Aufzugssicherheit: Was Sie über Mängel und Risiken wissen sollten
Heute ist der 29.06.2026 und ich möchte mal über ein Thema sprechen, das jeden von uns betreffen kann: Aufzüge. Wer von uns hat nicht schon einmal in einem steckengebliebenen Aufzug gesessen? Die Vorstellung, da gefangen zu sein, ist für viele nicht gerade angenehm. Aber wie oft passiert das eigentlich wirklich? Statistisch gesehen bleibt der Fahrstuhl nur bei einer von 300.000 Fahrten stecken. Das klingt auf den ersten Blick beruhigend, aber die Zahlen sind nicht ganz so einfach. Eine Auswertung, die auf 1,25 Milliarden Fahrten mit etwa 20.000 Anlagen in Deutschland basiert, zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit des Steckenbleibens je nach Gebäudehöhe variiert. In einem Gebäude mit 2 bis 4 Geschossen sind es 0,48 Fälle je 100.000 Fahrten, während es bei 10 bis 12 Geschossen nur 0,21 Fälle sind. Hydraulikaufzüge sind hierbei anfälliger als ihre Kollegen mit Seilzügen – auch das ist gut zu wissen!
Wussten Sie, dass vor allem Aufzugsanlagen aus den Jahren 1975 bis 1989 häufiger von Problemen betroffen sind? Wenn man tatsächlich im Aufzug stecken bleibt, sollte man Ruhe bewahren und Hilfe per Knopfdruck anfordern. Keine Sorge, die Atemluft wird nicht knapp! Versuche, sich selbst zu befreien, wie das Aufdrücken der Türen oder das Klettern aus der Kabine, sind nicht nur gefährlich, sondern können auch schlimme Folgen haben.
Sicherheitslage der Aufzüge in Deutschland
Der TÜV-Verband hat kürzlich den Anlagensicherheitsreport 2025 in Berlin vorgestellt. Die Sicherheit von Aufzügen in Deutschland ist zwar insgesamt hoch, aber die Zahlen zeigen, dass etwas mehr als jeder zehnte Aufzug erhebliche bis gefährliche Mängel aufweist. Genauer gesagt, 10,8 Prozent der geprüften 723.270 Aufzüge hatten erhebliche Mängel, und 0,8 Prozent wiesen sogar gefährliche Mängel auf. Diese Mängel, die von gesetzlichen Sicherheitsprüfungen erfasst werden, können alles Mögliche sein – von Brüchen an Tragmitteln bis hin zu Brandgefahr durch Verschmutzungen. Besonders in Bahnhöfen liegt der Anteil erheblicher Mängel bei 14,8 Prozent, was über dem Bundesdurchschnitt ist.
In Großstädten wie Stuttgart, Hamburg und Berlin ist die Mängelquote alarmierend hoch. Im Vergleich dazu schneiden Städte wie Leipzig und Frankfurt besser ab und liegen unter dem Durchschnitt. Es ist also nicht ganz gleich, wo man sich aufhält, wenn man in einen Aufzug steigt.
Die Herausforderungen der modernen Technik
Die Sicherheitstechnik hat sich seit den 70er Jahren weiterentwickelt, aber auch neue Herausforderungen sind aufgetaucht. Geopolitische Krisen und Cyberangriffe machen die Überwachung technischer Anlagen zunehmend komplexer. Der Anlagensicherheitsreport für 2026 hebt hervor, dass 76,3 Prozent der Aufzugsanlagen 2025 mangelbehaftet waren – ein historischer Höchststand! Typische Mängel sind verschlissene Tragseile, ausgefallene Notrufsysteme und defekte Türverriegelungen. Diese Defizite in der Cybersicherheit erhöhen das Risiko, dass Aufzüge nicht nur mechanisch, sondern auch digital in die Bredouille geraten.
Um die Sicherheit zu verbessern, sind jährliche Haupt- und Zwischenprüfungen durch unabhängige Prüforganisationen unerlässlich. Betreiber sind dafür verantwortlich, die Termine im Blick zu behalten. Hier kommt der TÜV Rheinland ins Spiel, der mit regelmäßigen Prüfungen sicherstellt, dass die Aufzüge in einem einwandfreien Zustand sind. Eine Prüfplakette im Fahrkorb zeigt das Datum der nächsten fälligen Prüfung an – so bleibt man auf dem Laufenden.
Das Thema Aufzugssicherheit ist also vielschichtig und betrifft uns alle. Es lohnt sich, einen genaueren Blick darauf zu werfen und sich über die Mängel und deren Folgen bewusst zu werden. Schließlich kann jeder von uns einmal in die Lage kommen, auf die Hilfe von Technik angewiesen zu sein – und darauf sollte man vertrauen können.
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