Heute ist der 9.05.2026 und in Olpe ist das Wetter nicht gerade einladend. Während sich die Wolken über dem Himmel zusammenballen, haben wir eine interessante Rückfahrt von einem Kurzausflug nach Ostende, Belgien, vor uns. Um 11 Uhr startet die Rückreise, und obwohl die Aussicht auf der Autobahn durch den Regen stark eingeschränkt ist, bleibt die Stimmung anfangs noch zuversichtlich. Die Straßen sind voller belgischer Autofahrer, die, ganz diszipliniert, ihren Sicherheitsabstand wahren – ein echter Luxus, wenn man an die Drängler gewöhnt ist, die man manchmal auf deutschen Autobahnen trifft.
Die anfängliche Planung sieht eine Ankunft um 16 Uhr vor, doch wie das so oft ist, wird die Realität von der Zeitplanung überrollt. Ein Fahrerwechsel erfolgt, und die neue Fahrerin hat bereits angekündigt, dass es keine weiteren Pausen geben wird. Das klingt nach einer Herausforderung, besonders wenn wir die bevorstehenden Staus an der Grenze und die beginnende Unruhe im Auto betrachten. Um 16 Uhr stecken wir dann tatsächlich 45 Minuten im stockenden Verkehr, was die Stimmung merklich trübt. Die Grenzkontrolle droht uns zu verlangsamen, und die Insassen sind mit der Langeweile, den Sitzschmerzen und dem nagenden Hunger konfrontiert.
Grenzkontrollen und ihre Tücken
In den letzten Monaten haben sich die Bedingungen an den Grenzen verschärft. Seit Mitte September 2024 gibt es verstärkte Kontrollen an Deutschlands Außengrenzen, was uns jetzt direkt betrifft. Die neue Bundesregierung hat intensivere Kontrollen angekündigt und die Bundespolizei hat diese in Bayern vor allem an den Grenzen zu Österreich und Tschechien verstärkt. Die Kontrollen sind stichprobenartig, was bedeutet, dass nicht alle Fahrzeuge angehalten werden. Aber wir sind ja nicht auf der Überholspur, also könnte es uns durchaus treffen.
Wenn es uns tatsächlich erwischt, müssen wir bereit sein, unseren gültigen Personalausweis oder Reisepass vorzuzeigen. In der Regel reicht der Personalausweis, aber je nach Staatsbürgerschaft kann ein Reisepass erforderlich sein. Eltern sollten auch daran denken, dass sie für ihre Kinder einen Ausweis mitführen müssen – innerhalb der EU ist ein Ausweis in der Regel ausreichend, außerhalb der EU sollte man besser einen Reisepass parat haben. Komische Gedanken, die einem durch den Kopf schießen, während man in der Schlange steht: „Habe ich alles? Wo ist der Ausweis?“
Ein Geduldsspiel auf vier Rädern
Um 18 Uhr ist die Stimmung dann schon ziemlich angespannt. Die Beifahrerin äußert lautstark ihren Unmut über die ständig steigende Ankunftszeit. Man kann es ihr nicht verübeln. Es wird gestöhnt und gemeckert, während die Minuten wie Stunden vergehen. Ein kurzer Blick auf die anderen Insassen zeigt, dass sich jeder auf seine Weise mit der Situation auseinandersetzt. Das Auto wird mehr zu einem Gefängnis der Langeweile als zu einem Ort der Erinnerungen. Und doch, am Ende des Tages, wird diese Fahrt – wenn wir sie einmal hinter uns gelassen haben – zu einer Anekdote, über die wir irgendwann lachen können.
Schließlich erreichen wir um 20 Uhr unser Ziel – und alle haben die Fahrt unbeschadet überstanden. Es war weniger romantisch als in Hollywood-Filmen, aber die Erinnerungen daran bleiben. Wenn man so darüber nachdenkt, sind es gerade diese chaotischen Autofahrten, die uns zusammenschweißen. Und wer weiß, vielleicht kommen wir das nächste Mal besser vorbereitet zurück, mit Snacks und einem guten Playlist, ganz ohne Drängler und Langeweile.