Wer in Düren unterwegs ist, sollte sich auf keinen Fall die neue Ausstellung „Armut in Düren“ im Stadtmuseum entgehen lassen. Diese wurde vor kurzem feierlich eröffnet, und gleich zu Beginn war die Stimmung mehr als aufgeladen. Bürgermeister Frank Peter Ullrich und eine Vielzahl von Gästen aus der Politik, der Stadtgesellschaft sowie von Hilfsorganisationen und Vereinen waren anwesend. Alle waren sich einig: Es ist Zeit, das Thema Armut in unserer Stadt nicht länger zu ignorieren.
Die Ausstellung geht auf die Herausforderungen ein, die mit Armut in Düren verbunden sind, und zeigt gleichzeitig, welche Unterstützungsangebote bereits bestehen. Bürgermeister Ullrich stellte klar, dass Armut auch in unserer Stadt ein Thema ist, das viele Menschen betrifft. Die Sozialdaten Dürens sind sogar mit denen größerer Städte im Ruhrgebiet vergleichbar. Ein eindringliches Signal, dass wir gemeinsam Lösungen entwickeln müssen!
Einblicke in persönliche Geschichten
Besonders berührend war die Ansprache von Sarah Höner, der wissenschaftlichen Mitarbeiterin des Stadtmuseums. Sie hob die Wichtigkeit des Themas für die Institution hervor und betonte, wie wichtig es ist, die persönlichen Geschichten der Dürener sichtbar zu machen. Das ist mehr als nur eine Ausstellung – es ist ein Aufruf zur Sensibilisierung. Peter Becker, ein ehemaliger Schuldnerberater, erläuterte die Gründung der Projektgruppe „Armut in Düren“ und die engagierte inhaltliche Arbeit, die diese Gruppe leistet. Das ist nicht nur Theorie, das sind Menschen, die sich für andere einsetzen!
Die Ausstellung hat sonntags von 11 Uhr bis 17 Uhr geöffnet, und der Eintritt? Der ist frei! Das ist ein echter Anreiz, sich selbst ein Bild zu machen. Wer außerhalb der Öffnungszeiten kommen möchte, kann auch Führungen nach Vereinbarung buchen. Ein toller Service, der zeigt, wie wichtig den Organisatoren das Thema ist.
Soziale Ungleichheit in Deutschland
Ein Blick über die Stadtgrenzen hinaus zeigt, dass Düren kein Einzelfall ist. Der 7. Armuts- und Reichtumsbericht, der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erstellt wird, dokumentiert, dass die soziale Spaltung in Deutschland ein ernstes Problem darstellt. Dieser Bericht wird am 1. Oktober 2025 dem wissenschaftlichen Gutachtergremium zur Stellungnahme vorgelegt. Es wird spannend zu sehen, welche Rückmeldungen und Empfehlungen daraus hervorgehen. Besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen müssen sich mit den Folgen der Corona-Pandemie und der kriegsbedingten Inflation auseinandersetzen – das ist eine Herausforderung, die viele von uns direkt betrifft.
Die Einkommensungleichheit bleibt ein großes Thema. Die Zahlen zeigen, dass das unterste Perzentil kaum Zuwächse verzeichnen kann, während die besser Verdienenden sich über starke Wohlstandsgewinne freuen. Und das lässt einen schon nachdenklich werden. Besonders armutsgefährdet sind Alleinerziehende, Menschen mit Migrationshintergrund und Geringqualifizierte. Das ist nicht nur eine Statistik, das sind Menschen mit Geschichten, Hoffnungen und Träumen.
In Düren und darüber hinaus ist es entscheidend, dass wir uns gegenseitig unterstützen und gemeinsam Lösungen finden. Die Mehrheit der Deutschen sieht den Sozialstaat als wichtig an, aber viele empfinden auch die Kosten als wachsendes Problem. Die Empfehlungen der Bundesregierung, wie der Ausbau existenzsichernder Sozialleistungen und die Unterstützung beim Wohnungsbau, sind Schritte in die richtige Richtung. Doch es bedarf mehr – insbesondere, wenn es um die Gleichberechtigung von Frauen und die Armutsprävention geht. Das ist ein Thema, das uns alle betrifft, und wir sollten nicht zögern, es anzusprechen.