Mettmanns Glocken läuten wieder: Ein Gemeinschaftswerk gegen die Stille
Heute ist der 21.07.2026, und in Mettmann gibt es endlich wieder Grund zur Freude. Nach einer zweiwöchigen Zwangspause, die uns allen den Rhythmus raubte, funktionieren die Kirchturmuhren und ein Großteil der Glocken der St. Lambertus Kirche wieder. Küster Kilian Siepmann hat uns verraten, dass das Uhrwerk und das Geläut Anfang der Woche wieder in Gang gesetzt wurden. Ein Hoch auf die Technik, die uns die Zeit anzeigt und den Klang der Glocken in unsere Herzen bringt!
Die Situation war nicht gerade einfach. Der Grund für die Stille war ein defekter Antriebsmotor, der provisorisch abgetrennt wurde, damit zumindest fünf der sechs Glocken wieder läuten können. Das ist ja fast schon ein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Motor über eine Kette und ein Drahtseil ein Seilrad aktiviert, an dem das Joch der Glocken hängt. Die Ursache des Defekts bleibt zwar unklar, aber Experten vermuten, dass der Motor einfach das Ende seiner Lebenszeit erreicht hat. In Mettmann kennt man ja die Herausforderungen: Die Motoren im Kirchturm sind großen Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt, das lässt die Technik nicht immer mitspielen.
Eine Gemeinschaftsaktion
Das Glockenschlagwerk hatte zwar funktioniert, aber die Kirchturmuhr stand seit Wochen still. Ein Techniker hatte einen Kostenvoranschlag von mindestens 7.000 Euro für eine Reparatur erstellt – das war für die Kirchengemeinde einfach nicht stemmbar. Doch dann kam Manet Homburg ins Spiel. Bei einem „Arbeitsfrühstück unter Rentnern“ berichtete er von der misslichen Lage, was das Interesse seiner Mitstreiter weckte. Gemeinsam mit Helmut Uthof und Norbert Schröder wagten sie den Aufstieg in die Turmspitze, um den Zustand der Uhr zu überprüfen. Und ja, es brauchte tatsächlich einen Kletterer, um die letzten drei Höhenmeter bis zum Zifferwerk zu erreichen. Das war ein Abenteuer für sich!
Die Ursache für den Stillstand wurde schließlich auf der Westseite des Uhrwerks identifiziert. Ein fehlerhaftes Bauteil, eine massive Eisenachse mit Zahnrad, war durch Verschmutzung und Korrosion festgefroren. Aber mit viel Geschick und dem richtigen Werkzeug – Rostlöser und Fettentferner – schafften sie es, das Bauteil wieder funktionsfähig zu machen. Achim Schaake, der sich bereit erklärt hat, die Wartung der Uhr in den kommenden Jahren zu übernehmen, hat sein Talent bewiesen. Jetzt zeigt die Uhr wieder zuverlässig die Zeit an, und die Zeiger tanzen fröhlich ihre Runden.
Ein neuer Motor für die Glocken
Während die Uhr nun wieder tickt, bleibt dennoch eine Herausforderung für die Kirchengemeinde. Der defekte Motor, der die älteste Glocke aus dem Jahr 1429 antreibt, muss noch ausgetauscht werden. Die St. Lambertusglocke, die üblicherweise nur im Festtagsgeläut verwendet wird, kann erst nach dem Austausch des Motors wieder läuten. Die Kirchengemeinde hat die Firma HEW aus Herford mit dem Einbau eines neuen Motors beauftragt. Da heißt es jetzt: Daumen drücken!
Es ist schon erstaunlich, wie eine Gemeinschaft zusammenkommt, um Traditionen am Leben zu halten. Die Manufaktur, die seit 1885 im Turmuhrenbau, der Feinmechanik und der Restaurierung historischer Unikate tätig ist, hat überregionale Bekanntheit erlangt. Ihre detailreiche Handarbeit ist bekannt und geschätzt. So bleibt die Hoffnung, dass die St. Lambertus Kirche bald wieder in vollem Glanz erstrahlt – mit einem Uhrwerk, das nicht nur die Zeit anzeigt, sondern auch die Herzen der Menschen berührt.
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