Am 7. Juli, in der ehrwürdigen Kulisse des Priesterseminars Borromaeum in Münster, feierten vier Priester des Bistums Münster ihr diamantenes Weihejubiläum. Diese besonderen Herren – Hermann Honermann aus Ahlen, Edgar Johnen aus Dülmen, Josef Nieberding aus Lohne und Ewald Spieker aus Münster-Hiltrup – wurden 1966 geweiht und durften an diesem Tag auf 60 Jahre Dienst im Weinberg des Herrn zurückblicken. Ein beeindruckendes Jubiläum, das nicht nur die Priester selbst, sondern auch die Gemeinde tief berührte.

Generalvikar Klaus Winterkamp, der in Vertretung von Bischof Heiner Wilmer die Predigt hielt, sprach mit sichtbarem Engagement über die wechselhaften Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft, die die Jubilaren während ihrer langen Laufbahn miterlebt haben. Seine Worte über die Notwendigkeit von „Hirten und Erntearbeitern“ in der Welt, die Priester auf besondere Weise verkörpern, hallten durch den Raum. In einer Zeit, in der viele Menschen müde und erschöpft sind, bedarf es der Priester, um Gottes Mitgefühl und Barmherzigkeit zu vermitteln. Winterkamp machte deutlich, dass „Gottes Feld“ weit über die Mauern der Kirche hinaus reicht und die gesamte Welt umfasst.

Ein Blick in die Zukunft

Weniger als zwei Jahre später, am 9. Juni 2026, wird im selben ehrwürdigen Priesterseminar eine weitere Feier stattfinden: das silberne Weihejubiläum von sieben Priestern des Weihejahrgangs 2001. Die Vorfreude auf diese Zusammenkunft ist bereits spürbar. Die Teilnehmer – darunter Pfarrer Hermann Backhaus aus Münster, Pfarrer Ferdinand Hempelmann aus Dülmen und Pfarrdechant Jürgen Schäfer aus Werne – werden nicht nur auf ihre vergangenen Jahre zurückblicken, sondern auch die Herausforderungen und Veränderungen thematisieren, die ihre Berufung in der heutigen Zeit prägen.

Dr. Klaus Winterkamp wird erneut die Leitung des Gottesdienstes übernehmen und den Jubilaren für ihren Dienst in einer sich stetig wandelnden Welt danken. In seiner Ansprache wird er darauf eingehen, wie wichtig es ist, Licht, Geschmack und Orientierung zu bringen. Ein eindringlicher Appell, der die Priester an ihre Verantwortung erinnert und den Zweifel an der eigenen Fähigkeit thematisiert. Die Bedeutung von Aufmerksamkeit, Gebet, Gottesdienst und Sakramenten wird hervorgehoben – essentielle Elemente im priesterlichen Dienst.

Das Sakrament der Weihe im Kontext

Die Priesterweihe selbst ist ein bedeutendes Ereignis, das in der Römisch-katholischen Kirche als Sakrament der Weihe (Ordination) anerkannt ist. Sie verleiht dem Geweihten die Vollmacht, im Namen Christi für die Kirche zu handeln. In der katholischen Tradition umfasst die Weihe drei Stufen: Diakonat, Presbyterat und Episkopat. Diese Weihehandlungen, die auf das Handeln Jesu Christi im Neuen Testament zurückgeführt werden, sind tief in der kirchlichen Praxis verwurzelt.

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Die Handauflegung und das Weihegebet sind zentrale Elemente dieser feierlichen Zeremonie. Ein Bischof, der in apostolischer Sukzession steht, spendet dieses Sakrament, wobei die Weihe als unwiderruflich angesehen wird und einen „Character indelebilis“ verleiht. In der römisch-katholischen Kirche sind Kleriker zur Ehelosigkeit verpflichtet, während es in anderen Traditionen, wie den orthodoxen Kirchen, keine solche Verpflichtung gibt. Die Vielfalt der Auffassungen über das Weiheamt – insbesondere die Diskussion um die Zulassung von Frauen – ist ein Thema, das die Kirche weiterhin beschäftigt.

So wird in den kommenden Jahren das Priesterseminar Borromaeum weiterhin ein Ort des Gedenkens, des Feierns und der Reflexion über die vielfältigen Wege sein, die Priester in ihrem Dienst beschreiten. Die Einladungen zu den Jubelfeiern sind nicht nur eine Feier des Vergangenen, sondern auch eine Ermutigung, die Herausforderungen der Zukunft in Angriff zu nehmen und sich weiterhin für die Menschen und die Botschaft des Evangeliums einzusetzen.

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