Am 6. Mai 2026 war es endlich wieder so weit: Der „Markt der Möglichkeiten“ lud ins schöne Rhede, genauer gesagt in die Akademie Klausenhof, und das Interesse war groß. Rund 150 Bürgergeldbeziehende aus dem Südkreis strömten herbei, um sich über verschiedene Unterstützungsmaßnahmen auf dem Weg in den Arbeitsmarkt zu informieren. Organisiert von den Jobcentern im Kreis Borken und zahlreichen Bildungsträgern, war die Veranstaltung ein Teil der NRW-weiten Vermittlungsoffensive, die vor allem darauf abzielt, Menschen schnell und nachhaltig in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen. Und das ist kein leichtes Unterfangen in Zeiten, in denen Fachkräftemangel und Arbeitslosigkeit Hand in Hand gehen.
Die Veranstaltung, die 2024 ins Leben gerufen wurde, hat seitdem stets positive Resonanz erhalten. Die anwesenden Fachkräfte der Jobcenter standen den Teilnehmenden beratend zur Seite, beantworteten Fragen und halfen dabei, individuelle Perspektiven aufzuzeigen. Besonders hervorzuheben sind die Informationsstände zu den diversen Maßnahmen, die von Trägern wie Softdoor und der Berufsbildungsstätte Westmünsterland angeboten werden. Von Angeboten für Menschen mit Fluchthintergrund bis hin zu speziellen Programmen für Jugendliche mit familiären oder schulischen Problemen – die Auswahl war beeindruckend.
Vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten
Darüber hinaus werden auch gezielte Maßnahmen zur Unterstützung junger Menschen zur Aufnahme einer Ausbildung präsentiert, etwa durch das Team U25 der Kreishandwerkerschaft Borken. Diese Initiativen sind nicht nur wichtig, sondern auch notwendig – denn junge Menschen sind besonders gefährdet, in die Langzeitarbeitslosigkeit abzurutschen, wenn sie keine entsprechende Ausbildung finden. Der „Markt der Möglichkeiten“ stellt somit eine wertvolle Anlaufstelle dar, um genau hier frühzeitig entgegenzuwirken.
Die Jobcenter in Nordrhein-Westfalen haben eine Vielzahl von Instrumenten entwickelt, um erwerbsfähige Leistungsberechtigte gezielt zu integrieren. Besonders wichtig ist dabei, dass die Angebote nicht nur für Menschen mit Migrationshintergrund, sondern für alle Leistungsberechtigten gedacht sind. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Jobcentern und den Arbeitgebern ist unerlässlich, um den Herausforderungen des Arbeitsmarktes zu begegnen.
Coaching und individuelle Beratung
Ein zentraler Aspekt der Vermittlungsoffensive ist das individuelle Coaching. Ziel ist es, Vermittlungshemmnisse zu erkennen und zu beseitigen, um die Betroffenen gezielt an Beschäftigung heranzuführen. Die Jobcenter in NRW sind bestrebt, persönliche Beratungen anzubieten und die Menschen auf ihrem Weg in den Arbeitsmarkt bestmöglich zu unterstützen. Ein neuer Ansatz, der seit dem 1. Juli 2023 mit dem Bürgergeldgesetz eingeführt wurde, bietet ganzheitliche Betreuung gemäß § 16k SGB II an. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Beschäftigungsfähigkeit von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nachhaltig zu verbessern.
Die positive Entwicklung der Vermittlungsoffensive zeigt sich in den Zahlen: Eine Steigerung von 10,5 % mehr Integrationen in 2024 im Vergleich zu 2023, gefolgt von weiteren 5,0 % im Jahr 2025. Das spricht für sich und macht deutlich, dass die Zusammenarbeit von Jobcentern, Bildungsträgern und Arbeitgebern Früchte trägt. Ein geballtes Engagement, das nicht nur den Einzelnen hilft, sondern auch der gesamten Region zugutekommt.
Eines ist klar: Der „Markt der Möglichkeiten“ war erneut eine tolle Gelegenheit zur Information und Vernetzung. Das Feedback der Verantwortlichen war durchweg positiv, und die Fortführung der Veranstaltung ist bereits in Planung. Die Region kann sich also auf weitere solcher Initiativen freuen, die Hoffnung und Perspektiven bieten!