Heute ist der 19.06.2026, und in Leverkusen gibt es viel zu berichten über die „andere Familie“, wie Bayer Leverkusen seine Anhänger nennt. Das hat auch seine Gründe: Die stolzen Fans, die den Verein seit zwölf Jahren in guten wie in schlechten Zeiten begleiten, blicken auf eine aufregende Saison zurück. 2024 war Bayer mit dem Doublesieg in aller Munde. Jetzt hoffen viele auf eine Dauerkarte, um das Team noch näher zu erleben. Doch da gibt es einen kleinen Wermutstropfen: Der „Kurvenrat Leverkusen“ hat Bedenken, dass die Verbindung zwischen Verein und Fans auf der Strecke bleibt. Die Kritik an den vielen geheimen Trainingseinheiten wird lauter. Die Profis trainieren fast ausschließlich hinter verschlossenen Türen, was die Fans verunsichert.

Im Hinblick auf die Fans hat Sport-Boss Simon Rolfes die Sorgen erkannt. Er hat in einem Gespräch zugegeben, dass es in der vergangenen Saison zu viele geschlossene Einheiten gab. Um dem entgegenzuwirken, kündigte er an, dass in Zukunft wieder häufiger öffentliche Trainings angeboten werden sollen. Im Trainingslager, das vom 1. bis 7. August in Blankenhain, Thüringen, stattfindet, wird der Fokus zwar auf sportlicher Konzentration liegen, aber auch die Fans sollen die Möglichkeit haben, mit Spielern und dem Klub in Kontakt zu treten. Nur am 2. August ist eine Trainingseinheit für die Anhänger geöffnet. Das ist, ehrlich gesagt, nicht gerade berauschend, wenn man bedenkt, dass die Fans sich mehr Interaktion wünschen.

Ein Hype im Trainingslager

Um den Hype um Bayer 04 Leverkusen weiter zu befeuern, hat der Verein sein Trainingslager von Österreich in den Schwarzwald verlegt. Das Hotel Öschberghof bietet den Spielern ausgezeichnete Bedingungen. Simon Rolfes ist begeistert von der Qualität der Trainingsplätze. Am ersten Trainingstag waren immerhin rund 700 Fans vor Ort und haben das Geschehen verfolgt. Es ist schön zu sehen, wie die Fans in Scharen kommen, um ihre Helden zu unterstützen. Auch die Interaktion zwischen den Spielern und den Anhängern wird immer lebhafter. Florian Wirtz, der gefragteste Spieler, hat während des Trainings viele Trikots signiert, während andere Spieler, naja, ein bisschen abweisend waren. Vielleicht war das einfach zu viel Trubel für sie, wer weiß?

Die Trainer, allen voran Xabi Alonso, geben während der Einheiten intensive Anweisungen. Das Training konzentriert sich auf das Überspielen von Pressinglinien und den Aufbau aus der Defensive. Rolfes hebt hervor, dass sich das Team weiterentwickeln muss—neue Lösungen sind gefragt. Und das nächste Testspiel gegen den RC Lens steht auch schon vor der Tür. Die Vorfreude ist deutlich spürbar, und die bemühte Fan-Zentrierung wird spannend zu beobachten sein.

Forschung zur Fan-Zentrierung

In einem interessanten Zusammenhang steht eine Studie von Dr. Siemen Kampen-Schmidt und Kollegen, die sich mit der Fan-Zentrierung im Fußball auseinandersetzt. Sie zeigen auf, dass es eine Diskrepanz zwischen der Selbstwahrnehmung der Klubs und der Wahrnehmung der Fans gibt—die sogenannte „Fan Centricity Gap“. Klubs neigen oft dazu, ihre Bemühungen zur Fan-Zentrierung zu überbewerten, was zu einem Vertrauensverlust führen kann. In der Studie wurde festgestellt, dass eine realistische Sichtweise die Glaubwürdigkeit stärkt und das Engagement der Fans fördert. Das erinnert uns daran, dass weniger Selbstinszenierung und mehr Substanz gefragt sind. Die Dialogformate und Mitbestimmungsmöglichkeiten sind essenziell, um das Fan-Engagement zu sichern.

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Es bleibt abzuwarten, ob Bayer Leverkusen die richtigen Schritte macht, um die Verbindung zu seinen Fans zu stärken. Die Hoffnung ist groß, dass der Verein nicht nur in sportlichen Dingen glänzt, sondern auch bei der Pflege relations zu seinen Anhängern. Nur so kann die „andere Familie“ wirklich zusammenhalten und gemeinsam siegen. Wer weiß, vielleicht wird der nächste große Erfolg des Vereins auch das Ergebnis einer echten und ehrlichen Beziehung zwischen Fans und Klub sein. Das wäre doch die beste Motivation für alle Beteiligten!

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