Gütersloh im Schwimm-Dilemma: Sprungturm oder Flickschusterei?
In Gütersloh brodelt es zurzeit gewaltig – und das nicht nur wegen der sommerlichen Temperaturen. Die Stadt hat beschlossen, sich um Fördermittel des Bundes für das Nordbad zu bewerben. Ein einstimmiger Beschluss der Ratsfraktionen, und das ist ja schon mal ein Zeichen, dass alle an einem Strang ziehen wollen. Aber wie es oft so ist, gibt es auch hier verschiedene Meinungen. Sollte der Antrag erneut scheitern, wird die Ausbauvariante auf den Prüfstand gestellt. Eine Mehrheit aus CDU, Grünen, BfGT und FDP hat das durchgesetzt. Sie wollen herausfinden, ob man bei den Sanierungskosten für den Sprungturm vielleicht etwas sparen kann. Die SPD, AfD und Linke hingegen sind der Meinung, dass der Sprungturm unverzichtbar ist – ein echtes Streitthema, das die Gemüter erhitzt.
Volker Richter von der SPD hat sich dazu schon geäußert und warnt vor einer möglichen „Flickschusterei“. Sportdezernent Henning Matthes hingegen blickt optimistisch nach Berlin und erwartet bis Ende September eine Reaktion auf den Förderantrag. Die Kosten für die Sanierung des Bades, inklusive des Sprungturms, sind mittlerweile auf stolze 15,1 Millionen Euro gestiegen – das sind 3,4 Millionen Euro mehr als ursprünglich veranschlagt. Die Stadt hofft auf einen Zuschuss von 45 Prozent, also rund 6,79 Millionen Euro, was den kommunalen Eigenanteil auf mindestens 8,3 Millionen Euro drücken würde.
Ein Blick in die Zukunft des Nordbades
Die Sanierung selbst ist für die Jahre 2027 und 2028 geplant, mit einer Wiedereröffnung im Jahr 2029. Das klingt nach einer langen Durststrecke für die Schwimmfreunde in Gütersloh. Aktuell ist der Sprungturm gesperrt, und auch der Nichtschwimmerbereich sowie das Planschbecken sind seit 2025 nicht mehr nutzbar. Das hat sich natürlich auch auf die Besucherzahlen ausgewirkt – die sind von 145.000 im Jahr 2024 auf nur noch 121.000 im Jahr 2023 gesunken. Ein Grund mehr, warum die Grünen kürzlich einen Antrag gestellt haben, die Eintrittspreise für die aktuelle Saison zu senken. Immerhin ist das Bad nur eingeschränkt nutzbar. Ein Vorschlag, mit dem die Stadtwerke ein Modell für reduzierte Preise entwickeln sollen, das bis zur vollständigen Schließung des Bades gelten könnte.
Und hier kommt der Punkt: Aktuell gibt es keinen Nachlass auf die Eintrittspreise, dafür aber eine „Sommer-Bonuskarte“ für die Welle. Ein bisschen schade, denn viele würden sich sicher über etwas Erleichterung freuen. Die Stadt hat bereits dreimal versucht, Bundesmittel zu beantragen, sieht aber die Erfolgsaussichten diesmal als verbessert an – ein Lichtblick in der ganzen Misere. Der Kostenanstieg wird übrigens durch eine Neubewertung und Plausibilitätsprüfung der Projektunterlagen begründet. Schade um die Zeit, die man dafür aufbringen muss, aber vielleicht führt es ja zu einem besseren Ergebnis.
Bundesmittel für Schwimmbäder
Übrigens, das BBSR hat für den 6. und 7. Mai 2026 digitale Informationsveranstaltungen zum aktuellen Projektaufruf 2026 des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ angekündigt. Es geht um die Bereitstellung von 250 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder. Die Stadt Gütersloh könnte von diesem Topf profitieren, wenn sie ihre Interessen rechtzeitig anmeldet. Das Thema ist nicht nur für Gütersloh von Bedeutung – auch andere Kommunen sind aufgerufen, sich zu beteiligen und ihre Projektideen einzureichen. Wer also Interesse hat, sollte sich registrieren und die Chance nutzen!
In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, wie sich die Situation rund um das Gütersloher Nordbad weiterentwickeln wird. Es bleibt spannend, und wir sind gespannt auf die nächsten Schritte. Wer weiß, vielleicht wird das Nordbad schon bald wieder zu einem lebendigen Ort, an dem das Wasser spritzt und die Menschen fröhlich lachen. Aber für den Moment heißt es abwarten und Tee trinken – oder in diesem Fall vielleicht eher Wasser!
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