Im Herzen von Olpe, im ehrwürdigen Mutterhaus der Franziskanerinnen, wurde ein ganz besonderes Jubiläum gefeiert. Nicht weniger als 465 Jahre Ordensleben wurden von sieben Schwestern zelebriert. Die Feier war ein grandioses Fest, auch wenn leider nur vier der Jubilarinnen anwesend sein konnten – die anderen drei mussten aufgrund von Alter und Krankheit fernbleiben. Ein bitterer, aber verständlicher Umstand, der die Feier nicht trüben konnte.
Vor dem eigentlichen Festtag hatten die Schwestern die Gelegenheit genutzt, sich in Exerzitien zurückzuziehen. Unter dem nachdenklichen Thema „Menschen des Weges – mit Wurzeln und Flügeln“, geführt von Bruder Norbert Lammers OFM, reflektierten sie über ihre Lebensgeschichten und den Einfluss des Heiligen Franziskus sowie der hl. Klara von Assisi auf ihr Leben. Diese besinnlichen Stunden waren ein schöner Auftakt für den festlichen Tag.
Festgottesdienst und persönliche Meilensteine
Der Höhepunkt des Festes bildete der Festgottesdienst, der von Bruder Norbert und Pfarrer Johannes Hammer zelebriert wurde. Clemens Steiling war als musikalischer Gast dabei und sorgte für eine emotionale Umrahmung. Die musikalischen Klänge von Dieter Moers an der Orgel, Alexander Sieler mit der Violine und der Schwesternschola verliehen dem Gottesdienst eine besonders feierliche Note. An diesem Tag erneuerten die Jubilarinnen feierlich ihre Ordensgelübde, und das nach 60, 65 und sogar 70 Jahren in der Gemeinschaft – was für ein beeindruckendes Lebenswerk!
Die anwesenden Jubilarinnen waren Sr. Simone Kipping (70 Jahre, 95 Jahre alt, Erzieherin im Josefshaus), Sr. Magdalis Heite (65 Jahre, bekannt aus der Pflegevorschule und Mitbegründerin des Mutter-Vater-Kind-Hauses „Aline“), Sr. Angela Diedershagen (65 Jahre, Krankenhaus- und Altenheimseelsorge, Oberin in verschiedenen Konventen) und Sr. Waltrud Hubeny (60 Jahre, Köchin in verschiedenen Häusern, lebt im Konvent in Oschersleben). Diese Schwestern haben in unterschiedlichen Bereichen gedient, oft unter enormen Herausforderungen, und ihre Geschichten sind ein lebendiges Zeugnis des Ordenslebens.
Ein Fest der Freude und Dankbarkeit
Nach dem Gottesdienst gab es eine Gratulationsrunde, die ohne Händeschütteln auskam. Stattdessen wurden Gedichte vorgetragen, Sekt eingeschenkt und Gratulationslieder gesungen – eine herzliche Art, um die Schwestern zu feiern. Ein festliches Mittagessen und eine Kaffeetafel rundeten den Tag ab. Der Moment war besonders, auch wenn im Vorfeld viele Einschränkungen herrschten und die Schwestern die Vorbereitungen teilweise selbst in die Hand nehmen mussten. Sr. Katharina Hartleib übernahm die Leitung der Exerzitien, als der ursprünglich eingeplante Exerzitienmeister absagen musste. So wurde der Tag zu einem wunderbaren Beispiel für Zusammenhalt und Gemeinschaft.
Die Franziskanerinnen haben in der Vergangenheit auch große Feste mit Schwestern aus ganz Deutschland gefeiert, doch diesmal war alles anders. Aufgrund von aktuellen Gegebenheiten fand das Fest ohne externe Gäste statt. Nur intern, im Kreise der Schwestern und mit Pfarrer Markus Püttmann, wurde gefeiert. Und dennoch, im Herbst wird ein größeres Fest nachgeholt, bei dem auch Schwestern aus Altenheimen, die ebenfalls Jubiläum feierten, zusammenkommen werden.
Diese Feierlichkeiten sind nicht nur ein Grund zum Feiern, sie sind auch eine Gelegenheit zur Reflexion. Die Schwestern haben in ihren Berufen viel bewirkt – sei es als Krankenschwester, in der Altenpflege, als Provinzoberin oder in der Hostienbäckerei. Sie haben nicht nur ihre Ordensgelübde erneuert, sondern auch ihr Lebenswerk gewürdigt. Ein bewegender Tag, der vielen Schwestern die Möglichkeit bot, sich zu versammeln, Gott zu loben und die gemeinsamen Erlebnisse zu teilen.