In Bottrop sorgt ein ganz spezielles Anliegen für Aufregung: Die Feuerwehr hat sich zu freilaufenden Gänsen zu Wort gemeldet. Man könnte meinen, das wäre ein Scherz – aber nein! Feuerwehrsprecher Michael Duckheim hat klargemacht, dass Gänse und ihre Abenteuer kein Fall für die Feuerwehr sind. Mehrere besorgte Bürger haben bereits den Notruf gewählt, weil sie Gänse an untypischen Orten entdeckt hatten. Doch die Realität ist anders. Ein Blick auf die Situation und die Verantwortung der Bürger ist gefragt.
Die Feuerwehr rückt nur zu echten Notlagen aus. Wenn Gänse im Speyerbach schwimmen oder sich einfach nur auf der Straße tummeln, sind das keine Notfälle, die die Einsatzkräfte beschäftigen sollten. Duckheim macht deutlich, dass solche Anrufe die Notrufleitungen blockieren und wertvolle Zeit kosten, die für echte Notfälle benötigt wird. Und so appelliert die Feuerwehr an die Bürger: „Bitte haltet euch in diesen Fällen zurück!“ Gänse sind einfach zu wenig kooperativ, wenn es darum geht, sie zu bewegen. In der Regel bleibt der Feuerwehr also nichts anderes übrig, als abzurücken und darauf zu hoffen, dass die Gänse sich selbst helfen.
Ein Blick nach Neustadt
<pDoch wie sieht es woanders aus? Ein Blick nach Neustadt, wo am 31. Mai, einem späten Sonntagnachmittag, gleich zwei Tierrettungen die Feuerwehr alarmierten. Um 16:25 Uhr meldete eine Bürgerin drei Gänse auf der Straße. Bei Eintreffen der Feuerwehr hatten sich die Gänse jedoch bereits in den Speyerbach zurückgezogen. Die Gänse waren wohlauf, und die Feuerwehr konnte ohne weiteren Einsatz wieder abrücken. Nur eine halbe Stunde später – um 16:44 Uhr – war eine junge Katze in einem Mehrparteienwohnhaus in der Gartenstraße in der Toilette gefangen. Auch hier wurde Entwarnung gegeben: die Katze war schnell befreit, und ein Einsatz der Feuerwehr war nicht nötig.
Wildtiere in urbanen Gebieten
<pDas Zusammenspiel von Mensch und Wildtier ist in dicht besiedelten Landschaften, wie wir sie auch hier in Bottrop und um Neustadt herum finden, besonders spannend. Diese Nachbarschaft ist nicht nur ein faszinierendes Phänomen, sondern auch ein Problem, wenn Wildtiere wie Gänse, Füchse oder andere Tiere die Gärten, Autos oder gar Häuser in Mitleidenschaft ziehen. Fragen zur Koexistenz sind an der Tagesordnung – und es gibt nicht immer einfache Antworten. Wie verhindert man Schäden oder sogar die Übertragung von Krankheiten?
<pAktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Erforschung von Wildtierarten in urbanen Gebieten und den Faktoren, die ihr Vorkommen begünstigen. Wildtierbeauftragte sowie Stadtjägerinnen und Stadtjäger spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie sind die Ansprechpartner für die Bevölkerung und arbeiten eng mit Verwaltungen und Politik zusammen, um Lösungen für ein harmonisches Miteinander zu finden. Ein bisschen mehr Verständnis für die Bedürfnisse der Wildtiere könnte vielleicht auch die Gänse in Bottrop dazu bewegen, sich in ruhigeren Gewässern niederzulassen.