Die Nachrichten aus Bratislava bringen frischen Wind für Autofahrer, die auf den Straßen der Slowakei unterwegs sind – und das ist nicht nur für die Einheimischen von Bedeutung! Ab diesem Freitag, dem 6. Mai 2026, dürfen Ausländer in der Slowakei endlich wieder zu den gleichen Preisen tanken wie die Einheimischen. Ein Schritt, der die Gemüter vieler Reisender beruhigen dürfte und auf den viele schon lange gewartet haben.
Wirtschaftsministerin Denisa Sakova hat die Aufhebung der Preisverordnung sowie der Treibstoffrationierungen verkündet. Dies geschah, nachdem die slowakische Regierung dem Druck der EU-Kommission nachgegeben hat, die mit einem Vertragsverletzungsverfahren gedroht hatte. So wurden die Preise für Ausländer nun auf ein Niveau angehoben, das sich an den Durchschnittspreisen in den Nachbarländern orientiert. Momentan liegen die Dieselpreise in der Slowakei bei 1,86 Euro pro Liter, während ein Liter Benzin 1,79 Euro kostet.
Ein Blick zurück auf die Preiskontrollen
Um ein wenig Kontext zu geben: Mitte März wurden Diesel und Benzin rationiert. Die Einführung unterschiedlicher Preise für Ausländer wurde mit einem „Erdöl-Notstand“ begründet, der durch das Ausbleiben von Erdöllieferungen aus Russland verursacht wurde. Seit Ende Januar floss kein Öl mehr durch die Druschba-Pipeline, und die slowakische Regierung sah sich gezwungen, auf staatliche Notreserven zurückzugreifen, um die Versorgung aufrechtzuerhalten. Diese Abhängigkeit von russischen Öllieferungen ist eine Herausforderung, die die Slowakei nicht alleine bewältigen kann.
Die Berichterstattung über die Druschba-Pipeline war zuletzt geprägt von Unsicherheiten. Nach Angaben aus der Ukraine wurde die Pipeline durch russische Drohnenangriffe beschädigt, obwohl Ungarn und die Slowakei dies bezweifeln. Interessanterweise hat Ungarn kürzlich die Parlamentswahl verloren, was die Wiederaufnahme der Erdöllieferungen über die Druschba-Pipeline durch die Ukraine erleichtert hat. Ein weiterer Schritt, um den Treibstoffmangel in der Slowakei zu entschärfen.
Die EU und ihre Rolle in der Energiekrise
Die Entwicklungen in der Slowakei stehen nicht isoliert da. Die EU hat sich dazu entschlossen, enger zusammenzuarbeiten, um die Energiekrise zu bewältigen. Die Kommission hat bereits Maßnahmen vorgestellt, die darauf abzielen, die gestiegenen Öl- und Gaspreise zu koordinieren. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Kosten für den Import fossiler Brennstoffe um sage und schreibe 24 Milliarden Euro gestiegen! Das ist schon eine Hausnummer.
Die Mitgliedsländer haben individuelle Maßnahmen beschlossen, um Verbraucher und Unternehmen zu entlasten. Ursula von der Leyen hat einen „Aktionsplan zur Elektrifizierung“ angekündigt, der bis zum Sommer in Kraft treten soll. Ziel ist es, den Übergang zu heimischen, sauberen Energien zu beschleunigen – ein Thema, das mehr denn je im Fokus steht. Steuererleichterungen für Wärmepumpen, Solaranlagen und Elektroautos stehen dabei ganz oben auf der Liste.
Aber nicht alle sind mit den Vorschlägen zufrieden. Greenpeace hat die Maßnahmen als unzureichend kritisiert und fordert eine Besteuerung der Gewinne von Öl- und Gasunternehmen. Ein eindringlicher Hinweis darauf, dass die Krise nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale Dimensionen hat. EU-Kommissar Dan Jørgensen hat zudem gewarnt, dass das Ausmaß und die Dauer der Krise nicht abzuschätzen sind. Die Unsicherheit bleibt, und die Zeit wird zeigen, wie die Länder der EU darauf reagieren.