Am 23. April 2026 ist es wieder soweit: Der bundesweite Aktionstag Girls‘ Day und Boys‘ Day steht vor der Tür. Ein Tag, der nicht nur Schülerinnen und Schülern berufliche Orientierung bietet, sondern auch die Chance, Klischees aufzubrechen und neue Berufsfelder zu entdecken. Im Kreis Mettmann, wo die Kreisverwaltung 42 Plätze für Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren anbietet, wird dieser Tag ganz groß geschrieben. Landrätin Dr. Bettina Warnecke hebt die Bedeutung des Zukunftstags hervor und möchte junge Menschen für die vielfältigen Möglichkeiten innerhalb der Kreisverwaltung begeistern.

Der Zukunftstag, der seit 2001 für Mädchen und seit 2011 auch für Jungen angeboten wird, verfolgt das Ziel, das Berufswahlspektrum zu erweitern. Während Mädchen beispielsweise im Vermessungs- und Katasteramt lernen, wie Koordinaten funktionieren und selbst Vermessungen durchführen, begleiten Schülerinnen den Außendienst der Lebensmittelüberwachung. Jungen hingegen dürfen ins Gesundheitsamt schnuppern, wo sie Blutdruckmessungen, EKGs und Trinkwasseruntersuchungen kennenlernen. Auch die Unterstützung in einer heilpädagogischen Kindertagesstätte in Ratingen ist eine spannende Möglichkeit für die Jugendlichen, die oft wenig mit der klassischen Berufswahl in Verbindung gebracht wird.

Einblicke und Schnupperpraktika

Ein zentrales Anliegen des Zukunftstags ist es, die Sichtbarkeit sozialer und pädagogischer Berufe zu erhöhen, wie Personalamtsleiterin Jutta Pilz betont. Der Boys‘ Day verzeichnet eine hohe Nachfrage, was zeigt, dass auch Jungen an Berufen interessiert sind, die traditionell weiblich geprägt sind. Besonders wichtig ist es, junge Talente frühzeitig kennenzulernen und sie für eine Ausbildung oder ein Studium bei der Kreisverwaltung zu gewinnen. Schnupperpraktika in Bereichen, die weniger als 40% Frauen- oder Männeranteil aufweisen, sollen den Jugendlichen helfen, ihre eigenen Talente zu entdecken.

Der Girls‘ Day zielt darauf ab, das Interesse von Mädchen an MINT-Berufen, Handwerk und Technik zu stärken. Die Schülerinnen erhalten Einblicke in Werkstätten, Büros, Laboren und Redaktionsräume. Um den Aktionstag optimal vorzubereiten, stehen verschiedene Unterrichtsmaterialien zur Verfügung, die sowohl für Schüler*innen als auch für Lehrkräfte nützlich sind. So wird gewährleistet, dass das Thema Rollenbilder und Berufsorientierung umfassend behandelt wird.

Gleichstellung und Fachkräftemangel

Der Girls‘ Day und Boys‘ Day sind nicht nur ein Event für die Jugendlichen, sondern sie spielen auch eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels in Deutschland. In Pflegeberufen sind 80% der Beschäftigten Frauen, während in MINT-Berufen über 80% Männer tätig sind. Durch diese Aktionstage können Jungen Talente in sozialen Berufen entdecken und Mädchen erhalten Einblicke in technische und handwerkliche Berufe. Das ist nicht nur eine Chance für die Jugendlichen, sondern auch für Unternehmen, die frühzeitig mit potenziellen Nachwuchskräften in Kontakt treten können.

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Die Beteiligung an solchen Schnuppertagen kann zu Praktika, Ausbildungsverhältnissen oder dualen Studiengängen führen. Die Rolle der Erziehungsberechtigten und Lehrkräfte ist dabei von zentraler Bedeutung, um eine klischeefreie Berufswahl zu fördern. Die Bundesagentur für Arbeit unterstützt die Aktionstage mit bundesweiten Aktionen und Praktika im IT-Systemhaus, was einen weiteren Anreiz für die Teilnahme darstellt.

All diese Bemühungen sind Teil eines größeren Kontextes, der darauf abzielt, die Gleichstellung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt zu unterstützen und den Jugendlichen eine breite Palette an Berufsmöglichkeiten aufzuzeigen. Aktuelle Informationen und Angebote sind auf den Internetseiten des Girls‘ Day und Boys‘ Day verfügbar, die als wertvolle Ressourcen dienen.