In Euskirchen ist in den letzten Wochen einiges los gewesen. Die Kreispolizei hat eine strategische Fahndung durchgeführt, die über einen Zeitraum von sechs Wochen stattfand. Dabei wurden insgesamt 412 Personen und 158 Fahrzeuge kontrolliert. Das klingt zunächst nach viel, doch im Vergleich zu den Jahren 2024 und 2025, in denen durchschnittlich 720 Personen und 405 Fahrzeuge pro Maßnahme überprüft wurden, ist es ein Rückgang. Aber keine Sorge, die Polizei sieht das nicht als ein Zeichen von Nachlässigkeit, sondern eher als Resultat eines hohen Kontrolldrucks, der präventiv wirken soll.

Landrat Markus Ramers betont, dass die Präsenzkontrollen das Verhalten der Menschen im öffentlichen Raum positiv beeinflussen. Es ist also nicht nur eine Frage von Zahlen, sondern auch von Sicherheit und einem besseren Gefühl auf den Straßen. Ziel der Maßnahmen war es, Straftaten zu verhindern und die Sicherheit der Bürger zu erhöhen. Im Zuge der geplanten Kontrollen wurden insgesamt 87 Platzverweise ausgesprochen, was im Vergleich zu den rund 20 in den Vorjahren schon einen deutlichen Anstieg darstellt. Die Hälfte dieser Platzverweise, genau 62, entfielen auf einen tumultartigen Vorfall vor einer Shisha-Bar am 18. Mai, der nur dank des schnellen Eingreifens der Polizei in Schach gehalten werden konnte.

Kontrollen und Feststellungen

Die Polizeiarbeit während dieser Fahndung war vielfältig. Unter den kontrollierten Personen befand sich ein 16-Jähriger, der mit einem Teleskopschlagstock erwischt wurde – ein klarer Verstoß gegen das Waffengesetz. Es gab auch ernstere Verdachtsmomente: Ein 32-Jähriger wurde in seiner Wohnung und seinen Geschäftsräumen durchsucht, da er verdächtigt wurde, unerlaubt mit Cannabis zu handeln. Dabei wurden nicht nur Betäubungsmittel, sondern auch Waffen sichergestellt. Ein 28-Jähriger wurde beim mutmaßlichen Drogenhandel beobachtet, und ein 50-Jähriger landete aufgrund eines Haftbefehls wegen Diebstahl im Gefängnis. So viel zur Frage, wie intensiv die Polizei in Euskirchen im Einsatz ist.

Die Strategische Fahndung basiert auf dem Polizeigesetz Nordrhein-Westfalen und erlaubt es den Beamten, in kriminalitätsbelasteten Bereichen Kontrollen durchzuführen. An dieser Maßnahme waren die Kreispolizeibehörde Euskirchen und Beamte der Einsatzhundertschaft beteiligt, die gemeinsam mit dem Ordnungsamt, der Bahn-Sicherheit und der Bundespolizei patrouillierten. Diese „Quattro-Streifen“ sind nicht nur eine neue Maßnahme, sondern auch ein strategischer Ansatz, um problematische Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu handeln.

Hintergrund und Ausblick

Die Gründe für diese intensiven Kontrollen sind klar: Der Polizeipräsident Frank Hoever hat die Strategische Fahndung nicht ohne Grund angeordnet. Angesichts anhaltend hoher Fallzahlen im Taschendiebstahl und zunehmender Messerkriminalität ist es unerlässlich, präventiv zu handeln. Die Polizei hat die Ermächtigung, Anhalte- und Sichtkontrollen durchzuführen, auch ohne konkrete Verdachtsmomente. Auf diese Weise können Personen schnell angehalten, nach ihrer Identität befragt und mitgeführte Gegenstände sowie Fahrzeuge kontrolliert werden.

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Die Sicherheitslage wird weiterhin von der Kreispolizeibehörde genau beobachtet, und es ist zu erwarten, dass diese Maßnahmen auch in Zukunft fortgesetzt werden. In einer Zeit, in der das Gefühl der Sicherheit für viele ein zentrales Thema ist, ist es beruhigend zu wissen, dass die Polizei in Euskirchen aktiv daran arbeitet, das Sicherheitsgefühl der Bürger zu stärken und Straftaten vorzubeugen.

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