Heute ist der 14.05.2026 und in Mülheim an der Ruhr brodelt die Filmbranche, denn der mit Spannung erwartete Film „Rose“ hat gerade die Zuschauer und Kritiker gleichermaßen in seinen Bann gezogen. Bei der Berlinale 2026 erhielt die talentierte Sandra Hüller den Silbernen Bären für ihre schauspielerische Meisterleistung. Die ARD beschreibt das Werk als ein seltenes, tief berührendes Kinoereignis, während der Hollywood Reporter von einem großartigen, meisterhaft inszenierten und gefilmten Film spricht. Man kann also nur erahnen, wie vielschichtig und eindringlich diese Geschichte ist.
„Rose“ spielt im 17. Jahrhundert, in einem abgelegenen protestantischen Dorf in Deutschland. Die Geschichte dreht sich um eine mysteriöse Figur – einen Soldaten, der entstellt durch eine Narbe ist und sich als Erbe eines verlassenen Gehöfts ausgibt. Zunächst skeptisch gegenüber dieser Person, geben die Dorfbewohner schnell ihre Zweifel auf und nehmen ihn in ihre Gemeinschaft auf. Doch der Wunsch nach Zugehörigkeit, der auf einer Lüge basiert, wirft einen Schatten über Roses Streben nach Anerkennung und Freiheit.
Ein Film über Identität und Betrug
Regisseur Markus Schleinzer hat sich für einen Schwarz-Weiß-Stil entschieden, um die Aufmerksamkeit auf die Geschichte selbst zu lenken und die Zuschauer nicht zu Voyeuren zu machen. „Rose“ wird von der MOIN Filmförderung unterstützt, und einige Teammitglieder stammen aus dem Norden, was dem Film eine besondere Prise norddeutschen Charmes verleiht, inklusive des Caterings. Schauspieler Marius, der zurzeit am Thalia Theater gastiert, hat ebenfalls eine Rolle in diesem packenden Historiendrama.
Die Handlung ist vielschichtig: Rose, die in Wirklichkeit eine Frau ist, gibt sich im 30-jährigen Krieg als Mann aus und erkämpft sich Respekt und Anerkennung im Dorf. Sie erhebt den Anspruch auf einen verfallenen Hof und wird trotz anfänglicher Skepsis von der Dorfgemeinschaft akzeptiert. Nach einem Jahr, in dem sie als selbstbestimmte Bäuerin lebt, plant sie sogar eine Erweiterung ihrer Ländereien. Doch die Herausforderung bleibt: Ihre Geschlechtsidentität und die damit verbundenen Geheimnisse drohen, ans Licht zu kommen, während sie sich in eine arrangierte Ehe mit der Tochter eines Großbauern begibt.
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Charakterisierung von Rose ist eindrucksvoll. Ihr narbenversehrtes Gesicht zeigt kaum Regungen, und sie spricht als Mann nur das Nötigste. Der Druck, ihre Identität aufrechtzuerhalten, ist enorm. Schleinzer und Co-Autor Alexander Brom haben sich intensiv mit den Schicksalen von Frauen beschäftigt, die über Jahrhunderte für falsche Geschlechtsidentitäten bestraft wurden. Themen wie Selbstermächtigung, patriarchale Machtverhältnisse und Geschlechterrollen ziehen sich durch die Erzählung. Dabei bleibt der Film stilistisch ansprechend: kontrastreiche Schwarz-Weiß-Bilder und eine nüchterne, lakonische Erzählweise machen „Rose“ zu einem besonderen Erlebnis.
Die Weltpremiere fand am 15. Februar auf der Berlinale statt, wo der Film um den goldenen Bären konkurrierte. Der offizielle Kinostart ist für den 30. April 2024 geplant. Es bleibt abzuwarten, wie das Publikum auf die packende Geschichte von Rose reagieren wird – doch eines ist sicher: Die Mischung aus historischen Elementen und zeitlosen Themen wird sicherlich für Gesprächsstoff sorgen.