Am Donnerstagabend, als die Sonne in Deutschland langsam hinter den Horizont verschwand, landete Carles Martínez Novell, der neue Cheftrainer von Bayer Leverkusen, am Kölner Flughafen. Der Eurowings-Flug EW 523 aus Barcelona hatte eine Flugzeit von 119 Minuten, aber die Ankunft verzögerte sich um 32 Minuten – so sahen die Uhren 23:17 Uhr. Ein wenig verspätet, aber voller Vorfreude auf die neue Herausforderung, wurde er von Bayers Integrationsbeauftragten Carlos Sobarzo abgeholt.

Die offizielle Vorstellung steht bereits am Freitag um 12 Uhr in der BayArena auf dem Programm. Ein aufregender Moment für den 42-jährigen Spanier, der schon viele Erfahrungen gesammelt hat, aber jetzt in Leverkusen den nächsten Schritt wagen möchte. Zuvor hatte Martínez drei Jahre beim FC Toulouse geleitet, wo er in 120 Pflichtspielen 44 Siege, 30 Remis und 46 Niederlagen verbuchte. Ein Punkteschnitt von 1,35 könnte für die Verantwortlichen in Leverkusen ein gutes Omen sein.

Ein neuer Anfang

Sein Vorgänger, Kasper Hjulmand, hatte Bayer nach einem holprigen Start in die Saison übernommen, aber die Rückrunde verlief enttäuschend und das Team verpasste die Champions-League-Qualifikation. Hjulmand wurde während der laufenden Saison immer mehr in Frage gestellt. Bei Martínez hingegen haben die Geschäftsführer Fernando Carro und Simon Rolfes großes Vertrauen in seine Fähigkeiten als modernen Trainer. Die Neuverpflichtung zeigt, dass Leverkusen bereit ist, frischen Wind ins Team zu bringen.

Martínez wird nun in den kommenden Tagen intensiv den Kader für die kommende Saison planen. Die Sommervorbereitung beginnt mitten im Juli, und schon am 18. Juli steht das erste Testspiel gegen die SF Baumberg an. Darauf folgen weitere Matches gegen Kickers Offenbach, Carl-Zeiss Jena und FC Sevilla, allesamt in der heimischen BayArena. Ein straffes Programm, das keine Zeit für lange Eingewöhnungsphasen lässt.

Ein Blick in die Vergangenheit

Martínez, der keine Profifußballkarriere hinter sich hat, begann seine Laufbahn in den Jugendabteilungen des FC Barcelona und Espanyol Barcelona. Seine Trainerkarriere führte ihn sogar bis nach Katar und Kuwait, wo er als Jugendtrainer tätig war. In der letzten Saison war er Co-Trainer unter Philippe Montanier bei Toulouse und führte das Team auf den neunten Platz in der Ligue 1. Ein bemerkenswerter Erfolg, der ihm nun den Sprung zu Bayer Leverkusen ermöglicht.

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Doch was sucht Martínez wirklich? Er möchte einen Verein finden, bei dem er sich wiederfinden kann, und betont, dass ein gutes Arbeitsumfeld für ihn wichtiger ist als Gehalt und Projekttitel. Ein kluger Ansatz, gerade in der hektischen Welt des Fußballs, wo der Druck oft zu groß wird und die Arbeit im Team entscheidend ist. Mit einem Zweijahresvertrag ausgestattet, hat er die Möglichkeit, in Leverkusen etwas Aufregendes zu schaffen.

Die kommenden Wochen werden für Martínez und das Team entscheidend sein. Die Frage bleibt, ob er die Erwartungen erfüllen kann und Bayer Leverkusen wieder in die oberen Tabellenregionen führen wird. Die Fans warten gespannt auf das, was kommt – und vielleicht wird es ja schon bald Grund zur Freude geben.