Heute ist der 12.07.2026, ein denkwürdiger Tag für die Kulturszene in Düsseldorf. Wilfried Schulz, der geschätzte Intendant des Düsseldorfer Schauspielhauses, hat sich mit großem Applaus von seinem Publikum verabschiedet. Ein Abschied, der sowohl von Feierlichkeiten als auch von einer tiefen Dankbarkeit geprägt war. Schulz, der beeindruckende 74 Jahre alt ist, hat in seiner Amtszeit nicht nur schwere Zeiten, wie die Corona-Pandemie, gemeistert, sondern auch das Schauspielhaus zu einem Ort gemacht, den fast 2 Millionen Menschen besucht haben. Allein in der letzten Spielzeit kamen rund 260.000 Besucher in die ehrwürdigen Hallen des Theaters.

Die NRW-Kulturministerin Ina Brandes würdigte Schulz als einen bedeutenden Intendanten und äußerte den Wunsch, ihn noch länger im Amt zu sehen. Das zeigt, wie sehr seine Arbeit geschätzt wird. Man könnte sagen, Schulz hat das Theater nicht nur geleitet, sondern auch lebendig gemacht. Formate wie „Theater To Go“ sind nur einige der vielen Initiativen, die er ins Leben gerufen hat, um das Theater in die Stadt zu tragen und die Kunst für alle zugänglich zu machen.

Ein Leben für das Theater

Geboren 1952 in Falkensee bei Berlin, hat Schulz eine beeindruckende akademische Laufbahn hingelegt. Er studierte Theaterwissenschaft, Politologie und Germanistik an der Freien Universität Berlin und der Nouvelle Sorbonne in Paris. Seine Abschlussarbeit über das Theater der Ariane Mnouchkine zeigt seine tiefe Verbundenheit mit der Kunst. Zu seinen frühen Stationen gehörte die Hochschule der Künste Berlin, gefolgt von einer Zusammenarbeit als Dramaturg am Theater der Stadt Heidelberg. Dort war er maßgeblich an der Gründung des Stückemarkts beteiligt – eine Initiative, die auch heute noch Bedeutung hat.

Von 1986 bis 1988 war er Dramaturg am Staatstheater Stuttgart, und die Jahre darauf verbrachte er am Theater Basel, wo er mit Intendant Frank Baumbauer zusammenarbeitete. Seine Karriere führte ihn weiter zum Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, das unter seiner Mitwirkung mehrfach zum „Theater des Jahres“ gewählt wurde. Schulz hat sich immer wieder mit talentierten Regisseur:innen wie Jossi Wieler und Frank Castorf umgeben, was das Theaterangebot bereichert hat.

Ein Blick in die Zukunft

Schulz ist nicht nur ein Intendant, sondern auch ein Visionär. Er hat das Düsseldorfer Schauspielhaus während seiner Intendanz umfassend saniert und neue Konzepte entwickelt, um das Theater zu öffnen. Die Bespielung des Probenzentrums im Central und anderer Orte in Düsseldorf ist ein Beispiel für seine Innovationskraft. Während seiner Zeit feierte das Haus sein 50-jähriges Jubiläum im Januar 2020, ein Meilenstein, der nicht nur die Vergangenheit würdigte, sondern auch in die Zukunft blickte.

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Selbst in schwierigen Zeiten ließ Schulz nicht nach. Die internationale Ausrichtung des Theaters, mit Gastspielen in Städten wie Shanghai und Kapstadt, zeigt, dass er die Grenzen des Theaters immer wieder neu auslotet. Sein Engagement für den Dialog zwischen Kunst, Kultur und Politik hat das Düsseldorfer Schauspielhaus zu einem wichtigen Akteur in der Stadt gemacht.

Doch nun stehen die Frage der Nachfolge und die künstlerische Leitung im Vordergrund. In den letzten Jahren gab es intensive Debatten über die Nachfolge an führenden deutschen Theatern. Max Webers Theorie der charismatischen Herrschaft wirft ein Licht auf die Herausforderungen, die mit der Nachfolge von Intendanten verbunden sind. Die Nachfolger werden nicht nur Schulz’ Erbe antreten müssen, sondern auch den hohen Erwartungen gerecht werden, die an sie gestellt werden.

Wilfried Schulz hat mit seinem Engagement und seiner Vision eine bleibende Spur im Düsseldorfer Theater hinterlassen. Seine Worte, dass das Schauspielhaus ein gemeinsames Dach für verschiedene Theaterformate sein sollte, werden sicher noch lange nachhallen. Der Dialog, den er gefördert hat, wird die Zukunft des Theaters prägen und, so sein Wunsch, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit des D’hauses schaffen.

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