In Köln, wo die Kunstszene pulsiert und die Geschichte spürbar ist, erinnert man sich an einen ganz besonderen Tag: Am 12. Mai wäre August der Starke 356 Jahre alt geworden. Ein Name, der in der Kunstwelt und darüber hinaus nicht nur in Sachsen, sondern weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt ist. Der Kurfürst Friedrich August I. von Sachsen, wie er offiziell hieß, begann im zarten Alter von 17 Jahren, Kunst zu sammeln. Sein Ziel? Dresden zum strahlenden Kunst- und Kulturzentrum zu formen. Was für eine Vision!
Mit 52 Jahren, nach gut drei Jahrzehnten der Sammlung, ließ er seine Werke inventarisieren – ein Unterfangen, das ganze sechs Jahre dauerte. Die Zählung ergab eine beeindruckende Zahl von 3592 Kunstwerken. Viele dieser Meisterwerke sind heute im Dresdner Schloss und in der renommierten Gemäldegalerie zu bewundern. Und nun, in Köln, wird die Erinnerung an diesen großen Sammler lebendig. Das Kölner Auktionshaus Van Ham hat sich auf die Fahnen geschrieben, gleich drei Werke zu versteigern, die August zwischen 1722 und 1727 sammelte.
Die Auktion in Köln
Die Auktion verspricht einige echte Schätze. Ein Allegorisches Gemälde von Frans Francken des Jüngeren wird mit 30.000 bis 40.000 Euro angesetzt – das könnte sicher das Herz eines jeden Kunstliebhabers höherschlagen lassen! Auch eine italienische Landschaft von Cornelis van Poelenburgh, die mit 3.000 bis 6.000 Euro ausgestartet wird, lässt die Sehnsucht nach italienischen Sonnenuntergängen aufkommen. Und wie wäre es mit der Darstellung der Mariä Himmelfahrt von Vincenzo Spisanelli, die zwischen 4.000 und 8.000 Euro zu haben ist? Kein Schnäppchen, aber das ist Kunst!
Das teuerste Los der Auktion ist ein Porträt eines vornehmen Herren von Michiel Sweerts, das auf 200.000 bis 400.000 Euro geschätzt wird. Ein echter Hingucker, der sicherlich viele Blicke auf sich ziehen wird. Und das ist noch längst nicht alles! Auch Werke wie „Hirschjagd“ von Nicolaes Pietersz Berchem (50.000 bis 80.000 Euro) und ein Tiergemälde von Jan van Kessel dem Älteren (15.000 bis 20.000 Euro) versprechen spannende Momente. Sogar Albrecht Dürers Kupferstich „Ritter, Tod und Teufel“ aus dem Jahr 1513 wird erwartet, mit einem Preis von 40.000 bis 60.000 Euro. Die Gesamte Auktionserwartung? Rund 1,3 Millionen Euro – das ist doch ein Wort!
Ein Blick in die Vergangenheit
Die Bedeutung von August der Starke geht weit über seine Kunstsammlung hinaus. Unter seiner Herrschaft wurden zahlreiche Museen in Dresden gegründet, darunter die Gemäldegalerie, die Skulpturensammlung und das berühmte Grüne Gewölbe. Dieses Schatzkammermuseum gilt als ein Monument seines Ruhmes als Sammler und Herrscher. In der Tat schuf er eine Sammlung des Spätbarock, die einzigartig und weitgehend erhalten ist. Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde sie schließlich rekonstruiert und wieder eröffnet – ein echtes Wunder!
Für all jene, die mehr über August der Starke und seine Leidenschaft für die Kunst erfahren möchten, gibt es bald die Möglichkeit, an einem Vortrag teilzunehmen. Prof. Dr. Dirk Syndram, Direktor des Grünen Gewölbes, wird zusammen mit weiteren Experten die Sammlungspräsentation und die Intention des Sammelns beleuchten. Der Eintritt ist frei, aber eine Anmeldung ist erforderlich. Ein kleiner Hinweis: Die Veranstaltung findet im me Collectors Room in Berlin statt – ein spannender Ort, um mehr über die Kunst und ihren Wert zu lernen!
Wer hätte gedacht, dass die Vergangenheit so lebendig wird, wenn man sich mit der Kunstgeschichte beschäftigt? Ob in Köln oder Dresden, August der Starke bleibt ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Kunst und Kultur. Und das alles, während die Auktion ihre Türen öffnet und die Sammler in gespannter Erwartung auf die Werke blicken, die einst in den Hallen von Dresden glänzten.