In Münster, einem kleinen Ort in Österreich, kam es am Freitagmittag zu einem schockierenden Vorfall. Ein 11-Jähriger wollte mit seinem E-Scooter einen Linienbus überholen, der mit etwa 50 km/h fuhr. Zusammen mit einem 13-Jährigen war er auf der L211 unterwegs, aus Richtung Habach in Richtung Münster-Ortsgebiet. Plötzlich näherte sich ein Kleinlastkraftwagen im Gegenverkehr. Der Junge verlor die Kontrolle über seinen Scooter und stürzte, ohne dass es zu einer Berührung mit einem anderen Fahrzeug kam. Ein beunruhigendes Bild, das nicht nur die Beteiligten, sondern auch die Passagiere im Bus verunsicherte.
Der Busfahrer reagierte blitzschnell und leitete ein abruptes Bremsmanöver ein. Doch das war nicht genug, um alle im Bus zu schützen. Ein 11-jähriges Mädchen prallte mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe. Die Verletzungen des Jungen waren schwer und er musste mit akuten Gesichts- und Kieferverletzungen ins Krankenhaus nach Innsbruck transportiert werden. Das Mädchen wurde mit Verletzungen unbestimmten Grades ins Krankenhaus Schwaz gebracht. Die L211 war für etwa 45 Minuten komplett gesperrt – eine Szene, die sicherlich nicht nur die Betroffenen, sondern auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Schockzustand zurückließ.
Die Gefahren von E-Scootern
Solche Vorfälle sind leider keine Einzelfälle. Im Jahr 2024 stieg die Zahl der E-Scooter-Unfälle in Deutschland dramatisch an. Die Polizei registrierte knapp 12.000 Unfälle, was einem Anstieg von 27 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. 27 Menschen verloren dabei ihr Leben – alle waren selbst auf einem Roller unterwegs. Die Statistiken zeigen, dass rund 1.500 Menschen schwer und etwa 11.400 leicht verletzt wurden. Es ist alarmierend, dass fast die Hälfte der verunglückten E-Scooter-Fahrer unter 25 Jahre alt war. Das lässt einen schon nachdenklich werden. Wo bleibt da die Sicherheit?
Die häufigste Unfallursache ist die falsche Nutzung von Fahrbahnen oder Gehwegen, die in 21 % der Fälle zu den Unfällen führte. Und nicht zu vergessen, Fahren unter Alkoholeinfluss spielte in 12 % der Fälle eine Rolle. Es ist erschreckend, dass über die Hälfte der Unfälle mit anderen Verkehrsteilnehmern, meist Autos, verbunden sind. Bei E-Scooter-Unfällen sind die Fahrer oft die Hauptverursacher, was bei Zusammenstößen mit Pkw besonders tragisch ist. 50,5 % der E-Scooter-Fahrer verletzten sich in solchen Situationen. Die Zahlen verdeutlichen, dass das Fahren mit E-Scootern Risiken birgt, die oft unterschätzt werden.
Ein Trend, der Fragen aufwirft
Seit der Zulassung von E-Scootern im Straßenverkehr in Deutschland am 15. Juni 2019 hat sich die Nutzung stark verbreitet. Die Anzahl der E-Scooter auf den Straßen stieg 2023 um fast 30 % im Vergleich zum Vorjahr. Es gibt immer mehr private E-Scooter und auch die Nutzung von geliehenen Scootern nimmt zu. Diese sind besonders bei jungen Menschen beliebt, die oft ohne Helm und auf Gehwegen fahren. Das lässt die Frage aufkommen, wie sicher diese Fortbewegungsmittel wirklich sind.
Die Statistiken zeigen auch, dass E-Scooter-Unfälle 4 % aller Verkehrsunfälle mit Personenschaden ausmachten, was auf eine besorgniserregende Tendenz hinweist. Gerade in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern ereigneten sich viele dieser Unfälle. Es wird deutlich, dass wir über die Sicherheit im Straßenverkehr nachdenken müssen – nicht nur für E-Scooter, sondern für alle Verkehrsteilnehmer.