Im Rhein-Erft-Kreis haben Tierschützer in den letzten Tagen gleich zwei Schwäne aus einer misslichen Lage befreit: Beide Vögel hatten Angelhaken verschluckt. Diese Vorfälle ereigneten sich am Bleibtreusee zwischen Brühl und Hürth sowie am Liblarer See in Erftstadt. Der erste Einsatz wurde am 12. April gemeldet, als Spaziergänger einen verletzten Jungschwan am Bleibtreusee entdeckten. Polizeibeamte waren schnell zur Stelle, um zu verhindern, dass der Schwan ins Wasser flüchtete und somit die Rettung erschwert wurde.

Matthias Müller, Vorsitzender des Vereins Tierschutz Weilerswist, wurde zur Hilfe gerufen. Der Jungschwan war stark abgemagert, hatte einen Angelhaken tief im Hals und konnte seit Tagen nichts fressen. Müller brachte den Schwan in einer Transportbox ins „Federheim“ des Vereins Notpfote Animal Rescue in Neuss, wo er nun mit einem Verband um den Hals aufgepäppelt wird. Am 19. April wurde ein älterer Schwan am Liblarer See gerettet, der einen Angelhaken in der Zunge hatte und eine Angelschnur aus dem Schnabel hing. Der erste Rettungsversuch scheiterte, da der Schwan sein Nest mit Eiern verteidigte, doch am nächsten Tag gelang es den Tierschützern, ihn erfolgreich mit Futter ins flache Wasser zu locken.

Ein Wiedersehen und ein Appell

Der gerettete Schwan wurde zu einem Tierarzt nach Rheinbach gebracht, wo der Angelhaken entfernt und die Wunde versorgt wurde. Bereits zwei Stunden später war der Schwan wieder bei seiner Partnerin und dem Nest am Liblarer See. Matthias Müller betont, dass Einsätze zur Schwanenrettung zwar nicht selten sind, die Häufung von zwei Fällen mit verschluckten Angelhaken jedoch ungewöhnlich ist. Er appelliert an Angler, verletzte Tiere umgehend zu melden und auf die Gefahren achtzugeben, die das Angeln für Wasservögel mit sich bringt.

Jährlich erleiden Schwäne und andere Wasservögel an Rhein, Mosel, Saar und Lahn Verletzungen durch zurückgelassene Angelhaken und -schnüre. Der Tierschutzbeirat hat zahlreiche Meldungen über Vorfälle gesammelt, darunter verschluckte Angelhaken und Angelschnüre, die sich um Schnäbel und Beine wickeln. Es ist alarmierend, dass solche Vorfälle nicht nur lokal, sondern auch in anderen Regionen dokumentiert sind. Ein Schwan an der Obermosel verlor sogar ein Auge, nachdem sich ein Angelhaken in seinem Flügel eingespießt hatte. Ein weiterer Aufruf geht an die Behörden, verstärkte Kontrollen durchzuführen, um sicherzustellen, dass nur ausgebildete Angler fischen.

Die Verantwortung der Angler

Das Angeln, das von vielen als romantische Freizeitbeschäftigung angesehen wird, birgt auch erhebliche Risiken für die Tierwelt. In Deutschland sind etwa 1,8 Millionen Angler mit einem Angelschein registriert, viele von ihnen in verschiedenen Angelvereinen organisiert. Die körperlichen und emotionalen Fähigkeiten von Fischen, die sie Schmerz und Stress empfinden lassen, sind wissenschaftlich belegt. Daher ist es von größter Bedeutung, dass Angler Verantwortung übernehmen und auf die Umgebung achten, während sie ihrem Hobby nachgehen.

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Die Situation der Schwäne zeigt eindrücklich, wie wichtig es ist, die Natur zu schützen und auf die Bedürfnisse unserer Mitgeschöpfe zu achten. Ein einfaches Entfernen von Haken und Schnüren nach dem Angeln könnte dazu beitragen, dass solche dramatischen Rettungsaktionen in Zukunft seltener notwendig werden. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Gewässer ein sicherer Lebensraum für alle Tiere bleiben!