In Hagen hat sich der Krankenstand im Jahr 2025 leicht verbessert und liegt nun bei 7,8 Prozent, was einem Rückgang von 8,2 Prozent im Vorjahr entspricht. Dennoch sind die durchschnittlichen Fehlzeiten pro Beschäftigten mit 28,5 Tagen nach wie vor über dem langjährigen Niveau. Dies ist besonders alarmierend, da der bundesweite Krankenstand historisch hoch ist und um die sieben Prozent beträgt, beeinflusst durch anhaltende Infektionswellen und steigende psychische Belastungen.

Ein wachsenden Anteil der Fehltage in Hagen ist auf Langzeiterkrankungen zurückzuführen. Über ein Drittel, konkret 35,6 Prozent, der Krankheitsfälle entfallen auf Erkrankungen, die länger als sechs Wochen andauern. Die Hauptursache für Krankmeldungen sind Atemwegserkrankungen, die mit 28,3 Prozent an der Spitze stehen, gefolgt von Muskel- und Skeletterkrankungen (16,2 Prozent), Verdauungserkrankungen (6,7 Prozent) und Verletzungen (4,9 Prozent).

Branchenunterschiede und Herausforderungen

Besonders auffällig ist der höchste Krankenstand im verarbeitenden Gewerbe, der bei 9,7 Prozent liegt. Hier sind körperliche Belastungen, Schichtarbeit und der Druck der Produktionsabläufe als Hauptfaktoren zu nennen. Im Gegensatz dazu verzeichnet die Land- und Forstwirtschaft den niedrigsten Krankenstand mit lediglich 6,1 Prozent. Diese Unterschiede zeigen sich auch in der durchschnittlichen Krankheitsdauer, die bei 10,5 Tagen je Fall liegt.

Die Ursachen für die anhaltend hohen Krankenstände sind vielfältig. Der Wandel in der Arbeitswelt, geprägt von Digitalisierung, Fachkräftemangel und einer zunehmenden Arbeitsverdichtung, führt zu einem steigenden Druck auf die Beschäftigten. Dies geht Hand in Hand mit einer Zunahme psychischer Belastungen, die in den Gesundheitsdaten deutlich sichtbar wird.

Empfehlungen zur Verbesserung

Um der besorgniserregenden Entwicklung entgegenzuwirken, empfiehlt die AOK ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Dieses soll dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen nachhaltig zu verbessern und eine positivere Führungskultur zu etablieren. Denn die Gesundheit der Beschäftigten ist nicht nur für deren Wohlbefinden entscheidend, sondern hat auch direkte Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und den wirtschaftlichen Erfolg der Betriebe.

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Eine umfassende Forschungsstudie des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) untersucht die Zusammenhänge zwischen der Arbeitsqualität und dem wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Diese Längsschnittstudie, die seit 2012 durchgeführt wird, legt einen besonderen Fokus auf die Gesundheit der Beschäftigten, insbesondere die psychische Gesundheit, deren Bedeutung durch die Corona-Pandemie nochmals verstärkt wurde. Der Bericht „Physische und Psychische Gesundheit in deutschen Betrieben“ analysiert die Veränderungen zwischen 2013 und 2021 und betrachtet diese aus der Perspektive der Beschäftigten.

Insgesamt wird deutlich, dass es in Hagen und darüber hinaus an der Zeit ist, die Gesundheit der Mitarbeiter als eine wichtige Ressource zu begreifen und aktiv zu fördern. Nur so können Unternehmen nicht nur den Krankenstand senken, sondern auch die Zufriedenheit und Motivation ihrer Beschäftigten langfristig steigern.