Politik im Schloss: Merz und Macron im Dialog der Geschichte
Ein Hauch von Geschichte weht durch die ehrwürdigen Mauern des Grandhotels Schloss Bensberg. Ab Donnerstag, dem 16. Juli, wird dieser prunkvolle Ort für einige Tage zum Hochsicherheitsgelände. Ein Ereignis, das nicht nur die Region, sondern auch die gesamte politische Landschaft Deutschlands und Frankreichs in Atem hält. Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron haben sich angesagt, um hier zu übernachten. Es wird also ein richtiges Polit-Event. Wahrscheinlich wird der Innenhof des Schlosses schon bald von den Rotoren der Bundespolizei-Hubschrauber erfüllt sein, die bereits am Donnerstag ihre Landeübungen durchgeführt haben.
Die Ankunft von Merz und Macron wird für Donnerstagabend erwartet, direkt vom Flughafen Köln/Bonn. Damit beginnt ein intensives Programm, das am Freitag, dem 17. Juli, im Kreis Düren und im Rhein-Erft-Kreis weitergeht. Ein Flug nach Nörvenich zum Fliegerhorst, wo das Taktische Luftwaffengeschwader 31 stationiert ist, steht ebenfalls auf der Agenda. Vorab wird Merz am Montag nach Frankreich reisen, um an einem Treffen der „Koalition der Willigen“ teilzunehmen. Am Dienstag, dem 14. Juli, wird er die Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag besuchen. Ein bisschen diplomatische Stimmung schnuppert man da schon, oder?
Ein Treffen von historischer Bedeutung
An diesem Freitagmorgen wird nicht nur der Deutsch-Französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat (DFVSR) um 9 Uhr tagen, sondern auch ein Ministerrat auf Schloss Augustusburg in Brühl, das vom 14. bis 18. Juli geschlossen ist. Macron wird am 17. Juli um 11 Uhr mit militärischen Ehren auf Schloss Augustusburg empfangen, bevor um 15 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz von Merz und Macron stattfindet. Klar, dass für solche hohen Gäste auch die Präsidentensuite im Grandhotel nicht gerade günstig ist – unter der Woche kostet sie 2130 Euro, und das ist bereits mit Rabatt. Am Donnerstag sind übrigens keine Zimmer mehr verfügbar. Wer hätte das gedacht?
Das Schloss selbst hat eine faszinierende Geschichte: Während der napoleonischen Kriege diente es als Lazarett. Man kann sich nur vorstellen, wie viele Schicksale dort ihren Lauf nahmen. Ein bisschen ironisch, dass nun die beiden Staatsoberhäupter ausgerechnet hier über gegenwärtige Herausforderungen und die sicherheitspolitische Zusammenarbeit sprechen.
Ein starkes Bündnis
Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich ist seit Jahrzehnten tief verwurzelt. Diese beiden Länder sind nicht nur Nachbarn, sondern auch enge Partner und Verbündete in vielen Bereichen. Die Intensivierung der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit ist seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Februar 2022 besonders spürbar geworden. Der DFVSR bietet eine Plattform für den Austausch zu sicherheitspolitischen Fragen, und die jährlichen bilateralen Regierungskonsultationen, wie etwa der Deutsch-Französische Ministerrat, sind wichtig für die gemeinsame Agenda.
Die bilaterale Zusammenarbeit wird durch den Élysée-Vertrag von 1963 und den Vertrag von Aachen von 2019 weiter vertieft. Hier geht es nicht nur um Sicherheit und Verteidigung, sondern auch um Wirtschaft, Digitalisierung, Kultur und Klimapolitik. Projekte wie der Deutsch-Französische Bürgerfonds, der seit 2020 über 4.000 Initiativen zur Förderung einer aktiven europäischen Zivilgesellschaft unterstützt, zeigen, wie lebendig diese Partnerschaft ist.
Und wenn man bedenkt, dass die beiden Länder sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder zusammenraufen mussten – sei es bei der gemeinsamen Verwaltung des Rheins oder bei der grenzüberschreitenden Tramlinie zwischen Kehl und Straßburg – wird klar, wie wichtig dieser Austausch ist. Das alles führt zu einer lebendigen und dynamischen Zusammenarbeit, die sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene stark verankert ist.
Ein modernes Nachrichtenportal muss für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb haben wir unser Magazin mit VeloCore konsequent nach WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt – die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom.
