Im Herzen von Olpe, an einem sonnigen Julisonntag, fand der jährliche Gedenktag für die verstorbenen Kinder und Jugendlichen des Kinder- und Jugendhospizes Balthasar statt. Unter dem Titel „Dein Licht, das bleibt“ versammelten sich Eltern, Geschwister, Mitarbeitende und Ordensschwestern, um gemeinsam zu trauern und sich an die 13 Kinder und Jugendlichen zu erinnern, die im vergangenen Jahr von uns gegangen sind: Luca, Levi, Noelle, Tim, Jannis, Manuel, Philipp, Florian, Alexander, Lukas, Jihan, Joleen und Anton. Ein bewegender Anlass, der Raum für Emotionen und die Erinnerung an die Liebe bot, die diese jungen Menschen in ihr Umfeld gebracht haben.

Der Garten des Hospizes war festlich geschmückt. Helle Hussen über Bänken und Sesseln schufen eine einladende Atmosphäre, während kleine Boxen mit Taschentüchern auf den Bänken bereitstanden. So mancher Besucher musste sich die Tränen abwischen, als die Namen der Verstorbenen genannt wurden. Es wurde gesungen, Texte gelesen und dabei spürte man die gemeinsame Trauer – aber auch die Freude über die Zeit, die man mit diesen wunderbaren Kindern und Jugendlichen verbringen durfte. Die Lebenszeit war leider kürzer als erhofft, doch die Liebe, die sie geschenkt haben, bleibt in den Herzen der Anwesenden bestehen.

Ein Garten voller Erinnerungen

Besonders eindrucksvoll war die symbolische Geste, dass die Namen der Kinder auf die Flügel von Windrädern geschrieben wurden, die im Garten aufgestellt wurden. Eine visuelle Erinnerung, die im Wind tanzt und die Lebendigkeit der verstorbenen Kinder feiert. Die Jugendlichen hingegen wurden in einer Spirale aus Steinen verewigt – jeder Stein ein Stück Erinnerung, ein Stück Leben. Die Gedenkfeier war nicht nur von Trauer geprägt, sondern auch von vielen emotionalen Momenten, Umarmungen und Trost, die sich in der Luft anfühlten wie ein unsichtbares Band zwischen den Anwesenden.

Nach der bewegenden Zeremonie gab es eine Kaffeetafel mit einem Kuchenbuffet. Gespräche über gemeinsame Erinnerungen, über das Leben und die Freude, die diese Kinder in die Welt brachten, erfüllten die Atmosphäre. Es war ein Mix aus Trauer und Freude, der irgendwie das Wesen dieser Veranstaltung perfekt einfing. Menschen, die sich gegenseitig stützten, während sie gleichzeitig die kleinen und großen Geschichten teilten, die sie mit den Verstorbenen verbanden.

Die Arbeit des Deutschen Kinderhospizvereins

Die Veranstaltung stand im Kontext der wertvollen Arbeit des Deutschen Kinderhospizvereins e.V. (DKHV e.V.), der seit über 30 Jahren in Deutschland aktiv ist. Der Verein bietet Unterstützung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit lebensverkürzenden Erkrankungen sowie deren Familien. Diese Begleitung beginnt bereits ab der Diagnose, zieht sich durch das Leben und den Sterbeprozess und reicht bis weit über den Tod hinaus. Es ist eine umfassende Unterstützung, die Familien ein geschütztes Forum für Austausch, Vernetzung und Selbsthilfe bietet.

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Mit über 30 ambulanten Kinder- und Jugendhospizdiensten (AKHD) bundesweit und einem vielfältigen Bildungsangebot der Deutschen Kinderhospizakademie, fördert der DKHV e.V. einen offenen Umgang mit den Themen Sterben und Tod von Kindern. In diesem Rahmen finden auch zahlreiche bundesweite Aktivitäten statt, wie der Tag der Kinderhospizarbeit am 10. Februar oder die Verleihung des Deutschen Kinderhospizpreises. Es wird eine Stimme für betroffene Familien in der Gesellschaft, im Gesundheitswesen und in der Politik gegeben.

Fokus auf die ganze Familie

Die Kinderhospizarbeit in Deutschland orientiert sich an der britischen Hospizbewegung. Ihr zentrales Ziel ist die Förderung der Lebensqualität für die gesamte Familie. Unterstützung wird nicht nur medizinisch oder pflegerisch geleistet, sondern auch psychosozial und seelsorgerisch. Trauerbegleitung und eine umfassende Koordination aller Hilfen im Lebensumfeld der Familien sind ebenso von großer Bedeutung. Ob ambulant oder stationär – die Hilfe kommt stets dort an, wo sie am dringendsten benötigt wird. Die geschützten Räume in den stationären Kinderhospizen bieten Entlastung für die Eltern und Geschwister in Krisenzeiten, während die ambulanten Dienste die Familien in ihrem Alltag begleiten.

Diese Arbeit ist nicht nur notwendig, sondern auch zutiefst menschlich. Jeder Besuch, jede Umarmung, jedes Wort des Trostes zählt und zeigt, wie wichtig die Gemeinschaft in schweren Zeiten ist. Der Gedenktag im Kinder- und Jugendhospiz Balthasar ist nicht bloß ein Abschied, sondern auch ein Lichtblick, das die Hoffnung und die Liebe weiterträgt.

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