Der Ruhrtalradweg, eine wahre Perle unter den Radfernwegen Deutschlands, feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Am 30. Juni 2006 wurde er eröffnet und verbindet auf beeindruckende Weise das Sauerland mit dem Ruhrgebiet über eine Strecke von 240 Kilometern. Radfahrer, die sich auf dieses Abenteuer begeben, dürfen sich auf eine abwechslungsreiche Landschaft freuen: Die Route führt durch dichte Wälder, an alten Zechen vorbei, durch charmante Fachwerkdörfer und schützenswerte Naturschutzgebiete.
Besonders sportliche Radfahrer kommen auf ihre Kosten, denn die Strecke kann in 2-3 Tagen bewältigt werden. Alternativ lassen sich einzelne Etappen wählen, was eine entspannte Tour über eine Woche ermöglicht. Während im Sauerland unberührte Landschaften auf die Radler warten, begeistert das Ruhrgebiet mit seiner reichen Industriekultur. Sechs Stauseen entlang der Strecke sind zudem beliebte Anlaufstellen für Wassersportler und Radfahrer, die eine kleine Erfrischung suchen.
Vielfältige Erlebnisse entlang des Weges
Entlang des Ruhrtalradwegs gibt es zahlreiche Museen und historische Städtchen zu entdecken. Ein Highlight ist das Besucherbergwerk Zeche Nachtigall in Witten, ebenso wie die Henrichshütte in Hattingen. Die ersten 35 Kilometer im Sauerland haben einige Steigungen, bieten jedoch im weiteren Verlauf kinderfreundliche Abschnitte. Radfahrer können sich auf gut ausgebaute, separate Radwege, Wirtschaftswege und Nebenstraßen freuen, die nur eine geringe Verkehrsbelastung aufweisen. Der ADFC hat den Ruhrtalradweg seit Jahren als Qualitätsradroute mit vier Sternen ausgezeichnet.
Aktuell gibt es einige Baustellen, die Radfahrer beachten sollten: Bauarbeiten zwischen Winterberg und Olsberg erfordern eine Umleitung an einer Bundesstraße, und in Duisburg gibt es eine Großbaustelle, die die offizielle Wegführung im Innenhafen beeinträchtigt. Trotz dieser Herausforderungen ist die Bahn-Anbindung im Ruhrgebiet gut, auch wenn die Fahrradmitnahme besonders an Wochenenden oft problematisch ist. Für E-Bike-Fahrer stehen entlang der Strecke zahlreiche Möglichkeiten zum Aufladen zur Verfügung, und über 200 ADFC-zertifizierte Bett+Bike-Betriebe bieten in 23 Orten Übernachtungsmöglichkeiten. Komplettpakete und Gepäcktransport zwischen Unterkünften sind ebenfalls erhältlich.
Industriekultur im Fokus
Zusätzlich zum Ruhrtalradweg gibt es die Route Industriekultur per Rad, einen Rundkurs von 300 Radkilometern, der die bedeutendsten Industriedenkmäler der Region verbindet. Diese Strecke ermöglicht es Radfahrenden, das grüne Ruhrgebiet auf gut ausgebauten Radwegen zu erkunden, oft abseits des Straßenverkehrs. Sehenswürdigkeiten wie das UNESCO-Welterbe Zollverein, der Landschaftspark Duisburg-Nord und der Gasometer Oberhausen sind nur einige der Highlights, die auf dieser Route warten. Die RadReiseRegion „radrevier.ruhr“ ist vom ADFC zertifiziert und bietet Radfahrern einen ausgezeichneten Genuss. Ein Knotenpunktsystem erleichtert die Orientierung, und die Hauptbahnhöfe in Mülheim an der Ruhr und Hamm / Westfalen dienen als ideale Einstiegsorte.
Insgesamt ist der Ruhrtalradweg ein wunderbares Beispiel dafür, wie man die Schönheit der Natur und die Geschichte der Industriekultur miteinander verbinden kann. Er lädt dazu ein, die Region auf zwei Rädern zu entdecken und unvergessliche Erlebnisse zu sammeln. Die vielfältigen Möglichkeiten, die diese Route bietet, sind ein klares Zeichen für die Bedeutung der Radfahr-Kultur in Nordrhein-Westfalen.