Im Herzen des Rhein-Erft-Kreises spitzt sich eine Diskussion zu, die nicht nur die Anwohner betrifft, sondern auch weitreichende Konsequenzen für die Region haben könnte. Der Gillbach, ein kleiner, aber bedeutender Fluss, steht im Fokus der Auseinandersetzungen nach dem Kohleausstieg in Bergheim und Rommerskirchen. Der Wasserlauf hat seine Quelle im ehemaligen Bethlehemer Wald verloren – eine bittere Pille für die Natur und die Menschen, die hier leben. Die Pläne von RWE, im Unterlauf des Gillbachs Wasser einzuleiten, um den Grundwasserspiegel zu normalisieren, stoßen jedoch auf Skepsis. Was wird aus dem Oberlauf, wenn kein Kühlwasser mehr aus dem Kraftwerk Niederaußem fließt? Ein Trockenfallen scheint unausweichlich, und das ist ein Gedanke, der vielen Sorgenfalten auf die Stirn treibt.
Helmut Paul von der CDU äußert Bedenken und verweist auf den Braunkohleplan Fortuna-Garsdorf aus dem Jahr 1983, in dem RWE zur Verantwortung gezogen wird. Diese historischen Verbindungen werfen einen Schatten auf die gegenwärtigen Maßnahmen. Auch Stadträtin Michaela Eckrodt, Ortsbürgermeister Johannes Hübner und Dennis Bloch setzen sich mit aller Kraft für den Gillbach ein. Sie fordern ein wissenschaftliches Gutachten zur historischen Wasserführung des Flusses, um die Situation besser zu verstehen und zu bewerten. Denn die interne Untersuchung des Rhein-Kreises-Neuss, die lediglich RWEs Sichtweise bestätigte, scheint nicht ausreichend zu sein, um die Sorgen der Bevölkerung ernst zu nehmen.
Der Gillbach als Lebensader
Die Stadt Bergheim hat erkannt, dass der Gillbach nicht nur ein landschaftsprägendes Element ist, sondern auch eine wichtige Lebensader für die Region darstellt. Eine dauerhafte Wasserführung ist wünschenswert, auch wenn die Schwierigkeiten dabei anerkannt werden. Der Dialog mit NRW-Umweltminister Oliver Krischer ist bereits im Gange. Helmut Paul und die Grüne Katharina Janetta haben sich an ihn gewandt, um Unterstützung für den Erhalt des Gillbachs zu bitten. Bürgermeister Dr. Martin Mertens aus Rommerskirchen hat ebenfalls seine Stimme erhoben und an den Umweltminister geschrieben.
Die Ergebnisse der Facharbeitsgruppe Gillbach sind für den Sommer angekündigt. Diese könnten entscheidend sein, um den politischen Gremien ein klares Bild der aktuellen Situation und der zukünftigen Rahmenbedingungen zu vermitteln. Erste Analysen werden in den Ratssitzungen vorgestellt, und die Hoffnung ist groß, dass die Verantwortlichen die richtigen Schlüsse ziehen und Maßnahmen ergreifen, die den Gillbach vor dem Aussterben bewahren.
In einer Zeit, in der der Klimaschutz immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist der Erhalt von Gewässern wie dem Gillbach ein zentrales Anliegen. Die Menschen in der Region warten gespannt auf die Ergebnisse und hoffen, dass ihre Stimmen gehört werden. Schließlich geht es nicht nur um Wasser – es geht um die Zukunft der Landschaft, um die Natur und um das Lebensgefühl einer ganzen Gemeinschaft.