Neue Wege für Dortmund: Stefan Szuggat und die Mission zur Klimaneutralität
Am 1. März 2023 trat Stefan Szuggat seinen Dienst als Beigeordneter für Umwelt, Planen und Wohnen in Dortmund an. Ein wichtiger Schritt, nicht nur für ihn persönlich, sondern auch für die Stadt, die sich in einem dynamischen Wandel befindet. Der Rat der Stadt Dortmund wählte ihn am 10. November 2022 mit großer Mehrheit für das Dezernat 6. Dass er, der 1967 in Kiel geboren wurde und seit über 30 Jahren in Dortmund lebt, die Herausforderungen der Stadt kennt, ist dabei ein großer Vorteil. Verheiratet mit drei Kindern, ist Szuggat nicht nur ein Fachmann, sondern auch ein Mensch mit einem tiefen Verständnis für die Belange der Bürgerinnen und Bürger.
Seine Zuständigkeiten sind vielfältig und umfassen das Umweltamt, das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt, das Vermessungs- und Katasteramt, das Amt für Wohnen sowie das Amt für Stadterneuerung. Mit einem Diplom in Raumplanung und dem 2. Staatsexamen in Städtebau bringt er viel Expertise mit. Auch die europäische Perspektive ist ihm nicht fremd. 2022 wurde Szuggat als außerordentliches Mitglied in den Bund Deutscher Architekten (BDA) berufen. Davor war er 12 Jahre lang Leiter des Amtes für Stadtplanung und Mobilität in Dresden. Und während er sich um die Belange seiner neuen Heimat kümmert, sieht er die Klimaneutralität bis 2035 als eine große Herausforderung. Ein Thema, das nicht nur in Dortmund, sondern auch auf europäischer Ebene an Bedeutung gewinnt.
Die EU und die Mission der Klimaneutralität
Die EU hat sich das ambitionierte Ziel gesetzt, bis 2050 klimaneutral zu werden. Im Rahmen dieser offensiven Strategie wurde 2021 die Mission „100 klimaneutrale und intelligente Städte bis 2030“ ins Leben gerufen. Dortmund ist eine der Städte, die an dieser Mission teilnehmen. Gemeinsam mit Städten wie Aachen, Dresden, Heidelberg, Leipzig, Mannheim, München und Münster hat Dortmund Klimastadtverträge erarbeitet, die darauf abzielen, breite Teile der Stadtgesellschaft in den Prozess einzubeziehen. Diese Verträge umfassen nicht nur Gesamtpläne für die Klimaneutralität, sondern auch konkrete Investitionspläne, die von der Umstellung auf erneuerbare Energien bis hin zu einer umfassenden Sanierungsoffensive für den Gebäudebestand reichen.
Die Situation ist angesichts des verstärkten Klimawandels und der reduzierten Nachhaltigkeitsagenden besonders drängend. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bau (BMWSB) spielt eine zentrale Rolle in diesem Prozess und koordiniert den nationalen Begleitprozess. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren ist essenziell, um relevante Informationen zu bündeln und den Austausch zu fördern. Es ist spannend zu sehen, wie Erkenntnisse aus dieser Städtemission auch anderen Kommunen bundesweit zugutekommen können.
Klimastadtverträge und ihre Bedeutung
Ein zentrales Element der EU-Mission ist die Etablierung der Klimastadtverträge, die auf einem schwedischen Modell basieren. Diese Verträge sollen Verbindlichkeit für städtische Transformationsprozesse schaffen und die lokalen Akteure in die Entwicklung von Strategien einbinden, die die Klimaneutralität der Gesamtstadt fördern. Dabei wird auch der Zugang zu privaten Investoren ein wichtiges Thema sein. Die öffentliche Förderung deckt den Finanzierungsbedarf nicht immer ausreichend. Daher ist es entscheidend, dass Städte Instrumente entwickeln, die den Zugang zu privaten Investoren erleichtern.
Die Herausforderungen sind vielfältig. Die Identifikation von Hebeln zur Reduktion von Emissionen und die Entwicklung von Maßnahmenpaketen zur schnellen Umsetzung sind nur einige der Aufgaben, die auf Szuggat und sein Team warten. Der Dialog zwischen den unterschiedlichen Akteuren ist entscheidend, um Hürden in Finanzierungs-, Governance- und Regulierungsfragen zu identifizieren und zu bearbeiten. Es bleibt abzuwarten, ob das Momentum bis zum ehrgeizigen Ziel 2030 aufrechterhalten werden kann, besonders angesichts sich verändernder politischer Rahmenbedingungen. Doch eines steht fest: Die Dynamik, die durch die EU-Mission in den Pionierstädten gefördert wurde, ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft.
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