In Mettmann-Stadtwald sorgt die Regiobahn für Aufregung. Immer wieder klettern Menschen über die Zäune am Bahnübergang – eine gefährliche Sache, die nicht nur für die eigene Sicherheit, sondern auch für die Abläufe auf der Baustelle problematisch ist. Seit Monaten wird dort am P&R-Parkplatz gearbeitet und die Baustelle wird voraussichtlich bis September andauern. Die Regiobahn hat klare Warnungen ausgesprochen: Das Überqueren der Gleise ist extrem riskant und das Betreten von Baustellen ist für Unbefugte strengstens untersagt. Wer sich nicht daran hält, riskiert nicht nur rechtliche Konsequenzen, sondern auch seine Gesundheit.

Während die Bauarbeiten voranschreiten, häufen sich die Berichte über unbefugtes Betreten. An der Baustelle am Neanderthal-Museum waren kürzlich Baustellenfahrzeuge zugeparkt und Absperrgitter wurden einfach versetzt. Die Regiobahn appelliert eindringlich an die Öffentlichkeit, diese Absperrungen zu respektieren und die Baustellen nicht zu betreten. Schließlich gab es in der Vergangenheit bereits Diebstähle auf solchen Baustellen. Und obendrein sind die Arbeitskräfte angewiesen, bei unbefugtem Zutritt die Polizei zu informieren. Die Baustellen und Bahnsteigbereiche sind sogar videoüberwacht – ein weiterer Hinweis darauf, wie ernst die Lage ist.

Die Gefahren der Bahnübergänge

Unfälle an Bahnübergängen sind ein weit verbreitetes Problem in Deutschland. Laut Berichten gibt es im DB-Netz rund 16.000 Bahnübergänge, an denen immer wieder tragische Unfälle geschehen, oft mit tödlichem Ausgang. Es wird sogar erwartet, dass im Jahr 2025 ein neuer Höchststand an Unfällen erreicht wird. Bis Ende August 2025 sind bereits 36 Menschen ums Leben gekommen und 188 weitere verletzt worden. Die Zahl der Bahnübergänge ist seit 2010 um fast ein Fünftel gesunken, aber die Zahl der Unfälle bleibt unverändert hoch, was besorgniserregend ist.

DB-Sprecher Achim Stauß äußert dazu, dass jeder Unfall, jedes verletzte oder verstorbene Leben zu viel ist. Die Bahn arbeitet daran, die Unfallzahlen zu reduzieren. Eric Schöne von der TU Dresden sieht jedoch keine signifikanten Verbesserungen der Sicherheit an bestehenden Bahnübergängen. Er fordert mehr finanzielle Mittel und Zeit für die Beseitigung der problematischen Übergänge. Ein ernsthaftes Problem, denn Fehlverhalten von Straßenverkehrsteilnehmern ist in über 95 Prozent der Fälle die Hauptursache für diese Unfälle. Zusätzlich gibt es immer wieder Versäumnisse von Schrankenwärtern, wie im Fall eines tödlichen Unfalls im Juni 2023 in Schleswig-Holstein.

Schöne schlägt vor, die technische Sicherheit an den Übergängen zu erhöhen und die Planungs- sowie Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Maßnahmen wie Nachwarnsysteme, die bei menschlichem Versagen automatisch die Schranken schließen, könnten helfen, die Sicherheit zu verbessern. In Mettmann zeigt sich einmal mehr: Die Verantwortung liegt nicht nur bei den Bahnbetreibern, auch die Öffentlichkeit muss sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Das Überqueren von Gleisen – sei es aus Bequemlichkeit oder Unachtsamkeit – kann fatale Folgen haben.

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