Am vergangenen Mittwoch, dem 13. Mai, kam es zu einem besorgniserregenden Vorfall an der Gesamtschule Nußberg in Iserlohn. Um 13:50 Uhr löste ein Amokalarm Panik aus – ein Szenario, das für viele Schüler und Lehrer alles andere als alltäglich ist. Während sich mehrere hundert Schüler und Lehrkräfte in den Klassenräumen verbarrikadierten, rückte die Polizei mit einem starken Aufgebot an. Ein Bild, das sich sicher in die Köpfe der Betroffenen eingebrannt hat.
Schulleiter Christoph Demtröder war mit der Situation konfrontiert und vermutete, dass ein technischer Defekt die Ursache des Alarms war. Entgegen mancher Spekulationen stellte sich schnell heraus, dass keine Gefahr bestand. Die Einsatzkräfte durchsuchten das Schulgelände und fanden keine Bedrohung vor. Eine Entwarnung wurde gegen 16 Uhr ausgesprochen, doch bis dahin blieb die Anspannung spürbar. „Es war ein Fehlalarm“, so ein Polizeisprecher. Rund 415 Personen hatten sich zu diesem Zeitpunkt in dem Gebäude aufgehalten.
Die Abläufe im Detail
Die Polizei ließ den Bereich um die Schule weiträumig absperren – eine Maßnahme, die wohl für viele unverständlich erschien, aber im Interesse der Sicherheit notwendig war. Die Schüler wurden in Gruppen herausgeführt und zum Hembergparkplatz begleitet, der außerhalb des Sicherheitskreises lag. Die nahegelegene Grundschule Nußberg reagierte ebenfalls prompt: Auch dort hörten Lehrkräfte und Schüler den Alarm und schlossen sich in Klassenräumen ein. Auch hier waren die Einsatzkräfte zur Stelle, um die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.
Die Durchsuchungen des Schulgeländes ergaben glücklicherweise keine Hinweise auf eine tatsächliche Gefahrenlage. Das Verhalten der Schüler wurde von Schulleiter Demtröder gelobt – sie blieben ruhig und kooperativ. Die Feuerwehr hatte eine Technische Einsatzleitung (TEL) eingerichtet und arbeitete eng mit Polizei und Stadt zusammen. Ein großes Lob gebührt auch dem Rettungsdienst sowie der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr, die sich in erhöhter Alarmbereitschaft befanden.
Ursache und Nachwirkungen
Die Ermittlungen zur genauen Ursache des Alarms laufen noch. Hinweise deuten auf eine Fehlfunktion der Alarmanlage hin, da die Anzeige des ausgelösten Raums nicht funktionierte. Eine frühere Meldung über einen Schüler mit einer Softair-Pistole stellte sich als nicht relevant für den Amokalarm heraus und wurde schulintern geklärt. Gerüchte über einen vorangegangenen Amokalarm an der Schule wurden von Demtröder dementiert.
Für die betroffenen Schüler und Lehrkräfte wurde eine Betreuungsstelle eingerichtet, während die MVG Busse zur Verfügung stellte, um alle sicher nach Hause zu bringen. Die Schule soll am Montag wieder zum Normalbetrieb übergehen. Für viele Schüler wird es sicher wichtig sein, das Erlebte aufzuarbeiten, um zur gewohnten Tagesordnung zurückzufinden.