In Euskirchen ist es wieder einmal soweit – die Stadt wird mit einer Flut von Aufklebern konfrontiert, die den öffentlichen Raum verschandeln. Besonders an Verkehrsschildern, Lampenmasten und Mülleimern kleben die bunten Sticker, die oft einen direkten Bezug zum 1. FC Köln haben. Man könnte meinen, die Stadt sei ein Schaufenster für die kreative Ader einiger Fußballfans. Aber nicht jeder sieht das so. Jürgen Wittler aus Kirchheim äußert seinen Unmut über die klebrige Werbung, die nicht nur in der Kernstadt, sondern auch in den Ortsteilen und entlang der Landstraßen zu finden ist. „Ob der FC diese Form der Werbung gutheißt?“, fragt er sich. Eine berechtigte Frage, denn die Aufkleber scheinen ein großes Problem darzustellen.

Der Landesbetrieb Straßen NRW zieht ein ernstes Fazit: Aufkleber an Verkehrszeichen sind nicht nur unschön, sondern auch gefährlich. Torsten Gaber, Pressesprecher der Regionalniederlassung Ville-Eifel, weist darauf hin, dass nicht rückstandslos ablösbare Aufkleber den Austausch von Verkehrszeichen nötig machen. Und das kostet Geld – viel Geld. Wenn Aufkleber die Lesbarkeit der Schilder beeinträchtigen, müssen die Technischen Dienste ran und die Schilder reinigen. Die Stadtverwaltung von Euskirchen hat bereits einen Anstieg der Meldungen über Aufkleber festgestellt, mit schätzungsweise zehn bis fünfzehn Meldungen pro Woche. Die Hauptquelle dieser Meldungen? Das Personal der Verkehrsaufsicht, das sich täglich mit den Folgen dieser klebrigen Plage auseinandersetzen muss.

Sticker-Flut in Euskirchen

Die Situation in Euskirchen ist kein Einzelfall. Auch in Thüringen kämpfen viele Kommunen mit einer ähnlichen Sticker-Flut. Städte wie Jena, Erfurt und Weimar haben bereits seit Jahren mit den unerwünschten Aufklebern zu kämpfen. In Jena beispielsweise wird geschätzt, dass zwischen einem Drittel und einem Viertel aller Verkehrszeichen beklebt sind. Das führt zu jährlichen Kosten von 25.000 bis 50.000 Euro allein für die Entfernung der Sticker. In Weimar sind es wöchentlich bis zu zehn Aufkleber, die entfernt werden müssen. Und das ist kein Zuckerschlecken: Die Entfernung dauert meist mindestens eine Stunde und kostet etwa 50 Euro pro Stunde. Wer denkt da nicht an die öffentlichen Kassen?

Die meisten dieser Aufkleber stammen aus dem sportlichen Bereich – Fußball ist ein beliebtes Thema. In Erfurt kann sogar ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro für das Bekleben verhängt werden, doch die Verursacher werden selten gefasst. Währenddessen versuchen Kommunen, das Problem mit technischen Lösungen zu bekämpfen. In Weimar wurden Schilder mit Anti-Sticker-Folie versehen, und Gera nutzt Spezialbeschichtungen für Automaten. Doch die Suche nach einer effektiven und finanziell vertretbaren Lösung gestaltet sich schwierig.

Die Schattenseiten der Kleberei

In Euskirchen wird die Situation durch die zusätzlichen Farbschmierereien von Fans des 1. FC Köln nicht gerade besser. Grundstücksgrenzmauern, Fassaden und Stromkästen sind ebenfalls betroffen. Besonders schockierend war der Vorfall im Jahr 2023, als eine Mauer des jüdischen Friedhofs an der Frauenberger Straße mit Lackfarbe besprüht wurde. Solche Taten erfordern nicht nur Zeit, sondern auch erhebliche Ressourcen für die Reinigung. Ein weiterer Vorfall, der die Gemüter erhitzt, ist ein Aufkleber an einem Laternenmast in der Innenstadt, der zu Gewalt gegen den VfL Borussia Mönchengladbach aufstachelt – das geht einfach zu weit.

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Es bleibt abzuwarten, ob die Kommunen in Zukunft die Oberhand über diese klebrigen Probleme gewinnen können. Der Dialog zwischen Stadtverwaltung, Anwohnern und den kreativen Köpfen hinter den Aufklebern ist nötig, um eine Lösung zu finden, die den öffentlichen Raum für alle lebenswert hält und gleichzeitig die leidenschaftlichen Fußballfans nicht vergrault. Irgendwie ist das alles ein bisschen chaotisch, oder? Aber genau so ist das Leben in Euskirchen: voller Überraschungen und Herausforderungen.