht und bietet zusätzliche Informationen wie Auslastung von Fahrten, Linienübersichten, Tarifinformationen und allgemeine Hinweise.

Kritik an digitalen Haltestellen

Das Projekt „digitale Haltestelle“, das von Stadtwerken und Regionalverkehr Köln (RVK) ins Leben gerufen wurde, hat bereits an anderen Standorten für Unmut gesorgt. Ein Beispiel ist eine 18.000 Euro teure digitale Infotafel, die an einem unbrauchbaren Standort platziert wurde und somit die Kritik an der Planung verstärkt. Die aktuelle Debatte am Bahnhof Hermülheim verdeutlicht, wie wichtig eine durchdachte Anordnung und Platzierung von Informationssystemen im öffentlichen Nahverkehr sind.

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Während die digitale Fahrgastinformationstafel eine wertvolle Ressource für Pendler darstellt, bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Anregungen zur Verbesserung der Sichtbarkeit und Zugänglichkeit ernst nehmen. Die Herausforderungen in der Stadtplanung und im Verkehrsmanagement sind komplex und erfordern einen kontinuierlichen Dialog mit den Nutzern, um optimale Lösungen zu finden.