In Düsseldorf ist die Sorge um die heimischen Igel groß, und das Engagement von Bürgern wie Sarah Jüntgen wird immer wichtiger. Im eigenen Garten hat sie Holzboxen aufgestellt, um den stacheligen Bewohnern einen sicheren Überwinterungsort zu bieten. In einer dieser Boxen hat sich ein Igel unter Stroh zusammengerollt und wird regelmäßig mit Futter und Wasser versorgt. Doch nicht nur die Boxen sind wichtig, auch durchlässige Hecken spielen eine entscheidende Rolle, damit die Igel sich zwischen den Gärten bewegen und nach Nahrung suchen können.
Sarahs Engagement für die Igel begann, als sie im letzten Jahr einen verletzten Igel auf der Straße fand und ihn nicht einfach seinem Schicksal überlassen wollte. Auf der Suche nach Informationen über die Igelhilfe erkannte sie das Problem: Viele Igel sind schwach oder verletzt, oft aufgrund von Hindernissen wie bodenabschließenden Zäunen. Gemeinsam mit ihrer Freundin Kirstin von Schlabrendorf-Engelbracht entwarfen sie informative Flyer zur Aufklärung über die Igelhilfe, um das Bewusstsein in der Bevölkerung zu schärfen.
Initiativen für mehr Igelfreundlichkeit
Ein zentrales Anliegen von Sarah und Kirstin war es, Igeltore in bestehende Zäune einzubauen, um den Igeln die Wanderung zu erleichtern. Sie wandten sich an Zaunbauer und an die Stadt Meerbusch, die erfreulicherweise Igeltore für öffentliche Parkanlagen bestellte. In Düsseldorf versuchten die beiden, ähnliche Maßnahmen zu initiieren, erhielten jedoch eine Absage vom Garten-, Friedhofs- und Forstamt. Die Stadt verwies auf ein Nachtverbot für Mähroboter sowie die Möglichkeit, Igeltore privat einzubauen. Diese Absage führte zu einer berechtigten Kritik an der Stadt: Sarah und Kirstin fordern mehr Engagement und Unterstützung für Igelauffangstationen, die überlastet sind und dringend Hilfe benötigen.
Die Igelauffangstationen, wie im Tierheim Düsseldorf, stehen unter immensem Druck, da der Igel als Tier des Jahres ausgezeichnet wurde und somit die Erwartungen an die Unterstützung durch die Verwaltung gestiegen sind. Diese Auszeichnung könnte ein Anstoß für mehr öffentliche Aufmerksamkeit und Hilfe sein.
Ein breiteres Netzwerk für den Igel
In Deutschland setzt sich der Verein Pro Igel, ein Verein für integrierten Naturschutz, aktiv für den Schutz des heimischen Igels (Erinaceus europaeus L. 1758) ein. Der Verein ist bundesweit tätig und fördert durch Öffentlichkeitsarbeit und Publikationen den Schutz dieses schützenswerten Tieres. Er bietet Anleitungen zur igelfreundlichen Gestaltung der Umwelt und unterstützt die sachgemäße Betreuung hilfsbedürftiger Igel. Pro Igel e.V. sammelt und initiiert Forschungsarbeiten über das Wildtier Igel und arbeitet eng mit Wissenschaftlern und Laien zusammen, um das Wissen über Igel und ihre Lebensräume zu erweitern.
In der heutigen Zeit, wo die natürlichen Lebensräume der Igel zunehmend durch menschliche Eingriffe bedroht werden, ist das Engagement von Sarah, Kirstin und Initiativen wie Pro Igel von großer Bedeutung. Es liegt an uns allen, eine igelfreundliche Umgebung zu schaffen und diesen charmanten kleinen Tieren zu helfen, die oft übersehen werden, während sie durch unsere Gärten und Landschaften streifen.