Am 13. September 2026 öffnet die Villa Artis in Mülheim an der Ruhr ihre Türen für alle Interessierten. Ein ganz besonderer Tag steht bevor, denn es ist Denkmaltag! Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ wird die Bedeutung historischer Bauwerke und deren Rolle in unserem täglichen Leben spürbar. Von 14:00 bis 18:00 Uhr könnt ihr in die Welt der Vergangenheit eintauchen – und das gleich an einem Ort, der selbst eine faszinierende Geschichte erzählt.
Ursprünglich wurde die Villa Artis, die 1867 von Wilhelm Schmitz-Scholl und seiner Frau Luise gegründet wurde, als Kontorhaus und Kolonialwarenlager genutzt. Vor 1820 war sie ein logistischer Umschlagplatz für Waren und Informationen, der das wirtschaftliche Rückgrat von Mülheim prägte. Sie war nicht nur ein Lagerhaus, sondern auch ein Kommunikationszentrum für die Datenströme der damaligen Zeit. Der Kolonialwarenhandel, eng verknüpft mit dem europäischen Imperialismus, war ein wichtiger Aspekt dieser Epoche und beeinflusste die Handelsbeziehungen – insbesondere beim Kaffee-Import.
Ein Ort der Transformation
Die Villa Artis hat sich über die Jahre gewandelt. Heute ist sie ein privates Kunstmuseum, ein Kunstverein und beherbergt eine Galerie sowie 12 Künstlerateliers. Hier entsteht ein lebendiges Geflecht aus Ideen und Perspektiven. Kunstakteure, Kulturinstitutionen, das Publikum und lokale Initiativen finden in dieser historischen Stätte zusammen und schaffen ein einzigartiges kulturelles Netzwerk. Besucher können am Denkmaltag die Transformation des Gebäudes erleben, das einst als Versorgungsdenkmal diente und nun als Ort für Kunst und Begegnung fungiert.
Das Motto des Denkmaltags 2026 – „Wir existieren nie allein, sondern leben in Verbindung mit anderen“ – wird in der Villa Artis auf eindrucksvolle Weise lebendig. Historische und aktuelle Waren- und Kunstströme verbinden sich hier, und die Besucher können bei Rundgängen und Touren die räumliche Verzweigung und die Netzwerke erfahren, die diesen Ort prägen. Ein echtes Erlebnis für alle, die die städtische Identität Mülheims kennenlernen wollen!
Denkmale als soziale Netzwerke
Denkmale sind mehr als nur alte Mauern – sie sind Ankerpunkte für das soziale Leben. Sie fördern den Austausch zwischen Menschen und haben über Jahrhunderte hinweg eine wichtige Rolle in der Infrastruktur gespielt. Die Villa Artis ist ein Beispiel dafür, wie materielle und immaterielle Netzwerke ineinandergreifen. Hier wird Geschichte lebendig, und die ästhetische Gestaltung des Gebäudes trägt zur Identität der Stadt bei. Der Denkmaltag 2026 soll darauf aufmerksam machen, wie wichtig der Erhalt solcher Stätten ist, nicht nur aus nostalgischen Gründen, sondern auch, um das Bewusstsein für Denkmalschutz zu stärken.
Wer den Denkmaltag besucht, wird nicht nur in die Geschichte der Villa Artis eintauchen, sondern auch die Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart spüren. Es ist eine Gelegenheit, die Veränderung des gesellschaftlichen Lebens über mehr als 100 Jahre zu erleben. Ein Ort, an dem man sich nicht nur informiert, sondern auch inspiriert wird – ein echtes Highlight in Mülheim an der Ruhr!