In Mettmann gibt es frischen Wind in der Energieversorgung! Die im Januar 2023 gegründete Genossenschaft „Bürgerenergie Mettmann“ (BEM) hat sich in kürzester Zeit von 21 Gründungsmitgliedern auf eine mehr als verdoppelte Mitgliederzahl entwickelt. Dies zeigt das wachsende Interesse der Bürger an erneuerbaren Energien und der aktiven Mitgestaltung ihrer Energiezukunft. Um die Ziele, Projekte und Beteiligungsmöglichkeiten der Genossenschaft näher vorzustellen, findet am Dienstag, dem 28. April, um 18.30 Uhr eine Informationsveranstaltung in der Kulturvilla, Beckershoffstraße 20, statt.
Die ehrenamtlichen Vorstände Thorsten Arkenau und Ingo Harmsen werden an diesem Abend spannende Einblicke geben. Das Hauptziel der BEM ist die Errichtung, der Betrieb und die Vermittlung von Anlagen zur Erzeugung und Speicherung erneuerbarer Energien. Bereits jetzt kann die Genossenschaft auf ihr erstes Projekt verweisen: eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 60 kW und einem Stromspeicher von 100 kWh, die auf einem Hallendach in Mettmann installiert wird. Zudem plant die BEM, sich an Windkraftprojekten zu beteiligen und bietet Lösungen zur Speicherung von selbst erzeugtem Strom an.
Aktive Mitgestaltung der Energiewende
Ein weiteres spannendes Projekt ist die geplante Agri-PV-Anlage in Obmettmann, die von der Firma „Sonnenernte“ errichtet werden soll. Auf 20 Hektar Agrarland wird angestrebt, 85 Prozent der Fläche landwirtschaftlich zu nutzen und gleichzeitig Solarstrom zu gewinnen. Die BEM hat sich bereits eine Beteiligungsoption von bis zu zehn Prozent an diesem innovativen Agri-PV-Projekt gesichert. Der städtische Planungsausschuss hat im März mehrheitlich der Einleitung eines Planungsverfahrens zugestimmt, und die konkrete Ausgestaltung des Beteiligungsmodells wird im weiteren Planungsverlauf entwickelt. Ein Vorvertrag zwischen der BEM und der Firma „Sonnenernte“ wurde ebenfalls unterzeichnet, was den Fortschritt des Projekts weiter vorantreibt.
Die Veranstaltung am 28. April bietet zudem der Bürger-Solar-Beratungs-Initiative des Kreises Mettmann die Möglichkeit, ihre Arbeit vorzustellen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist kostenlos und öffnet die Türen für alle Interessierten, die mehr über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung in der Energiewende erfahren möchten. Für weitere Informationen rund um die Genossenschaft und ihre Projekte lohnt sich ein Besuch der Webseite www.bem-eg.de.
Der Trend zu Bürgerenergiegenossenschaften
Bürgerenergiegenossenschaften (BEG) sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Sie fördern dezentrale, unabhängige und ökologische Energiegewinnung. Der Fokus liegt dabei auf der aktiven Mitwirkung der Bürger an der Energiewende sowie auf Investitionen in regionale Energieprojekte, insbesondere im Bereich Photovoltaik. Laut dem Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband waren Mitte 2024 in Deutschland insgesamt 951 eingetragene Energiegenossenschaften mit etwa 220.000 Mitgliedern aktiv, wobei 77 Prozent der Energiegenossenschaften im Bereich Photovoltaik tätig sind.
Die Bürgerbeteiligung ist entscheidend für den Ausbau erneuerbarer Energien, da sie die Akzeptanz von Windkraftanlagen und den Ausbau von PV-Anlagen steigert. Viele Menschen in Deutschland ziehen es in Betracht, eine BEG zu gründen oder sich einer bestehenden Genossenschaft anzuschließen. Kommunen spielen in diesem Kontext eine wichtige Rolle, haben jedoch oft nicht die erforderlichen personellen und finanziellen Ressourcen. Kooperationen zwischen BEGs und Kommunen können daher helfen, die Herausforderungen im Bereich der erneuerbaren Energien zu bewältigen und eine Win-Win-Situation zu schaffen.
Ein europäischer Trend
In Europa gibt es etwa 3500 Bürgerenergiegenossenschaften, wobei Deutschland mit rund 1750 aktiven Genossenschaften eine Vorreiterrolle einnimmt. Diese Genossenschaften sind nicht nur ein Zeichen für das wachsende Interesse an nachhaltiger Energie, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der europäischen Energiewende. Länder wie Belgien, Dänemark und Frankreich zeigen ebenfalls, wie Bürgerbeteiligung auf regionaler Ebene zur Energieproduktion beitragen kann. So sind in Dänemark zahlreiche Familien in Windturbinengenossenschaften organisiert, während in Frankreich regionale Genossenschaften Strom aus erneuerbaren Quellen vertreiben.
Die Gründung und das Wachstum der „Bürgerenergie Mettmann“ sind somit Teil eines größeren Trends, der die Energielandschaft in Deutschland und darüber hinaus nachhaltig verändern könnte. Der Aufruf an alle Mettmanner: Seien Sie Teil dieser Bewegung und gestalten Sie aktiv die Energiezukunft Ihrer Region mit!