Heute ist der 23.06.2026, und wir schauen uns ein Thema an, das viele ältere Menschen betrifft: den Umgang mit Medikamenten. Eine kürzlich veröffentlichte Studie von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und dem Universitätsklinikum Essen, in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Düsseldorf, hat sich mit den Herausforderungen bei der Einnahme mehrerer Medikamente beschäftigt. Dabei wurden 102 Personen ab 70 Jahren befragt, die regelmäßig mindestens fünf verschiedene Medikamente einnehmen. Die Ergebnisse sind durchaus aufschlussreich – und ja, auch ein bisschen alarmierend.

Eine der zentralen Erkenntnisse war, dass etwa 20% der Befragten berichteten, dass ihnen Medikamente ausgegangen waren. Was für viele vielleicht trivial klingt, kann für ältere Menschen gravierende Folgen haben. Zudem gaben 5% an, schon mal Medikamente verwechselt zu haben. Das ist alles andere als ideal, wenn man bedenkt, dass die Einnahme von Arzneimitteln oft über Leben und Tod entscheiden kann. Rund 40% der Teilnehmer fanden die Anwendung von Augentropfen schwierig, und beinahe 20% hatten Probleme beim Öffnen von Medikamentenverpackungen. Man fragt sich, ob das nicht auch ein wenig die Hersteller in die Pflicht nehmen sollte, oder?

Die Herausforderungen der Polymedikation

Altersbedingte Veränderungen wie eine nachlassende Sehfähigkeit, eine eingeschränkte Feinmotorik oder auch Gedächtnisprobleme spielen da natürlich eine Rolle. Diese Faktoren beeinflussen die Arzneimitteltherapiesicherheit erheblich. Die Studie zeigt, dass die meisten Befragten den Nutzen ihrer Medikamente positiv bewerten und den Zweck kennen. Die Schwierigkeiten scheinen also eher auf praktische Hürden zurückzuführen zu sein und nicht auf mangelnde Motivation.

Die Autor:innen der Studie fordern daher mehr Forschung zu Unterstützungsmaßnahmen, um Medikationsfehler zu vermeiden und die Arzneimitteltherapiesicherheit bei älteren Menschen zu verbessern. Ein wichtiger Aspekt, der hier oft übersehen wird, ist die sogenannte Medikamentenmanagement-Kompetenz, die als unerlässlich für die geriatrische Versorgung angesehen wird. Dr. Janine Gronewold, die wissenschaftliche Ansprechpartnerin, spricht sich klar für mehr Aufklärung und Unterstützung aus.

Demografische Entwicklungen und ihre Folgen

In Deutschland sind etwa 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung 65 Jahre oder älter. Das ist nicht nur eine Zahl, das sind Menschen mit Geschichten, Bedürfnissen und Herausforderungen. Der Anteil der Hochbetagten, also der über 80-Jährigen, steigt kontinuierlich. Multimorbidität, das heißt das Vorhandensein von drei oder mehr chronischen Erkrankungen, betrifft etwa jeden zweiten über 65-Jährigen. Volkskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, COPD oder Diabetes sind weit verbreitet.

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Doch die Herausforderungen hören hier nicht auf. Die Polymedikation, also die Einnahme von mehr als fünf Arzneimitteln, kann sogar zu Krankenhausaufenthalten führen. Laut einer Studie waren unerwünschte Arzneimittelwirkungen in 6,5 Prozent der Notfallaufnahmen ein Grund, und in 89 Prozent der Fälle führten sie zu stationären Aufenthalten. Das sind alarmierende Zahlen! Die Risiken sind besonders hoch für ältere Menschen, die oft mit unspezifischen Symptomen, wie Elektrolytentgleisungen oder Stürzen, in die Notaufnahme kommen.

Der Weg zu mehr Sicherheit

Physiologische Veränderungen im Alter, wie die Erhöhung des Fettanteils und die Abnahme des Gesamtkörperwassers, beeinflussen die Medikamentenverarbeitung. Und nicht zu vergessen: Schluckbeschwerden sind weit verbreitet, oft verursacht durch Mundtrockenheit, was die Einnahme von Tabletten zu einer echten Herausforderung macht. Arthrosen erschweren zudem die Handhabung von Medikamenten und Verpackungen.

Um dem entgegenzuwirken, sollten ältere Menschen über einen bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) verfügen. Dieser Plan enthält wichtige Informationen und sogar einen 2D-Barcode zur digitalen Erfassung. Apps wie PApp und PhApp können eine große Hilfe sein, um den Überblick zu behalten. Eine erweiterte Medikationsberatung bietet älteren Patienten mehr Sicherheit und Informationen zu ihren Medikamenten. Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein großer Schritt für die Medikamentensicherheit, könnte man sagen.

Wie wir sehen, gibt es viele Facetten im Umgang mit Medikamenten für ältere Menschen. Die Herausforderungen sind groß, aber mit der richtigen Unterstützung und einem besseren Verständnis der Situation kann viel erreicht werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Forschung in diesem Bereich weiterentwickeln wird. Aber eines ist sicher: Es ist an der Zeit, dass wir uns intensiver mit diesen Themen befassen!

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