Am 22. Mai 2026 erreichte die Fußballwelt eine traurige Nachricht: Gerd vom Bruch, ein ehemaliger Bundesliga-Trainer und Spielerberater, verstarb im Alter von 84 Jahren. Die Nachricht kam von Borussia Mönchengladbach, dem Verein, dem er in einer entscheidenden Phase seiner Karriere viel gegeben hat. Aufgewachsen in Siegen, begann vom Bruch seine Laufbahn im Fußball nicht im Rampenlicht, sondern eher im Schatten der Regionalliga, wo er für den VfL Klafeld-Geisweid spielte. Seine aktive Spielerzeit war zwar nicht von großem Ruhm geprägt, doch sein Weg als Trainer sollte ihn in die Geschichtsbücher bringen.
Die Trainerkarriere von Gerd vom Bruch nahm in den westdeutschen Amateurvereinen ihren Anfang. Während er für Vereine wie die SpVgg Olpe, SSV Dillenburg, Rot-Weiss Lüdenscheid, Eintracht Haiger und Sportfreunde Siegen tätig war, sammelte er wertvolle Erfahrungen. Im Sommer 1987 wurde er dann Co-Trainer bei Borussia Mönchengladbach, unter der Leitung von Wolf Werner. Was folgte, war eine Zeit des Wandels.
Ein Held in der Not
Als Wolf Werner im November 1989 entlassen wurde, übernahm vom Bruch die Zügel als Cheftrainer. Zu diesem Zeitpunkt befand sich die Mannschaft im Tabellenkeller und drohte mit dem Abstieg. Unter seiner Führung erlebte Borussia Mönchengladbach eine Wende. Durch seine bodenständige Art und das Vertrauen in seine Spieler gelang es ihm, das Team zu stabilisieren. Der Klassenerhalt – ein 0:0 am letzten Spieltag gegen Uerdingen – war nicht nur für den Verein eine Premiere, sondern auch ein persönlicher Triumph für vom Bruch. Er wurde der erste Trainer in der Geschichte der Borussia, der die Mannschaft vor dem Abstieg bewahren konnte.
Seine Bilanz in 66 Bundesliga-Spielen für die Borussia: 23 Siege, 22 Unentschieden und 21 Niederlagen. Nach der Saison 1990/91, in der seine Mannschaft den 9. Platz belegte, begann die folgende Spielzeit jedoch schlecht, und nach zehn Spielen war man Tabellenletzter. Am 25. September 1991 musste vom Bruch seinen Platz räumen. Jürgen Gelsdorf übernahm eine Woche später. Ein schwerer Schlag, aber das Leben geht weiter.
Nach der Borussia
Nach seiner Zeit in Mönchengladbach trainierte vom Bruch den Wuppertaler SV in der 2. Bundesliga und Alemannia Aachen in der Regionalliga West. Doch sein Einfluss auf den Fußball war damit noch nicht zu Ende. Er wechselte in eine Rolle als Spielerberater und betreute unter anderem Talente wie Marc-André ter Stegen, Marcell Jansen, Patrick Helmes und Christoph Kramer. Diese Wandlung zeigt seine Vielseitigkeit und sein Engagement für den Fußball.
Gerd vom Bruch war stets ein bodenständiger Mensch, der keine große Aufmerksamkeit suchte. Er war ein Trainer, der die Menschen um sich herum inspirierte, ohne sich selbst in den Vordergrund zu drängen. Seine Leidenschaft für den Fußball und sein unermüdlicher Einsatz für die Spieler werden in Erinnerung bleiben.
Ein Blick in die Geschichte von Borussia Mönchengladbach
Die Mitarbeiterhistorie von Borussia Mönchengladbach zeigt, dass die Zeit von Gerd vom Bruch Teil einer langen Tradition von Trainern, Präsidenten und sportlichen Leitern ist, die den Verein geprägt haben. Diese Aufzeichnungen reichen bis in die 1950er Jahre zurück und geben einen faszinierenden Einblick in die Entwicklung des Vereins.
Die Fußballwelt hat einen besonderen Menschen verloren. Gerd vom Bruch wird nicht nur für seine Erfolge, sondern auch für seine Menschlichkeit in Erinnerung bleiben. Seine Erlebnisse und der Einfluss, den er auf die Spieler und den Verein hatte, sind ein wichtiger Teil der Geschichte des deutschen Fußballs. Die Erinnerung an ihn wird nicht verblassen.