Die Freibadsaison 2026 hat in Deutschland begonnen – ein Ereignis, das viele von uns schon lange herbeigesehnt haben. Das Plätschern des Wassers, das Lachen der Kinder und das Gefühl der Sommerhitze auf der Haut. Doch hinter dieser fröhlichen Fassade gibt es ernsthafte Herausforderungen, die die Freude am Schwimmen trüben. Ein starker Personalmangel bei Bademeistern sorgt dafür, dass viele Becken geschlossen bleiben und die Öffnungszeiten reduziert werden müssen. Das ist nicht ganz das, was wir uns erhofft hatten, oder?

Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, hat die Ursachen für diese Misere klar benannt: Die Coronapandemie und der demografische Wandel stellen die Badbetreiber vor immense Herausforderungen. Eine Umfrage des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU) unter 94 Badbetreibern zeigt, wie kritisch die Lage tatsächlich ist. Nur 58% der Stellen sind derzeit besetzt, und fast jedes dritte Schwimmbad meldet einen zweistelligen Personalbedarf. Schlimmer noch, jeder zehnte Betreiber hat mehr als 30% offene Stellen. Das bedeutet für uns Badegäste: Einschränkungen, Zugang nur mit Schwimmabzeichen in einigen Bädern und reduzierte Öffnungszeiten – oft nur fünf Tage die Woche, für acht Stunden am Tag.

Schwimmbäder in Not

Nehmen wir als Beispiel das Freibad Türnich im Rhein-Erft-Kreis. Hier öffnete zwar das Freibad, doch die Erftlagune bleibt geschlossen. Städtische Mitarbeiter wurden von der Erftlagune abgezogen, um das Freibad Türnich zu unterstützen. Und das alles, während die Stadt Kerpen seit Jahresbeginn keinen verabschiedeten Haushalt hat. Das bedeutet: Externe Fachkräfte können nicht eingestellt werden. Die CDU schlägt vor, die Erftlagune nur für Schulschwimmen zu nutzen. Ein Runder Tisch zur Zukunft der Kerpener Bäder ist geplant, aber ein Einigungsdatum im Haushaltsstreit steht noch aus. Komisch, oder? Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte.

Die Gründe für den Fachkräftemangel sind vielfältig. Viele Bademeister haben während der Pandemie den Beruf gewechselt und sind nicht zurückgekehrt. Die Babyboomer-Generation geht in Rente, und das Ausbildungspotenzial kann die abgehenden Kräfte nicht auffangen. Die Ausbildung zum „Fachangestellten für Bäderbetriebe“ ist zwar aufwendig und umfasst verschiedene Bereiche, doch die Nachfrage übersteigt das Angebot. Harzheim sieht zwar eine leichte Trendwende, fordert aber dringend Unterstützung von Bund und Ländern für eine dauerhafte Finanzierung kommunaler Bäder.

Ein Blick in die Zukunft

Die Aussichten für die nächsten Jahre sind gemischt. Einerseits zeigt eine Branchenumfrage des VKU, dass viele Badbetreiber vorsichtigen Optimismus für die Freibadsaison 2024 verspüren. Andererseits gibt es einen pessimistischen Ausblick auf die Hallenbäder und den hohen Sanierungsbedarf. Die Freibäder sind zwar in gutem Zustand, doch die Sorgen um den Fachkräftemangel bleiben. Fast zwei Drittel der Badbetreiber wünschen sich stärkere politische Unterstützung. Und das nicht ohne Grund: Der Sanierungsbedarf ist hoch, und viele Bäder kämpfen mit finanziellen Engpässen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Für 2023/2024 wurde das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ erheblich gekürzt, und die Ungewissheit über die Fortführung des Förderprogramms 2025 schwebt wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Betreiber. Trotzdem hoffen 89% der Freibadbetreiber auf ähnlich viele oder sogar mehr Besucher als im Vorjahr. Ein Lichtblick inmitten der Ungewissheit.

Insgesamt zeigt sich, dass die Freibadsaison 2026 zwar begonnen hat, aber nicht ohne Herausforderungen. Die Bademeister sind gefragt wie nie, und die kommunalen Bäder stehen vor der Aufgabe, sich neu zu erfinden und gleichzeitig ihre Besucher zu begeistern. Bleibt zu hoffen, dass es bald mit der Unterstützung von oben besser wird und wir uns wieder unbeschwert in die Fluten stürzen können!