Im Herzen Wiens, wo der Duft von frisch gebackenem Brot und herzhaften Speisen die Luft erfüllt, steht das Wirtshaus „Steirerstöckl“. Vor 30 Jahren gegründet, ist es nicht nur ein Ort des Genusses, sondern auch ein Stück Geschichte, das mit einer ganz besonderen Anekdote verbunden ist. Der Wirt Peter Goach, ein Mann mit einem Herz für die steirische Küche, erzählt, wie das berühmte Reisfleisch auf die Speisekarte kam. Der legendäre Niki Lauda, Stammgast und leidenschaftlicher Gourmet, ließ nicht locker, wenn das Gericht einmal nicht verfügbar war. Seine Hartnäckigkeit führte dazu, dass das Reisfleisch nun eine feste Größe im Angebot ist – ein wahrer Genuss für die Gäste.
Die Hauptzutat? Sie stammt aus dem weststeierischen Schilcherland, wo die Familie Goach eine eigene Waldschweinzucht betreibt. Ein besseres Qualitätsversprechen kann man sich kaum wünschen. Das „Steirerstöckl“ ist jedoch nicht nur eine Außenstelle des „Jagawirt“, sondern eine eigenständige Gastronomie, die mit viel Liebe zum Detail renoviert wurde. In den gemütlichen Stuben – insgesamt fünf – finden Festlichkeiten, Geschäftsessen und romantische Abendessen statt. Sogar ein Wintergarten und ein wunderschöner Gastgarten sind vorhanden, wo sich die Gäste bei gutem Wetter entspannen können.
Ein Ort der Geselligkeit
Die Eröffnung des „Steirerstöckl“ war ein kleiner, aber feiner Akt, der nach einer kurzen Bauzeit im Jahr 1996 stattfand. Peter Goach fand ein leerstehendes Schutzhaus aus dem Jahr 1917 und hauchte ihm neues Leben ein. Heute stehen rund 140 Plätze in vier Stuben und einem Wintergarten zur Verfügung, ergänzt durch etwa 100 Plätze im Garten. Besonders schön ist es, dass ein großer Teil der Gäste Stammgäste sind – einige von ihnen sogar schon in der dritten Generation. Das spricht Bände über die Qualität und die herzliche Atmosphäre, die hier herrscht.
Die Speisekarte ist bewusst klein gehalten, um die Frische und Qualität der Gerichte zu garantieren. Neben dem erwähnten Reisfleisch findet man auch traditionelle Köstlichkeiten wie steirische Klachlsuppe, Kürbiskernschnitzerl und Schweinsbraten vom Duroc Schwein. Peter hat sogar Pläne, in Zukunft ganz auf mündliche Tagesempfehlungen zu setzen und auf Speisekarten zu verzichten. Das könnte eine neue Art der Interaktion zwischen Wirt und Gast schaffen – spannend!
Die Wiener Küche: Tradition und Wandel
Apropos Tradition – die Wiener Küche hat eine lange und faszinierende Geschichte. Sie ist eine Fusionsküche, die im 19. Jahrhundert durch Einflüsse aus den Kronländern geprägt wurde. Mit dem Aufstieg des Bürgertums übernahmen diese Teile der Essgewohnheiten der Oberschicht und entwickelten eine eigene Rindfleischküche, bekannt für Gerichte wie Tafelspitz. Die Zubereitung in Schmalz war bis ins 20. Jahrhundert weit verbreitet, und die Mehlspeisküche erlebte während des Biedermeiers eine Hochblüte. Bei der Vielfalt der Speisen, die das „Steirerstöckl“ bietet, wird diese Tradition lebendig gehalten.
Das Restaurant zieht nicht nur Einheimische an, sondern auch Touristen, die die österreichische Küche entdecken wollen. Von Mittwoch bis Sonntag sowie an Feiertagen hat das „Steirerstöckl“ von 11:30 bis 23:00 Uhr geöffnet, die Küche bis 21:30 Uhr. Und für die, die gerne ein Stückchen „Steirerstöckl“ mit nach Hause nehmen möchten: Gutscheine für Essen sind online erhältlich und ausdruckbar. Ein kleiner, feiner Tipp für alle, die ein echtes Stück Wiener Gastfreundschaft verschenken möchten.
Insgesamt ist das „Steirerstöckl“ nicht nur ein Wirtshaus, sondern ein Ort, an dem Tradition auf moderne Gastlichkeit trifft. Die langjährigen Mitarbeiter, die seit 1998 bis 2025 im Team sind, tragen dazu bei, dass die Gäste sich wie zu Hause fühlen. Und das ist es schließlich, was gutes Essen und Gastfreundschaft ausmacht – ein Stück Heimat, wo man gerne verweilt und die Seele baumeln lässt.