Am 9. Mai 2026 erlebten rund 150 Schülerinnen und Schüler der Marienschule Euskirchen eine bewegende Geschichtsstunde, die in die Herzen und Köpfe der Jugendlichen eindrang. Zu Gast waren zwei Zeitzeugen aus Hamburg, Barbara Brix und Bernhard Esser, die mit ihren eindringlichen Geschichten die dunkle Vergangenheit der NS-Zeit beleuchteten. Schulleiter Michael Mombaur begleitete die Veranstaltung und sorgte dafür, dass die Stimmen der Zeitzeugen auch wirklich gehört wurden.

In den zwei Tagen, die die Veranstaltung umfasste, erhielten die Schüler nicht nur einen historischen Einblick, sondern auch eine menschliche Perspektive auf die Geschehnisse, die sich vor vielen Jahrzehnten abspielten. Bernhard Esser, 82 Jahre alt, ließ die Anwesenden in die tragischen Erlebnisse seiner Familie eintauchen. Er erzählte von der Verfolgung seiner kommunistischen Familie durch die Nationalsozialisten. Eine Geschichte, die einen förmlich den Atem stocken lässt: Sein Vater wurde verhaftet, gefoltert und überlebte schließlich das Konzentrationslager Neuengamme. Und als ob das nicht genug wäre, wurde sein Onkel Alwyn im KZ Fuhlsbüttel ermordet. Die Betroffenheit im Raum war spürbar, als Esser eindringlich an die Jugendlichen appellierte, wachsam zu bleiben und die Demokratie aktiv zu verteidigen.

Erinnerungen, die berühren

Barbara Brix, eine ehemalige Lehrerin, teilte ihr eigenes Kreuz mit der Geschichte – die ihres Vaters, Dr. Peter Kroeger, der als Arzt einer SS-Einheit in den besetzten Ostgebieten tätig war. Diese Einheit war an unvorstellbaren Massenverbrechen beteiligt, darunter das Massaker von Babyn Jar. Brix sprach offen über den schwierigen Umgang mit der Erkenntnis, dass ihr eigener Vater in solch abscheuliche Taten verwickelt war. Es war ein ehrlicher und schmerzhafter Moment, in dem sie die Komplexität der Vergangenheit ansprach, die sich bis in die Gegenwart zieht. Beide Zeitzeugen betonten, dass das Erinnern nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Notwendigkeit ist, um der Jugend die Wichtigkeit der Demokratie nahezubringen.

Nach den Vorträgen hatten die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Viele nutzten die Gelegenheit für persönliche Gespräche mit den Zeitzeugen und betrachteten Familienfotos, die eine Verbindung zu den Erzählungen herstellten. Diese Momente des Austausches waren nicht nur lehrreich, sondern gaben auch Brix und Esser Kraft, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen. „Es geht uns um das Erinnern und die Sensibilisierung junger Menschen für die Werte der Demokratie“, erklärten beide unisono.

Ein starkes Netzwerk

Die Veranstaltung wurde nicht nur von der Marienschule organisiert, sondern auch vom Rotary Club Euskirchen und dem Rotary Club Euskirchen-Burgfey sowie der Bildungsakademie Vogelsang IP unterstützt. So entstand ein starkes Netzwerk, das sich für die Aufklärung und das Erinnern an die Schrecken der Vergangenheit einsetzt. Solche Initiativen sind unverzichtbar, um die Lehren aus der Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. In einer Zeit, in der Populismus und Extremismus wieder auf dem Vormarsch sind, ist es wichtiger denn je, dass junge Menschen sich mit ihrer Geschichte auseinandersetzen und bereit sind, für die Werte einer demokratischen Gesellschaft zu kämpfen.

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