In Euskirchen hat sich in den letzten Jahren einiges getan – besonders wenn man an die verheerenden Hochwasserereignisse im Juli 2021 denkt. Fünf Jahre sind seitdem vergangen, und die Zuckerfabrik Pfeifer & Langen hat die Herausforderungen der Naturgewalt nicht nur gemeistert, sondern ist gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Die Rückkehr zur Normalität begann weniger als drei Monate nach der Flut, als am 5. Oktober 2021 die Rübenkampagne startete. Was für ein mutiger Schritt!

Die Flut hatte das 30 Hektar große Betriebsgelände der Fabrik mit Wasserständen von bis zu 1,60 Metern stark überschwemmt. Das war ein echter Schock für die Mitarbeiter und das gesamte Unternehmen. Standortleiter Dirk Oswald sprach von einer „Mammutleistung“, die das Unternehmen und die umliegenden Landwirte sowie externe Firmen vollbrachten, um die Fabrik wieder auf die Beine zu stellen. 800 Pumpen und Motoren wurden instandgesetzt, und der alte Damm wurde stabilisiert und verlängert. Ein wirklich beeindruckendes Beispiel dafür, wie Gemeinschaft funktioniert!

Von der Krise zur klimaneutralen Produktion

Der Gesamtschaden belief sich auf knapp zehn Millionen Euro, aber immerhin wurden 56 Prozent dieser Summe von der NRW-Bank ersetzt. Die positive Nachricht: Die Zuckerfabrik plant eine klimaneutrale Produktion bis 2040 an allen 26 europäischen Standorten. Vor der Flut hatte bereits der Einsatz erneuerbarer Energien begonnen, und 2023 wurden Holzpellets anstelle von Braunkohle verwendet. Ein Schritt in die richtige Richtung, könnte man sagen!

Doch die Herausforderungen sind noch lange nicht überwunden. Oswald betonte die Notwendigkeit verlässlicher energiepolitischer Rahmenbedingungen und Preise für die Transformation zur stromgeführten Industrie. Außerdem stellte er fest, dass das Werksgelände nicht groß genug für Windkraft und Stromspeicher sei, und der grüne Wasserstoff für die Produktion momentan einfach zu teuer ist. Da bleibt noch viel zu tun, um die ehrgeizigen Ziele zu erreichen.

Wissenschaftliche Erkenntnisse für die Zukunft

Parallel dazu läuft das KAHR-Projekt, das die Hochwasser-Katastrophe von 2021 analysiert und aus ihr lernen möchte. Mit einer Laufzeit von November 2021 bis Februar 2025 hat das Projekt das Ziel, resilientere Strukturen zu schaffen. Ein frei zugängliches Fachbuch mit dem Titel „Die Flutkatastrophe 2021 – Vom Wiederaufbau zur Klimaresilienz“ wird die Ergebnisse zusammenfassen. Es enthält 23 Kapitel von Verbundpartnern und Co-Autor:innen und bietet politische Entscheidungsträger:innen, Planer:innen und betroffenen Bürger:innen wertvolle Empfehlungen. Schließlich müssen wir alle aus der Vergangenheit lernen, um für die Zukunft gewappnet zu sein!

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Das Buch, herausgegeben von Jörn Birkmann und anderen, ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines integrierten Hochwasserrisikomanagements. Es zeigt auf, wie physische, soziale und wirtschaftliche Folgen des Hochwassers in den Blick genommen werden müssen. Wenn wir als Gesellschaft resilienter werden wollen, ist es unerlässlich, solche Herausforderungen offen zu diskutieren und Lösungen zu finden.

Euskirchen steht nach wie vor unter dem Eindruck der Hochwasserkatastrophe, doch die Anstrengungen, die Situation zu verbessern, sind unübersehbar. Die Zuckerfabrik Pfeifer & Langen hat bewiesen, dass mit Entschlossenheit und Gemeinschaftsgeist viel erreicht werden kann. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Lektionen auch wirklich in einem effektiven Hochwasserrisikomanagement münden.

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