Heute ist der 2. Juni 2026 und in Krefeld wird auf eine bewegte Vergangenheit zurückgeschaut. Vor 67 Jahren, im Mai 1959, fand das Schützenfest der Verberger Schützen statt, und ein historisches Pressefoto aus dieser Zeit wird nun präsentiert. Das Bild zeigt den Schützenzug, der auf der Zwingenbergstraße vorbeimarschiert, am ehemaligen „Gut Heyenbaum“. Es ist ein Fenster in die Vergangenheit, das uns die lebendige Tradition und das Gemeinschaftsgefühl der damaligen Zeit näherbringt.

Auf diesem Foto hat der talentierte Pressefotograf und Bildjournalist Karl Heinz Lengwenings, geboren am 10. Februar 1927, sein Können unter Beweis gestellt. Sein beruflicher Werdegang ist beeindruckend: Von 1954 bis 1965 war er als Pressefotograf bei der Neuen Rhein/Neuen Ruhr Zeitung (NRZ) in Krefeld tätig. Anschließend arbeitete er bis 1970 als Bildjournalist für die Westdeutsche Zeitung (WZ). Ab 1970 übernahm er die Leitung der Stadtbildstelle – dem späteren Presseamt – der Stadt Krefeld, wo er bis zu seinem Ruhestand 1989 die fotografische Dokumentation nahezu aller gesellschaftlichen, kulturellen und sportlichen Ereignisse in Krefeld verantwortete. So hielt er nicht nur Feste fest, sondern auch die besonderen Momente der Stadtgeschichte.

Ein Erbe an Bildern

Lengwenings‘ fotografisches Werk ist weit mehr als nur eine Sammlung von Bildern. Sein umfangreiches privates Archiv umfasst mehrere hunderttausend schwarz-weiß-Negative, insbesondere aus der Zeit von 1954 bis 1970. Diese Zeitzeugen sind nicht nur für Historiker von Bedeutung, sondern auch für jeden, der die Atmosphäre und das Leben in Krefeld damals nachempfinden möchte. Viele seiner Fotografien sind heute im offiziellen Archiv der Stadt Krefeld zu finden. Es ist beeindruckend, wie viel er dokumentiert hat – von gesellschaftspolitischen Ereignissen bis hin zu kulturellen Festen.

Ein besonderer Dank gebührt Peter Lengwenings, dem Sohn von Karl Heinz, der sich um die Aufarbeitung und Präsentation des fotografischen Nachlasses kümmert. In der Serie „Krefeld-Impressionen in s/w“ bringt er die Vergangenheit zurück ins Licht und sorgt dafür, dass die Erinnerungen nicht verblassen. Ein Meilenstein war das LokalKlick-Jubiläum, bei dem die 150. Ausgabe von „Krefeld-Impressionen in s/w“ am 15. Januar 2022 gefeiert wurde. Was für eine Feier der Erinnerung!

Digitale Zukunft des Stadtarchivs

Doch nicht nur die Vergangenheit ist von Bedeutung. Das Stadtarchiv Krefeld hat die Digitalisierung als zentrales Arbeitsfeld erkannt. Mit Projekten zur digitalen Aktenführung und der Digitalisierung von Massenakten wird die Geschichte der Stadt einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die digitalisierten Archivalien sind online verfügbar und ermöglichen es, durch die Geschichte Krefelds zu stöbern, ohne das Haus zu verlassen. Das Archiv beteiligt sich auch an einem Langzeitarchiv für digitale Unterlagen, was die Nutzung und Zugänglichkeit der Bestände erheblich verbessert.

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Ein spannendes Projekt zur Digitalisierung sind die Niederschriften der Vertretungskörperschaften Krefelds, die von 1826 bis 1988 reichen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat dies im Dezember 2018 bewilligt, und es umfasst 262.000 Einzelblätter. Das ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern auch eine kulturelle, denn diese Dokumente sind Teil des Gedächtnisses der Stadt.

Krefelds Geschichte wird nicht nur in Akten und Protokollen festgehalten. Der Fotograf Axel Gayk, der von den 1950er Jahren bis 2001 das öffentliche Leben der Stadt dokumentierte, hat mit seinen rund einer Million Negativaufnahmen ebenfalls ein wichtiges Erbe hinterlassen. Auch seine Bilder werden digitalisiert, um den nachfolgenden Generationen einen Einblick in das pulsierende Leben Krefelds zu ermöglichen.

So blickt Krefeld nicht nur auf seine Vergangenheit, sondern gestaltet auch aktiv seine digitale Zukunft. Während die Erinnerungen an das Schützenfest und die Arbeiten von Karl Heinz Lengwenings lebendig bleiben, wird durch die Digitalisierung eine Brücke zur nächsten Generation geschlagen. Es ist ein dynamischer Prozess, der zeigt, wie wichtig es ist, unsere Geschichte zu bewahren und sie gleichzeitig für alle zugänglich zu machen.