Das „Haus am Weststrand“ ist mehr als nur ein Gebäude; es ist ein Ort mit Geschichte, der jährlich etwa 6.000 Besucher anzieht. Diese schätzen die familiäre Atmosphäre und die faire Preisgestaltung, die trotz der Herausforderungen, vor denen das Haus steht, aufrechterhalten werden soll. Doch die Fassade ist stark beschädigt – Risse und bröckelnder Stuck sind nicht zu übersehen, und auch das Holzdach hat seine besten Tage hinter sich. Die Sanierung hat zwar begonnen, ist aber ein aufwändiges Unterfangen, das mindestens 500.000 Euro kosten wird. Geschäftsführer Matthias Küstermann sieht sich in der Zwickmühle: Kirchensteuermittel darf er nicht verwenden, und eine Preiserhöhung kommt für ihn nicht in Frage.

Die Villa, die einst im Jahr 1894 von Louise Hanebuth im eleganten Stil der Bäderarchitektur errichtet wurde, hat eine bewegte Geschichte. Ursprünglich als Kinderferienheim der Diakonie genutzt, wurde sie seit den 1970er Jahren als Freizeit-, Erholungs- und Tagungshaus umfunktioniert. Hier finden nicht nur Familien, sondern auch Gruppen von Freunden, Vereine und Unternehmen einen Ort der Entspannung. Die 52 Zimmer des Hauses sind einfach, aber gemütlich und bieten Platz für unvergessliche Urlaubs- und Tagungsmomente.

Hilfe von Herzen

Die kommerzielle Ferienherberge lebt von ehrenamtlichen Helfern. Margot Peter, eine 77-jährige Dame mit einem riesigen Herzen, ist ein Beispiel für das Engagement, das hier herrscht. Sie sorgt bei der Bewirtung der Gäste für das leibliche Wohl und erhält im Gegenzug Unterkunft und Verpflegung – jedoch kein Geld. Solche Geschichten sind nicht nur inspirierend, sie zeigen auch, wie stark die Gemeinschaft hinter dem „Haus am Weststrand“ steht. Die Gäste loben die familiäre Atmosphäre und die zahlreichen Gemeinschaftsaktivitäten, die oft den Rahmen eines klassischen Urlaubs sprengen.

Die Sanierung der Fassade ist dringend nötig. Wind, Wetter und das salzhaltige Nordseewasser haben ihre Spuren hinterlassen. Die letzte umfassende Sanierung liegt bereits 22 Jahre zurück. Matthias Küstermann berichtet von wiederholten Wasserschäden, insbesondere in den besten Zimmern, was die Notwendigkeit der Arbeiten nur unterstreicht. Besonders herausfordernd ist die Koordination der Sanierungsmaßnahmen: Diese sollen in den Sommermonaten stattfinden, um die Gäste nicht zu stören, denn das Haus ist während der Saison meist ausgebucht.

Finanzierung der Sanierung

Um die finanziellen Mittel für die Sanierung zu sichern, hat der Kirchenkreis Hattingen-Witten eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Bislang sind rund 15.000 Euro zusammengekommen – ein Anfang, aber noch lange nicht genug. Neben den Spenden aus der Gemeinschaft sind auch Drittmittel gefragt. Förderanträge wurden bereits gestellt, denn die Hoffnung ruht auf der Unterstützung von außen. Es ist wichtig, die Preise für die Gäste bezahlbar zu halten; ein Preisanstieg würde viele Besucher abschrecken.

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Interessanterweise können für die Sanierung keine Spendenquittungen ausgestellt werden, da das „Haus am Weststrand“ als Gewerbe gilt. Dennoch bleibt das Spendenkonto – „Haus am Weststrand / Kirchenkreis Hattingen-Witten“, IBAN: DE79 3506 0190 2001 1260 43, Verwendungszweck: 231000/48200000/Aussenfassade – ein zentraler Anlaufpunkt für all jene, die helfen möchten. Unterstützen kann jeder, der sich mit dem Anliegen identifizieren kann.

Der Denkmalschutz als Unterstützung

Ein Lichtblick ist die Zustimmung der Denkmalschutzbehörde, die für die Sanierung des denkmalgeschützten Hauses notwendig ist. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bietet Fördermittel für alle unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmale an, darunter auch Villen wie das „Haus am Weststrand“. Diese Mittel sind für die Erhaltung von Baudenkmälern unerlässlich und können eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der Sanierung spielen. Informationen zu Förderprojekten sind auf der Internetseite der Stiftung verfügbar, und es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen.

Die kommenden Monate werden entscheidend sein für das „Haus am Weststrand“. Mit der Unterstützung der Gemeinschaft, ehrenamtlicher Helfer und möglicher Fördermittel aus verschiedenen Quellen könnte der Traum von einer umfassenden Sanierung in greifbare Nähe rücken. Ganz im Sinne der Tradition, die dieses Haus verkörpert, könnte es bald wieder erstrahlen und noch viele weitere Gäste willkommen heißen.

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