Die Preise für gesunde Ernährung in der Europäischen Union sind in den letzten Jahren regelrecht explodiert. Seit 2017 ist der Preis für einen ausgewogenen Lebensmittelkorb um fast 60 Prozent gestiegen. Wer denkt, dass gesunde Kost nur das Beste für den Körper ist, sieht sich leider auch mit einem steigenden Preis konfrontiert. Der Standardpreis von 2,51 Dollar (etwa 2,2 Euro) für diesen Lebensmittelkorb ist bis 2025 auf 3,97 Dollar (3,5 Euro) angestiegen. Das macht gesunde Ernährung in der EU teurer als im globalen Durchschnitt. Und wo bleibt da der Genuss an frischem Obst und knackigem Gemüse?

Das Problem ist nicht nur der gestiegene Preis. Ein Blick hinter die Kulissen der Agrarpolitik offenbart, dass Getreide und tierisches Eiweiß auf Kosten von Obst und Gemüse massiv überschüssig subventioniert werden. Vogerlsalat, ein kleiner aber feiner Bestandteil einer ausgewogenen Diät, bringt den Bauern kaum Einkünfte. Stattdessen fließen 82 Prozent der EU-Agrarsubventionen in Nahrungsmittel mit tierischem Bezug, was die gesamte Struktur der Lebensmittelproduktion beeinflusst. Die FAO definiert 2.330 Kilokalorien pro Tag als durchschnittlichen Energiebedarf, der eine ausgewogene Ernährung umfasst. Doch die Agrarpolitik der EU, die seit 1962 besteht, steht dem Ziel einer gesunden Ernährung im Weg.

Die Herausforderungen der EU-Agrarpolitik

Die massive Übersubventionierung der Viehzucht und des Getreideanbaus sorgt dafür, dass es für Landwirte wirtschaftlich unattraktiv bleibt, Gemüse und Obst anzubauen. In einer Zeit, in der wir mehr Wert auf eine ausgewogene Ernährung legen sollten, zeigt sich, dass Hülsenfrüchte und andere nahrhafte Lebensmittel durch das bestehende Subventionssystem aus dem Markt gedrängt wurden. Laut David Laborde von der FAO handelt es sich hier um eine indirekte Besteuerung gesunder Lebensmittel. Ein skurriles Dilemma, wenn man bedenkt, dass die EU jährlich 540 Milliarden Dollar an Agrarförderungen vergibt, von denen 70 Prozent an die Produktion bestimmter Produkte gebunden sind.

Die EU plant zwar eine Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), die ab 2028 gelten soll, doch die bisherigen Debatten im Europäischen Parlament zeigen wenig Bewegung in Richtung eines Umdenkens. Die Reform zielt darauf ab, die pauschalen Flächenprämien aufzubrechen und Zahlungen pro Hektar nach Betriebsgröße zu staffeln. Während die Direktzahlungen pro Hektar zwischen 130 und 240 Euro liegen sollen und mit der Betriebsgröße sinken, bleibt unklar, ob diese Maßnahmen tatsächlich die kleinen und ökologischen Betriebe unterstützen werden.

Ein Blick in die Zukunft

Die EU-Kommission schlägt vor, den eigenständigen Agrarhaushalt abzuschaffen und stattdessen einen großen Fonds für nationale und regionale Partnerschaftspläne zu schaffen. Insgesamt sollen rund 400 Milliarden Euro für die Landwirtschaft zur Verfügung stehen. Die Diskussion um die Abstaffelung der Zahlungen und eine Obergrenze von 100.000 Euro pro Betrieb wird weiterhin kontrovers geführt. Kritiker warnen vor einem Rückschritt in den Umweltstandards und befürchten, dass kleinere Betriebe ins Hintertreffen geraten könnten.

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Ursula von der Leyen hat sogar einen Vorschlag zur Vereinfachung der EU-Haushaltsstruktur vorgelegt, der möglicherweise weitreichende Konsequenzen für die Landwirtschaft hat. Der neue EU-Haushalt wird aus drei Töpfen bestehen, darunter ein Fonds für nationale und regionale Partnerschaften. Die finanzielle Belastung für die Mitgliedstaaten soll dabei nicht steigen, was die Frage aufwirft: Woher kommen die nötigen Mittel für eine nachhaltige Landwirtschaft?

Es bleibt spannend, wie sich die Agrarpolitik in der EU entwickeln wird und ob die angestrebten Reformen tatsächlich eine positive Wende hin zu einer gesünderen Ernährung bringen können. In einer Welt, in der gesunde Ernährung immer teurer wird, ist der Weg dorthin eine Herausforderung, die es zu meistern gilt.

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